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In den USA lernte Teresa Baerens nicht nur die Schönheiten der Natur kennen, sondern auch echte Trainingshärte.

Schwimmen

Baerens feiert Comeback bei den Haien

TSV Hohenbrun-Riemerling: Teresa Baerens feiert Comeback bei den Haien.

Hohenbrunn-RiemerlingTeresa Baerens (25) zählt zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen des TSV Hohenbrunn-Riemerling. Sie gewann viele Medaillen bei nationalen Meisterschaften und bei den Jugend-Europameisterschaften die Goldmedaille mit der 4 x -100-Meter-Kraulstaffel. 2013 ging die Kraulspezialistin dann in die USA zum Studieren und setzte ihre Schwimmkarriere an der University of Nevada fort. Seit vergangenen September zieht sie ihre Bahnen wieder bei den Riemerlinger Haien.

Teresa Baerens begann ihre Karriere 2003 in Riemerling. Trotz der ganzen Erfolge, die sie feiern konnte, sind ihr vor allem auch die Trainingslager in Erinnerung geblieben. Sie erzählt: „Wir hatten als Team immer super viel Spaß und jedes Mal, wenn ich an die Trainingslager denke, muss ich wieder lachen. Wir haben uns alle sehr gut verstanden.“

Und weiter: „Es ist natürlich auch sehr schön, Erfolge feiern zu können und zu wissen, dass sich die ganze harte Arbeit im Wasser und an Land auszahlt.“ Und Teresa Baerens hat einige Erfolge vorzuweisen. Tesi, wie sie von allen genannt wird, erzählt: „Ein besonderer Moment war für mich, als ich mich für die Jugend-Europameisterschaften 2010 qualifiziert habe.“ In Helsinki konnte sie dann mit der 4 x -100-Meter Kraulstaffel die Goldmedaille gewinnen und startete zudem über 100 Meter Kraul und 200 Meter Lagen. Die 25-Jährige blickt zurück: „Ich bin sehr stolz darauf, dass ich es geschafft habe zu den besten Jugendlichen in Deutschland zu zählen.“

Neben ihren diversen Einzelerfolgen – sie wurde mehrfache Bayerische und Süddeutsche Meisterin und gewann Medaillen bei Deutschen Meisterschaften - konnte sie auch mehrere Staffelmedaillen mit den Riemerlinger Haien bei nationalen Titelkämpfen gewinnen und schaffte beim Deutschen Mannschaftsschwimmen den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Und daran erinnert sie sich gerne zurück: „Der Aufstieg war richtig cool! Wir waren alle so stolz und haben uns einfach so gefreut, dass wir es geschafft haben.“

Im Sommer 2013 entschied sich dann die Kraul- und Lagenschwimmerin dazu, ein Sportstipendium an der University of Nevada anzunehmen und ihre Karriere in  den USA fortzusetzen sowie dort Maschinenbau zu studieren. Sie zog nach Nevada, in die Nähe vom Lake Tahoe, und knüpfte dort an ihre Erfolge an: Unter anderem qualifizierte sie sich zwei Mal für NCAA – ein Universitätswettkampf, für den sich pro Strecke nur 30 bis 40 Schwimmer aus ganz Amerika qualifizieren. Über ihre Paradestrecke 200 Meter Kraul feierte sie diverse Siege und hält über die Strecke immer noch den Universitätsrekord. In Erinnerung ist ihr vor allem ihr erster Conference-Erfolg über 200 Meter Kraul geblieben: „Das war sehr wichtig für mich, weil es davor nicht so gut gelaufen ist. So ist es eben manchmal als Sportlerin, dass es nicht nur bergauf geht. Dann hat es mich umso mehr gefreut, dass es gleich in meinem ersten Jahr in Amerika dann doch so gut geklappt hat.“ Denn sie musste sich dort an einige Umstellungen gewöhnen: Sie trainierte unter einem neuen Trainer, in einem neuen Team und musste sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Baerens erzählt: „In den USA habe ich viel über Trainingsmoral gelernt und sein Bestes zu geben. Obwohl keiner mehr kann und alle von dem harten Training am Ende sind, kämpft sich jeder durch und das ist echt eine coole Trainingsatmosphäre.“

