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Eine Halle (fast) komplett in Gelb-schwarz: 300 Zuschauer sehen das Spiel der Ismaninger Handballer, die hier den Gästespieler Timo Kreusch am Wurf hindern. 

Matchwinner Luca Baierlein

Ismaninger Handballer haben mit Würm-Mitte mehr Mühe als ihnen lieb ist

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Dreißig Sekunden vor Schluss feuert Florian Brunner den Handball aus dem Rückraum aufs Gehäuse des TSV Ismaning. Würde sein Wurf im Netz landen, wäre das der 31:31-Ausgleich für die HSG Würm-Mitte. Doch Isis-Torwart Daniel Hertel bekommt irgendwie sein Knie an den Ball, lenkt ihn an die Unterlatte, und von dort springt die Kugel vielleicht zwanzig Zentimeter vor die Linie, sodass es beim 31:30 für die Gastgeber bleibt.

Ismaning – Es ist dies nicht nur die spielentscheidende Szene einer Landesligapartie, die Ismaning letztlich mit 32:30 gewinnt. Sondern sie steht auch ein Stück weit symptomatisch für einen „glücklichen Sieg“, wie Trainer Christoph Ilg hinterher einräumt. „Wir waren der Favorit, und ich habe mir das ehrlich gesagt etwas leichter vorgestellt. Doch leider haben einige meiner Leistungsträger nur mit neunzig Prozent gespielt.“ Und so muss einer in die Bresche springen, der an diesem Tag sein Debüt im Isis-Trikot gibt: Lucas Baierlein (siehe Interview rechts) erzielt fünf Tore in der Schlussviertelstunde und rettet seinem Team dadurch den Sieg.

Dabei sieht es anfangs so aus, als sollten die Isis mit dem Selbstvertrauen von zuletzt drei Siegen die Gäste aus Gräfelfing locker in Schach halten: Vor rund 300 Zuschauern und bei prächtiger Stimmung in der Realschulhalle zieht der TSV auf 10:6 davon. Danach aber bringen sich die Hausherren – nicht zum ersten mal in dieser Saison – durch eine Serie von leichten Fehlern komplett aus dem Rhythmus. Fast im Minutentakt schlägt der Ball nun im Ismaninger Kasten ein, ehe es beim Stand von 16:19 in die Kabine geht.

Dort sei er „etwas lauter“ geworden, berichtet Coach Ilg, da ihn vor allem die Deckungsarbeit seiner Spieler erzürnt habe. Sie wird zu Beginn des zweiten Durchgangs zumindest etwas besser – und dennoch laufen die Isis bis zur 55. Minute einem Rückstand hinterher. Erst dann gelingt Lucas Baierlein mit seinem vierten Tor binnen zehn Minuten das 30:29. Nach einem weiteren Treffer droht der Ex-Garchinger dann aber zum tragischen Helden zu werden, als er 70 Sekunden vor Schluss beim Stand von 31:30 einen Siebenmeter vergibt. 


Lesen Sie auch:  Lucas Baierlein: „Der verworfene Siebenmeter ärgert mich noch immer“

Doch weil Keeper Daniel Hertel den letzten Wurf der Gäste entschärft, und Markus Neubauer kurz darauf mit dem 32:30 den Deckel draufmacht, zieht der TSV doch noch den Kopf aus der Schlinge. Nun geht‘s für die Isis am Samstag zum Spitzenspiel nach Allach. Bei einem weiteren Sieg würden sie als Tabellendritter überwintern.

TSV Ismaning – TSV Haunstetten 32:30 (16:19)

Ismaning: Hertel, F. Deimel – Mannel (6), Baierlein (6/2), Neubauer (4), Nickel (3), Lang (3), Elsinger (3), F. Stoiber (3/1), Zobel (2), Mansaré (1), Simon (1/1), Herrmann, Lattner.

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