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TSV Haar: Jugendteams der Basketballer haben Vorrang

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Von: Patrik Stäbler

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Augen zu und durch: VfR-Spieler Hanza Kebede wählt gegen zwei Haarer den Mittelweg. Mittelfristiges Ziel muss es sein, die Mannschaft um zwei, drei Ligen nach oben zu bringen. Danny Paz, Trainer TSV Haar
Augen zu und durch: VfR-Spieler Hanza Kebede wählt gegen zwei Haarer den Mittelweg. Mittelfristiges Ziel muss es sein, die Mannschaft um zwei, drei Ligen nach oben zu bringen. Danny Paz, Trainer TSV Haar © Gerald Förtsch

Wer die Liste der besten Korbjäger in der Kreisliga B studiert, der stößt dort auf gleich drei Basketballer des TSV Haar unter den Top Vier: Ben Werkeck, Jan Paus und Max Wünderlich sind jeweils für durchschnittlich circa 20 Punkte gut. Allein diese Dominanz in der Statistik spiegelt sich nicht in der Tabelle wider, wo Haar aktuell auf dem vorletzten Platz liegt. Der Grund für diese Diskrepanz kann Trainer Danny Paz in nur einem Satz erläutern: „Ich hatte diese Saison bisher in keiner Partie alle Spieler dabei.“

Haar/Garching – Denn die Leistungsträger des TSV sind allesamt noch Jugendspieler und laufen für die U18 und U20 des Klubs auf, die beide in der Bezirksoberliga antreten. Und diese Mannschaften haben für die Haarer Talente Priorität, weshalb sie im Herren-Team nur sporadisch auflaufen. Im Duell beim VfR Garching II fehlte beispielsweise Ben Werneck, der im Spiel zuvor beim 66:78 gegen den Tabellenführer SVN München 39 Punkte erzielt hatte. Und dennoch reichte es im Landkreis-Derby zum zweiten Saisonsieg für den TSV, was vor allem an einem Korbjäger lag: Jan Paus versenkte beim 86:75-Erfolg sechs Dreier, verwandelte sieben von acht Freiwürfen und kam am Ende auf unglaubliche 47 Zähler.

Mit dieser Galavorstellung führte der 17-Jährige die Gäste zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg: Bereits nach dem ersten Viertel lag Haar mit 28:17 vorne; zur Pause hieß es dann schon 53:35. Zwar konnte der sieglose Tabellenletzte aus Garching im Schlussabschnitt den Rückstand noch mal verkürzen. Doch wirklich in Schlagdistanz kam das Team des Trainerduos Dennis Jäger und Aleksandr Kochergov nicht mehr – obschon in Yutong Kang, Hamza Kebede, Victor Stroph und David Castells-Graelis gleich vier VfR-Akteure zweistellig punkteten.

Doch gegen den überragenden Jan Paus und die anderen Haarer Youngster war das zu wenig. „Wenn wir komplett sind, dann sind wir das stärkste Team der Liga“, ist Danny Paz überzeugt. Das Problem beim TSV ist jedoch schon seit Jahren: Trotz einer exzellenten Nachwuchsarbeit krebst das Männer-Team in den untersten Spielklassen herum. Und dies wiederum sei für die ambitionierten Talente, wenn sie einmal der Jugend entwachsen sind, schlicht nicht attraktiv genug, weshalb viele den Verein verlassen würden, sagt der Coach. „Deshalb muss es das mittelfristige Ziel sein, die Mannschaft um zwei, drei Ligen nach oben zu bringen.“

Diese Saison scheint der Aufstiegszug für den TSV jedoch schon abgefahren. Wobei Danny Paz die Hoffnung noch nicht aufgeben will. „Die Top Drei sind für uns noch drin“, betont der Coach, der in Haar die Männer und das U20-Team sowie beim Nachbarklub TSV Vaterstetten zwei weitere Mannschaften betreut. Schließlich könnte es neben den beiden fixen Aufsteigern womöglich noch ein drittes Ticket nach oben geben, sagt der Coach. Und für diesen Fall wolle man gewappnet sein.(PATRIK STÄBLER)

VfR Garching II – TSV Haar 75:86 (35:53)

Garching II: Kang (19), Kebede (18), Stroph (17), Castells-Graelis (10), Paylan (7), Lu (4).

Haar: Paus (47), Wünderlich (14), Molter (11), Kranabetter (8), Moderegger (5), Güttler (1), Duca, Basel.

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