1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis München

Ilg kritisiert den Modus in der Bayernliga

Erstellt:

Von: Patrik Stäbler

Kommentare

„Wir haben das Zeug, in der Bayernliga zu bestehen.“: Christoph Ilg wird nach der Saison seinen Posten als Trainer definitiv aufgeben.
„Wir haben das Zeug, in der Bayernliga zu bestehen.“: Christoph Ilg wird nach der Saison seinen Posten als Trainer definitiv aufgeben. © Stäbler

Die Handballer des TSV Ismaning sind seit einem Monat in der Vorbereitung, und doch hat sich Coach Christoph Ilg bisher im Hintergrund gehalten. Denn für die Lauf- und Ausdauereinheiten – mithin das, was bei vielen Sportlern nicht allzu hoch im Kurs steht – ist bei den Isar Devils Athletiktrainerin Victoria Wenz zuständig. Es sei dies ein Tipp, den er von seinem Vorgänger Rudi Heiss erhalten habe, sagt Ilg und lacht. „Wenn du selbst das Konditionstraining nicht machst, dann sind die Jungs danach auch nicht sauer auf dich.“

Ismaning – Wobei die Stimmung in Ismaning trotz der schweißtreibenden Vorbereitung blendend ist. Schließlich herrscht beim Aufsteiger allseits Vorfreude auf die erste Bayernligasaison des TSV seit vier Jahren, die am 17. September beginnt. Laut dem vorläufigen Spielplan startet der Neuling daheim gegen den TSV Friedberg – einer von sieben Klubs, die mit Ismaning in der Süd-Gruppe der erneut zweigeteilten Spielklasse antreten.

Nach der Vorrunde qualifizieren sich die vier besten Teams beider Staffeln für die Playoffs, in denen dann abermals Jeder gegen Jeden spielt. Schließlich werden die bis dahin geholten Punkte – anders als in der Vorsaison – nicht mitgenommen. Analog dazu geht es für die acht Klubs der unteren beiden Tabellenhälften in den Playdowns gegen den Abstieg. „Ich verstehe nicht, wieso man sich für diesen Modus entschieden hat“, kritisiert Ilg. „Man hat fast genauso viele Spiele wie bei einer normalen Runde. Und jetzt kämpfen die Jungs in der Vorrunde um Punkte, bevor sie danach wieder bei Null anfangen. Das hat doch keinen Sinn!“ Zudem gibt der Coach mit Blick auf 28 Spieltage zu bedenken: „Wir haben kaum Spielraum, wenn es zu Verlegungen wegen Corona kommt.“

Dass sein TSV nebst dem Mitaufsteiger Allach, Friedberg, Haunstetten, HT München, Anzing, Landshut und Absteiger Günzburg in die Süd-Gruppe eingeteilt wurde, nennt der Trainer „Fluch und Segen zugleich“. Einerseits sei diese Liga „tendenziell schwächer besetzt als der Norden“, urteilt Ilg. „Andererseits wird uns da niemand unterschätzen, weil sich alle gegenseitig so gut kennen.“

Unabhängig von Ligastruktur und Modus ist das Saisonziel der Isar Devils, das der Coach wie folgt umreißt: „Als Aufsteiger und mit unseren Mitteln geht es für uns nur darum, am Ende zumindest einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz zu liegen.“ Wobei der Trainer zugleich betont, dass sein Team durch die fünf Neuzugänge „noch mal einen Schritt nach vorne gemacht hat“ (siehe Kasten). Entsprechend gibt er sich überzeugt: „Wir haben einen Kader, der das Zeug dazu hat, in der Bayernliga zu bestehen.“

So schwierig dieses Unterfangen für den Aufsteiger wird – mindestens ebenso knifflig ist eine Aufgabe, vor der die Abteilungsleitung des TSV in dieser Saison steht. Sie muss nämlich eine Nachfolgelösung für Christoph Ilg und seine Assistenten Florian Nortz und Michael Haeffner finden. Ursprünglich wollte der Chefcoach sein Amt schon im Juni abgeben. Doch weil der Klub keinen Nachfolger fand, erklärte sich Ilg dann doch dazu bereit, noch eine Saison dranzuhängen. Danach jedoch, das betont er nun, „mache ich auf alle Fälle eine Pause“. (PATRIK STÄBLER)

Auch interessant

Kommentare