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Der TSV Hohenbrunn bietet neben Leistungssport auch zahlreiche Schwimmkurse für Kinder an. 

Riemerlinger Haien droht das Aus

Die Schwimmabteilung des TSV Hohenbrunn-Riemerling steht vor einer ungewissen Zukunft: Aktuell ist unklar, ob das Hallenbad in Riemerling in absehbarer Zeit – in Anlehnung an das Corona-Infektionsschutzgesetz – öffnen darf oder ob es vorerst nicht mehr aufmachen wird. Derzeit wird in Hohenbrunn zwar ein neues Hallenbad gebaut, das voraussichtlich allerdings erst im September 2022 fertig sein wird. Eine dauerhafte Badschließung würde das Überleben des Schwimmverein sehr infrage stellen.

Hphenbrun– Abteilungsleiter Steffen Lenz fand klare Worte für das mögliche Szenario: „Sollte das Bad nicht wiedereröffnen, ist das eine Katastrophe für die knapp 1000 Mitglieder der Schwimmabteilung des TSV Hohenbrunn-Riemerling.“

Auch Cheftrainer Pierre Martin zeigte sich über die aktuelle Situation alles andere als glücklich: „Wir befürchten leider, dass das alte Hallenbad gar nicht mehr aufmachen könnte, um Kosten zu sparen. Doch dies würde das Auflösen der Schwimmabteilung bedeuten.“

Dafür gebe es laut dem 32-Jährigen gleich mehrere Gründe. Zum einen habe der Schwimmverein ohnehin in den letzten zwölf Monaten rund 300 Mitglieder verloren – weitere werden wohl folgen. Sollte das Bad langfristig geschlossen bleiben, würden zudem auch die meisten Trainerinnen und Trainer wegfallen. „Und es stellt sich dann die Frage, ob sich die ganze zum größten Teil ehrenamtliche Arbeit überhaupt noch rentiert, wenn nicht mal abzusehen ist, wann und ob das Schwimmbad wieder aufmachen wird“, erklärte Martin.

Sollten die Trainer, die Abteilungsleitung und die meisten Mitglieder wegfallen, müsste der Schwimmverein 2022 „komplett von null“ anfangen, da sind sich Lenz und Martin einig.

Die Gemeinde Hohenbrunn finanziert das Hallenbad durch das Schulschwimmen, welches coronabedingt jedoch bis auf Weiteres wegfällt. Die Abteilungsleitung des Schwimmvereins hat deswegen einen Antrag an die Gemeinde gestellt und sich bereit erklärt, die Kosten vom Schulschwimmen zu übernehmen, sodass das Bad- – sobald die Inzidenzen es erlauben – wieder für die Mitglieder öffnen kann. Martin sagte: „Normalerweise zahlen wir keine Miete, dafür sind wir auch sehr dankbar.“

Denn die Riemerlinger Haie bieten allen Bürgerinnen und Bürgern aus Hohenbrunn und den naheliegenden Gemeinden ein breites Angebot an: Sämtliche Kurse vom Babyschwimmen bis hin zur Seniorengymnastik sowie Schwimmen für Menschen mit Handicap.

Steffen Lenz: „Mehr als 100 aktive Seniorinnen und Senioren nutzen wöchentlich das Aqua-Angebot der Riemerlinger Haie und über 450 Kinder und Jugendliche gehen mehrmals die Woche ins Schwimmtraining.“ Zudem lernten vor der Corona-Pandemie rund 350 Anfängerinnen und Anfänger Schwimmen beim TSV. „Für uns ist vor allem das Schwimmen Lernen ein lebenswichtiger und gesellschaftlich relevanter Auftrag“, so der Abteilungsleiter.

Auch der Leistungssport ist eine wichtige Sparte der Schwimmabteilung. Die Leistungsschwimmer/innen der Riemerlinger Haie zählen seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Athlet/innen in Bayern, erzielten bereits diverse nationale Erfolge und sind derzeit auch in der Bundesliga vertreten.

„Wir hoffen nun inständig, dass die Gemeinde sich für den weiteren Betrieb des Bades entscheidet und wir in Abhängigkeit von der Corona-Pandemielage möglichst schnell wieder unseren Mitgliedern viele Schwimmkurse anbieten können“, sagte der Abteilungsleiter.

Am morgigen Donnerstag entscheidet der Hohenbrunner Gemeinderat über die Zukunft des Schwimmbads – und der Riemerlinger Haie.

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