Tropics gelingt  echter Überraschungscoup

  • vonHarald Hettich
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Sieg beim haushohen Favoriten Koblenz: Tropics gelingt  echter Überraschungscoup

OberhachingUderzo und Goscinny hätten wohl schelmisch feixend mitgejubelt im Mannschaftsbus der Oberhachinger Basketballer am Sonntag bei der Heimfahrt vom bärenstarken Überraschungscoup in der alten Römerstadt Koblenz. Das veritable Schelmenstück des krassen Außenseiters beim haushohen, finanzgewaltigen und der Ersten Liga entgegenstrebenden Favoriten hätte den beiden Schöpfern der weltbekannten Comic-Reihe „Asterix“ sicher gefallen. Hoch verdient mit 90:82 (49:44) siegte ein berauscht aufspielendes Tropics-Team beim erklärten Liga-Primus EPG Baskets Koblenz. Zumindest an diesem denkwürdigen Basketball-Abend am Zusammenfluss von Rhein und Mosel ritt der krasse Außenseiter beherzt auf der Erfolgswelle und ließ alle monetär bedingten Klassenunterschiede vergessen. Ein Festtag für den Sport.

Das pure Stenogramm des wechselvollen Spiels zweier so unterschiedlicher Teams gibt das wahre Spannungsmoment kaum wieder. Zunächst schienen all jene recht zu behalten, die den Underdogs vom Kyberg gegen den Liga-Topfavoriten wenig bis keine Chancen einräumten. Nach beiderseits nervöser Auftaktphase setzte sich Koblenz vor allem durch die sprudelnde Spielbrillanz seines überragenden US-Forwards Butler schnell ab. Beim zwischenzeitlichen 19:9 spätestens dürfte mancher begeisterte und den Tropics zugeneigte Livestream-Beobachter beträchtlich ins Schwitzen und Zweifeln geraten sein. Grundlos, wie sich herausstellen sollte. Denn das Team von Trainer Mario Matic schlug als Mannschaft zurück und machte den kühl-professionellen Anfangsvortrag der wohl besten, nur mit sportlichen Legionären bestückten Liga-Starting-Five mit Butler, Thompson, Marley, Mampuya und Wellian mit viel Herzblut-Korbjagd schnell vergessen .

Die erfolgreiche „Aufarbeitung“ dieses frühen zweistelligen Rückstandes war sinnbildlich für den weiteren Verlauf der Partie. Setzte Koblenz um seinen überragenden Power-Forward Butler (23 Punkte, 11 Rebounds) treffsichere Akzente, kreierten die Kybergriesen noch stärkere Antworten. Selten zuvor war Oberhaching derart schwer ausrechenbar wie am Sonntag in der Pfalz. Im treffsicheren Joris Ortega und abschlussstarken Bent Leuchten, dem erneut glänzend aufgelegten Distanzschützen Peter Zeis und dem gewitzt agierenden Schröder hatten die Oberhachinger nicht nur Top-Scorer. Mit dem unter den Körben omnipräsenten Double-Double-Trouble-Maker Bernhard Benke, dem aufopferungsvoll kämpfenden Youngster Philipp Bode, dem omnipräsenten Kapitän Janosch Kögler und den beiden engagierten Jokern Torsten Walter und Sebastian Rauch war die Mixtur des Underdog-Erfolgs perfect abgestimmt. Die Vorentscheidung zugunsten der Gäste sollte ausgerechnet in einem Spielabschnitt fallen, der sich zuletzt als Achillesverse der Oberbayern erwiesen hatte: Im dritten Viertel gelang es hartnäckigen Bajuwaren, sich abzusetzen. Der herausragende Ortega und ein finaler Dreier des coolen Zeis kreierten die Führung für den TSV beim 65:76 kurz vor dem Schlussabschnitt erstmals zweistellig. Der Vorsprung geriet durch eine Solo-Korbserie von Wellian zum 78:80 zwar noch einmal in Gefahr. Aber das A-Team aus Oberhaching hatte erneut die besseren Antworten. Am Ende siegte eine Mannschaft, die Corona zum Trotz und völlig zu Recht nach dem Abpfiff inbrünstig jubelte. Trainer Mario Matic war schlicht „verzückt“ von der Leistung seines Teams. 

TSV Oberhaching: Ortega (20 Punkte / 3 Rebounds / 2 Assists), Leuchten ( 19/5/1), Zeis (14/3/1), Schröder (13/3/1), Benke (9/13/3), Kögler (8/7/7), Bode (5/3/-), Walter (2/-/-), Rauch (-/1/2).

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