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Jubel beim Africa Cup: Mannschaftsselfie der guineischen Nationalspieler; Victor Mansaré freut sich mittendrin.

Spieler des TSV Ismaning fällt im Nationalteam Guineas nicht nur mit deutscher Pünktlichkeit auf

Victor Mansaré - als Hobby-Handballer zum Africa Cup

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Zumindest die Musik ist die gleiche, die zu diesem Anlass immer aus den Kopfhörern von Victor Mansaré schallt. „Ich habe mir beim Aufwärmen die Playlist auf die Ohren geballert, die ich auch vor den Spielen mit Ismaning höre“, erzählt der 31-jährige Handballer. Ansonsten aber ist an diesem Freitag nichts wie sonst: Statt des TSV-Trikots trägt er ein rot-gelbes Hemd mit dem Schriftzug „Guinée“; statt durch die Realschulhalle trabt er durch die Indoor Sports Hall im tunesischen Hammamet; und statt gegen einen Landesligisten wie Simbach oder Ottobeuren treten Mansaré und sein Team gegen die Nationalmannschaft von Ägypten an, den Weltranglisten-14.

Ismaning– Und mittendrin ist ein „ambitionierter Hobby-Handballer“, wie sich der Ismaninger selbst nennt – kurz vor seinem ersten offiziellen Länderspiel für Guinea. Und das nicht in irgendeiner Freundschaftspartie, sondern beim Africa Cup, dem Pendant zur Europameisterschaft, die nahezu zeitgleich über die Bühne geht. „Im Spiel habe ich versucht, das alles auszublenden“, sagt Mansaré. „Aber als ich dann das erste Mal auf der Platte stand, war das ein unglaubliches Gefühl.“

Zumal der gebürtige Coburger, der seit 2011 in München lebt, nie damit gerechnet hatte, dass er einmal für das Land auflaufen würde, aus dem sein Großvater stammt. Aus einer fixen Idee heraus hatte er 2016 eine Nachricht an die Facebook-Seite des guineischen Nationalteams geschrieben und sich angeboten. In der Folge kam er in Kontakt mit dem Trainer, absolvierte drei Testspiele in Frankreich und Deutschland und erfuhr Ende Dezember, dass er im erweiterten Kader für den Africa Cup steht.

Ergebnismeldung: Victor Mansaré erzielt gegen Kenia fünf Tore und ist auf der offiziellen Facebook-Seite des Turniers abgebildet.

Und dennoch rechnete er sich kaum Chancen aus, bis der Verband ihm Anfang Januar mitteilte, dass er dabei ist – und in zwei Tagen nach Guinea fliegt. „Ich bin ins kalte Wasser gehüpft“, sagt Mansaré, für den es die erste Reise in das westafrikanische Land war. Dort habe er „einen echten Kulturschock“ erfahren, sagt er. „Da waren so viele Menschen, so viel Lärm und so viele neue Gerüche.“ Überdies konnte sich der Ismaninger auch mit seinen Teamkollegen nur bedingt unterhalten. „Mit meinem Schulfranzösisch war das eher holprig“, sagt Mansaré. „Zum Glück gab es zwei, drei Spieler, die gut Englisch gesprochen haben.“

Nach drei Tagen mit Trainingseinheiten, Besprechungen und Videoanalysen reiste das Team Guinea nach Tunesien, wo es mit vielen anderen Nationalmannschaften in einem Hotel untergebracht war. „Ich habe mich da mit etlichen Spielern unterhalten können“, erzählt Mansaré. „Es gab sogar einen Kongolesen, der früher mal in Gummersbach gespielt hatte.“ Sportlich bekam es Guinea zum Auftakt mit Ägypten zu tun, dem späteren Turniersieger. Am Ende setzte es die erwartete 22:39-Klatsche, bei der Mansaré in der Schlussviertelstunde auf dem Feld stand. „Da habe ich vom Niveau her schnell gemerkt, dass Ägypten eine andere Hausnummer als die Landesliga ist“, erzählt er. Und dennoch: „Dieses erste Länderspiel werde ich nie vergessen.“

Im weiteren Turnierverlauf lief es besser für Guinea – und für Mansaré: Beim Sieg gegen Kenia stand er fast das komplette Spiel auf der Platte und erzielte fünf Tore; in den übrigen Partien kam er zu weiteren Kurzeinsätzen. Am Ende belegte Guinea einen respektablen zehnten Platz – und dennoch seien es nicht nur die sportlichen Eindrücke, sondern vor allem auch jene vom Drumherum, die er nach den zehn Tagen in Tunesien mit nach Hause genommen habe, sagt der 31-Jährige.„Es war für mich eine Riesenehre, bei so einem Turnier dabei zu sein. Und ich habe so viele Eindrücke gesammelt, dass es wahrscheinlich eine Zeitlang dauern wird, bis ich das alles verarbeitet habe.“

Wobei sowohl die Zuschauerzahl als auch die Stimmung in der Halle in Hammamet nicht mit den Heimspielen in Ismaning habe mithalten können, sagt Mansaré. „Und die ganze Organisation hatte nichts mit dem zu tun, wie man es aus Deutschland kennt.“ So habe er „gefühlte drei Tage“ nur mit Warten verbracht. „Wenn es einen Treffpunkt gab, war ich immer schon fünf Minuten vorher da – da bin ich noch deutscher als deutsch.“ Und so gab es am Ende des Turniers, als die guineischen Nationalspieler anhand eines Strafenkatalogs in die Mannschaftskasse einzahlen mussten, nur einen einzigen, der seinen Geldbeutel nicht zücken brauchte: Victor Mansaré vom TSV Ismaning.

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