Außerdem wurde in den USA auch der Stundenplan an das Training angepasst, sodass sie keine Trainingseinheit verpassen musste und ihre neun Wassereinheiten sowie mehrere Einheiten am Land absolvieren konnte. Doch der größte Unterschied sei, wie sie findet, dass in den USA Schwimmen mehr ein Mannschaftssport ist. Das liege natürlich auch an dem Universitätssystem. Denn bei Uniwettkämpfe schwimmt man immer für das Team, jeder sammelt Punkte und am Ende gewinnt die Universität mit den meisten Punkten. „Es war für mich zwar auch immer wichtig gute Zeiten zu schwimmen. Aber letztendlich kommt es bei den Uniwettkämpfen immer nur darauf an, dass man gewinnt. Die Platzierung bestimmt, was man für eine Punktzahl bekommt“,erzählt Barens. Die meisten Wettkämpfe in den USA dauern nur rund zwei Stunden. Aber danach sei man sehr kaputt, da man in kurzer Zeit mehrere Strecken schwimmen musste.

2017 – nach vier Jahren – war ihre Zeit an der University of Nevada zu Ende und sie hing ihre Schwimmsachen erst mal an den Nagel. Die 25-Jährige hatte sich dazu entschlossen weitere zwei Jahre in Amerika zu bleiben und bekam ein Arbeitsvisum. Doch das Schwimmen konnte sie einfach nicht ganz sein lassen und sie hatte doch noch nicht damit abgeschlossen. Die Maschinenbauabsolventin erzählt: „Ich bin immer mal wieder ins Wasser gesprungen. Es gab Zeiten, da habe ich das häufiger gemacht und dann bin ich wieder weniger oft geschwommen.“

Vergangenen September kehrte sie dann aus den USA in ihren Heimatort Ottobrunn zurück und schwimmt mittlerweile wieder für die Riemerlinger Haie. Die 25-Jährige meint: „Ich habe hauptsächlich hier wieder angefangen, weil meine Schwester gemeint hatte, sie möchte nochmal DMS (Deutsches Mannschaftsschwimmen) für Riemerling schwimmen und dann habe ich gedacht: ‚Okay, dann probiere ich es auch’.“

Seit November trainiert sie wieder drei bis fünf Mal die Woche im Wasser und absolviert zwei bis drei Einheiten an Land. Sie sagt: „Der Trainingseinstieg hat super funktioniert und ich bin wieder richtig schnell reingekommen. Der Körper vergisst scheinbar doch nicht, wie man schwimmt.“ So schwamm sie bei DMS wieder nah an ihre Bestzeiten heran und war die fleißigste Punktesammlerin der Riemerlinger Haie. Die Kraulspezialistin erklärt: „Dann habe ich mir gedacht, so lange es so gut läuft, kann ich ja weitermachen. Ich habe zum Beispiel richtig Lust darauf, Deutsche Kurzbahnmeisterschaften zu schwimmen.“

Doch das Wichtigste sei ihr, dass sie weiterhin viel Spaß beim Schwimmen habe. Und eine Sache hätte sich mittlerweile auch geändert: ihre Lieblingsstrecke. „Obwohl ich meine meisten Erfolge über 200 Meter Kraul gefeiert habe, bin ich am liebsten immer die 200 Meter Lagen geschwommen. Aber jetzt schwimme ich lieber die 100 Meter Kraul, weil die Strecke ist einfach ein Tick kürzer und ich trainiere ja nicht mehr so viel wie früher“, so die 25-Jährige.

Mittlerweile hält sich Teresa Barens auch noch anderweitig fit, so geht sie beispielsweise gerne Wandern oder Surfen. Doch diese Hobbys muss sie aufgrund der Coronavirus-Pandemie zurzeit bekanntlich erst mal auf Eis legen. Zum Glück ist die 25-Jährige auch musikalisch sehr begabt und Musik kann man schließlich auch sehr gut zu Hause machen.

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