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In der Defensive: Lokalmatador Christian Brandt (hinten) vom TSV Grünwald ficht beim internationalen Fechtturnier „Grünwalder Wappen“ gegen den Russen Dmitriy Sorokin.

Fechten auf höchstem Niveau

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Das Gefecht auf Bahn Zwei ist erst einige Sekunden alt, doch bisher ist nichts so gelaufen wie erwartet. Denn Christian Brandt, der Lokalmatador vom TSV Grünwald, liegt in seinem Auftaktmatch der K.o.-Runde gegen Dmitriy Sorokin mit 2:0 vorne. Ein Sieg des 17-jährigen Säbelfechters über den Russen bei diesem europäischen U23-Ranglistenturnier wäre mehr als eine Überraschung. Denn wie sein Vater und Trainer Thorsten Brandt es zuvor formuliert hat: „Das hier ist wie wenn der TSV 1860 München gegen Real Madrid spielt.“

Grünwald – Und tatsächlich gibt sich der Favorit – nach mauem Start – letztlich keine Blöße: Nach acht Treffern in Serie steht es 2:8 aus Sicht des Grünwalders, der am Ende mit 5:15 den Kürzeren zieht. Allzu sehr grämen will sich Christian Brandt aber nicht – schließlich geht es für ihn heute vor allem darum „Erfahrung zu sammeln“, wie er betont. Und sein Trainer ergänzt: „So hochklassige Gegner bestrafen jeden Fehlern sofort. Für unsere jungen Fechter ist das eine tolle Gelegenheit, von solchen Gegnern zu lernen.“

Genau das ist auch ein Grund gewesen, weshalb sich der TSV dazu entschieden hat, dieses hochkarätige Turnier mit 70 Teilnehmern und 50 Teilnehmerinnen an zwei Tagen zu veranstalten. Unter dem Namen „Münchner Schwert“ war der internationale Wettkampf in den vergangenen Jahrzehnten vom MTV München ausgerichtet worden.

Doch dieser habe heuer abgewunken, sagt Thorsten Brandt, der auch Abteilungsleiter des TSV ist. Und so habe der Verband in Grünwald angeklopft, wo man sich spontan bereit erklärte, das Turnier unter dem Namen „Grünwald Wappen“ auszurichten.

Zumal der Termin ideal für die neu gegründete Mannschaft des TSV liegt. Denn das Trio Christian Brandt, Julian Brandt und Kilian Kraus treten an diesem Wochenende bei der Deutschen U20-Meisterschaft im baden-württembergischen Eislingen an (siehe Kasten). „Für uns ist dieses Turnier in eigener Halle also eine Art Vorbereitung“, sagt Christian Brandt – freilich mit Gegnern, „die auf einem anderen Niveau fechten“, wie sein Trainer betont. So gehen in der Helmi-Mühlbauer-Halle nicht nur Teilnehmer aus halb Europa an den Start, unter anderem das russische U-23-Nationalteam sowie vom Traditionsklub ZSKA Moskau. Sondern auch aus deutscher Sicht ist das Feld exzellent besetzt – etwa mit Militär-Weltmeister Richard Hübers, der sich den Sieg holt, Team-Europameister Björn Hübner-Fehrer und Raoul Bonah, der heuer Bronze bei der Junioren-EM gewonnen hat.

Ebenso hochklassig ist das Feld tags darauf bei den Frauen, wo sich die deutschen Nationalfechterinnen Ann-Sophie Kindler, Lea Krüger und Anna Limbach drei starken Italienerinnen um Siegerin Benedetta Baldini geschlagen geben müssen. Während hier keine Lokalmatadorin an den Start geht, messen sich bei den Männern alle drei U20-Säbelfechter des TSV mit der internationalen Konkurrenz. Ihr stärkster, Christian Brandt, landet dank eines Vorrundensiegs letztlich auf Platz 58.

Ein Gefecht gewinnen kann auch der erst 16-jährige Kilian Kraus, der 62. wird. Bereits nach der Vorrunde den Säbel beiseitelegen muss dagegen Julian Brandt, der nach einer Abitur-bedingten Fecht-Pause erst seit Anfang dieses Jahres wieder bei Turnieren antritt. Trotz der Niederlagen habe er einiges mitgenommen, sagt der 19-Jährige. „Es bringt einem viel mehr, wenn man gegen solche Gegner ficht. Da werden alle Fehler aufgedeckt – und man kann danach daran arbeiten“, sagt Julian Brandt.

Seine Schwächen aufgezeigt bekommt – nach dem anfänglichen Höhenflug – auch Christian Brandt gegen den Russen Sorokin, der später im Endklassement auf Rang neun landet. „Er hat nach den ersten zwei Treffern gemerkt, dass er nicht nur einen Spielkameraden vor sich hat“, analysiert Trainer Thorsten Brandt das Gefecht. „Daraufhin hat er kurz das Tempo erhöht und ist davongezogen.“

Und dennoch zieht der Coach nach dem Gefecht ein positives Fazit: „Ich bin froh, dass Christian gegen so einem Gegner immerhin fünf Punkte gemacht hat.“

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