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TSV scheidet sang- und klanglos aus

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Von: Umberto Savignano

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Chancenlos und enttäuscht: Philipp Schumann und die Hachinger Löwen konnten der SVG Lüneburg in keiner Phase des Spiels ernsthaft Paroli bieten.
Chancenlos und enttäuscht: Philipp Schumann und die Hachinger Löwen konnten der SVG Lüneburg in keiner Phase des Spiels ernsthaft Paroli bieten. © Robert Brouczek

Unterhaching – Nach dem 0:3 (20:25, 18:25, 13:25) gegen die SVG Lüneburg hatte Bogdan Tanase offenbar sofort Redebedarf, denn der Trainer verschwand umgehend mit seinen Volleyballern vom TSV Haching München in der Kabine. Ob er seiner Mannschaft eine Standpauke hielt oder versuchte, sie für das ja schon morgen anstehende Gastspiel in Herrsching aufzubauen, war nicht herauszufinden. Eine kurze Besprechung“ sei es gewesen, verriet TSV-Kapitän Jonas Sagstetter lediglich. Dass die ungewohnte Dringlichkeit des Gesprächs dem allzu deutlichen Aus im Pokal-Viertelfinale geschuldet war, lag aber nahe.

Die Hachinger hatten sich eben eine spannende Abwechslung zu den ständigen, klaren Bundesliganiederlagen erhofft, zumal nach dem Achtelfinal-Erfolg über einen guten Zweitligisten: „Der Pokal ist was anderes als die Liga, da haben wir Kriftel geschlagen. Wir hatten uns schon was ausgerechnet, aber es lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten“, gab Sagstetter zu. Insgeheim hatte man womöglich auch mit etwas müden Gästen gerechnet, die ja eine strapaziöse Woche und eine 720 Kilometer lange Anfahrt hinter sich hatten. Doch so etwas kann einen Lüneburger offenbar nicht erschüttern: Sogar zehn Schlachtenbummler waren aus Niedersachsen bis vor die Tore Münchens gereist, drei davon spazierten nach dem Spiel zum S-Bahnhof Unterhaching, um die Rückkehr mit dem Zug anzutreten. Und die SVG-Anhänger führten ein Transparent mit sich, das den Auftritt ihrer Mannschaft im Grunde schon vorweg nahm: „Lüneblock, we’re on fire!“

Der Bundesliga-Fünfte ist von Beginn an überlegen

Tatsächlich stellte der Bundesliga-Fünfte von Beginn an klar, dass es hier keine Pokalsensation geben würde. Beim 6:11 im ersten Satz sah sich Tanase schon zur ersten taktischen Auszeit gezwungen. Danach kämpften sich seine Schützlinge auf 11:13 heran, doch der Favorit zog wieder weg, und der TSV-Coach nahm beim 12:17 das zweite Time Out.

Dazu ersetzte er das Zuspieler-Diagonalangreifer-Duo Eric Paduretu und Philipp Schumann durch Benedikt Sagstetter und Juro Petrusic. Der Effekt: drei Punkte am Stück zum 15:17, doch am Ende war mit dem 20:25 der alte Abstand wieder hergestellt.

Und Lüneburgs Dominanz wurde immer deutlicher: 9:19 hieß es im zweiten Satz, als die Hachinger sich doch noch zu wehren begannen und mit dem 18:25 zumindest Ergebniskosmetik betrieben.

TSV-Sportdirektor Mihai Paduretu wunderte sich nicht über die hoch motivierten und konzentrierten Gäste: „Sie wissen auch: Wenn sie in der nächsten Runde nicht gerade Berlin als Gegner bekommen, dann haben sie eine gute Chance aufs Finale.“

Entsprechend konsequent zogen die Gäste ihre Linie bis zum ersten Matchball, der per Ass das 13:25 bescherte, durch. „Wir waren tatsächlich noch fokussierter als in der Liga“, freute sich SVG-Zuspieler Hannes Gerken, während Hachings erfahrener Angreifer Philipp Schumann eigene Schwächen beklagte: „Lüneburg hat es solide runtergespielt. Aber wir haben es ihnen auch einfach gemacht, mit vielen Fehlern. Wir wissen alle, dass wir deutlich besser spielen können. Das ist ärgerlich, denn in einem Viertelfinale will man nicht so sang- und klanglos untergehen.“

TSV Haching München: Paduretu, J. Sagstetter, Heckel, Schumann, Rupprecht, Rösler, Graven (L); B. Sagstetter, Petrusic, Topuzliev

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