Hoch motiviert auch in der Pandemie: die Schwimmerinnen und Schwimmer des TSV Hohenbrunn.
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Hoch motiviert auch in der Pandemie: die Schwimmerinnen und Schwimmer des TSV Hohenbrunn.

Hohenbrunner Schwimmer bereiten sich im Trainingslager auf DM vor – nun ist sie verschoben

Topfitte Haie im Wartestand

Hohenbrunn – Zwölf Schwimmerinnen und Schwimmer des TSV Hohenbrunn-Riemerling bereiten sich aktuell auf die Deutschen Meisterschaften im Schwimmen vor. Die Riemerlinger Haie stellt die Vorbereitung auf ihren Saisonhöhepunkt, der ursprünglich Ende Mai stattfinden sollte, aber aufgrund der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, vor große organisatorische Herausforderungen.

Das Riemerlinger Hallenbad bleibt geschlossen (wir berichteten), so dass die Athleten auf die Solidarität anderer Vereine angewiesen sind. Zuletzt waren sie zwei Wochen im Trainingslager in Bayreuth.

VON VANESSA BREUNIG  

Das Hallenbad in Bayreuth kennen die Schwimmerinnen und Schwimmer der Riemerlinger Haie mittlerweile sehr gut: Bereits im Februar waren sie eine Woche dort im Trainingslager, ihre Qualifikationswettkämpfe wurden ebenfalls in dem Bad ausgetragen und über Ostern waren die Sportlerinnen und Sportler wieder für zwei Wochen in Oberfranken im Trainingslager. „Generell war das ganze Trainingslager sehr schwierig zu gestalten, da wir am ersten Wochenende der Osterferien unseren Qualifikationswettkampf für die Deutschen Meisterschaften hatten und wir dafür auch getapert haben“, berichtete Cheftrainer Pierre Martin.

Tapern bedeutet, dass die Schwimmerinnen und Schwimmer sich auf den bevorstehenden Wettkampf gut vorbereiten und dafür im Training mit den Kilometern runtergehen und dafür kürzere, aber intensive Einheiten mit viel Lockerschwimmen dazwischen absolvieren, damit sie am Wettkampf ihre beste Leistung abrufen können. „Nach dem Tapern ist es für die Sportler erstmal wieder schwierig, im Training so richtig Gas zu geben und auch wieder mehr Umfang zu machen“, so Martin, fügte aber zufrieden hinzu: „Im Großen und Ganzen lief das Trainingslager sehr gut. Alle sind sehr zielorientiert an die Sache rangegangen.“

Vor allem die erste Woche sei von den Bedingungen optimal gewesen, da auch das Wetter mitspielte und so die Athletikeinheiten im Freien absolviert werden konnte. In der zweiten Woche wurde es allerdings wieder sehr kalt, die beiden Coaches mussten bezüglich des Athletiktrainings improvisieren, da aufgrund des Coronavirus keine Einheit in einer Turnhalle oder in einem Kraftraum durchgeführt werden konnte.

Für einige Schwimmerinnen und Schwimmer hieß dies, dass sie warm eingepackt noch vor dem ersten Wassertraining eine Laufeinheit absolvieren mussten, andere führten Kräftigungsübungen im Hotelzimmer durch. Pro Tag absolvierten die Haie zwei Einheiten im Wasser, eine an Land, hinzu kam Dehnen sowie Stabilisationsübungen.

Die Hygieneauflagen waren im Trainingslager aufgrund der Pandemie selbstverständlich sehr streng, die Maske musste durchgehend getragen werden und durfte nur für die Wassereinheit abgesetzt werden, die Haie waren alle in Einzelzimmern untergebracht und wurden regelmäßig getestet.

Aufgrund der Corona-Krise dürfen derzeit nur KaderschwimmerInnen trainieren, alle anderen Haie halten sich mit alternativen Trainingsmethoden und viel Online-Training fit.

Aber auch die KaderschwimmerInnen des TSV haben derzeit nicht die Möglichkeit, im eigenen Hallenbad zu trainieren - die Abteilungsleitung des Schwimmvereins stellt dies vor eine Herausforderung, da es generell sehr schwierig ist, Wasserfläche zu bekommen. „Dank der Solidarität von den Vereinen SC Wasserfreunde München und SC Prinz Eugen München können wir wenigstens dort jeweils auf einer Bahn trainieren. Außerdem stellt auch der Stützpunkt einige Trainingsplätze für die Kaderathleten zur Verfügung“, erklärte der Trainer. Doch organisatorisch sei dies alles sehr schwer.

Der 32-Jährige bleibt trotzdem positiv: „Wir sind alle auf einem guten Weg und mit den Trainingsmöglichkeiten, die wir zurzeit haben, machen wir wirklich alle das Beste draus.“

Deutsche Meisterschaften wurden verschoben

Nun steht Martin jedoch vor einer weiteren Herausforderung: Ursprünglich waren die Deutschen Meisterschaften für Ende Mai angesetzt, doch am Donnerstag wurde bekannt gegeben, dass diese aufgrund der Pandemie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Allerdings ist noch unklar, wann dieser sein wird. „Die kurzfristige Verschiebung ist natürlich nicht optimal für uns, denn die ganze Saisonplanung muss abgeändert werden. Wir überlegen gerade, ob wir Ende Mai trotzdem einen kleinen Wettkampf ausrichten, damit wir wissen, was die Saison gebracht hat und wo die Schwimmerinnen und Schwimmer stehen“, so Martin weiter.

Doch die Informationen bezüglich der Deutschen Meisterschaft seien noch relativ frisch, er müsse jetzt erst mal Rücksprache halten, sich genauere Gedanken diesbezüglich machen und natürlich auch schauen, was aufgrund der Pandemie-Lage derzeit überhaupt möglich sei.

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