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Die Hachinger haben sich stets mit Macht allen Mannschaften gegenübergestellt, freilich ohne Erfolg. Eine positive Überraschung war dabei der 18-jährige Fabian Suck (r.). 

Auch das Finale wird wohl eine Lehrstunde

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Die Volleyballer des TSV Unterhaching empfangen an diesem Samstag (16 Uhr) die SWD Powervolleys Düren zum letzten Saisonspiel in der Bayernwerk Sportarena.

Unterhaching – Mit einem Sieg könnten die Hachinger theoretisch die Rote Laterne auf den letzten Drücker noch an den VCO Berlin, der die Spielzeit schon beendet hat, abgeben. Doch Trainer Patrick Steuerwald macht sich keine Illusionen: „Düren ist ein Spitzenteam der Liga. Wir können nur wieder Erfahrungen sammeln und lernen. Viel holen werden wir wohl nicht.“ Tatsächlich präsentieren sich die Westdeutschen in dieser Saison als absolute Top-Truppe: Sie liegen nach sechs 3:0-Siegen in Folge auf Rang zwei. Um diese Ausgangsposition für die Play Offs vor Serienmeister Berlin Recycling Volleys zu behaupten, würde ihnen am Samstag sogar eine 2:3-Niederlage reichen.

Steuerwald bringt dem Gegner höchsten Respekt entgegen: „Ich finde, sie haben einen sehr guten Mix aus jungen und alten Spielern mit einem sehr guten Team-Klima und sie kämpfen um jeden Ball. Jeder reißt sich für den anderen den Hintern auf. Deshalb ist es nicht so überraschend, dass sie vorne mitspielen.“ Gerade bei den Männern vom Nordrand der Eifel sei es zudem zweitrangig, ob die beste Formation auf dem Feld steht: „Wer beim Gegner spielt, das ist eine Frage, die uns jedes Mal beschäftigt. Bei Düren ist es letzten Endes wurscht, denn es ist ein sehr ausgeglichenes Team.“

Die schwere Aufgabe ist auch eine schöne Bewährungsprobe für die Teenager im Team, die zuletzt durchaus überzeugten. Der 16-jährige Libero Leonard Graven spielt ohnehin eine bemerkenswerte Saison (siehe dazu im überregionalen Sportteil dieser Ausgabe), auch der 18-jährige Fabian Suck stand meist in der Startaufstellung, wurde schon dreimal als MVP ausgezeichnet, zuletzt vor einer Woche beim Derby in Herrsching. „Fabian hat sich in der Ersten Liga gut eingefunden. Er weiß aber auch, wo ihm seine Grenzen noch aufgezeigt werden“, urteilt Steuerwald über den Mittelblocker. Zuletzt drängte sich auch der 17 Jahre junge Diagonalangreifer Juro Petrusic, meist als Joker, zunehmend in den Vordergrund. „Juro hat die Spielzeit, die er bekommen hat, gut genutzt, sich zu einer echten Alternative entwickelt, weiß aber ebenfalls, dass er noch an vielen Sachen arbeiten muss. Er arbeitet gut im Training und dann ist es normal, dass sich das auf dem Spielfeld auswirkt.“

Doch Talent und Fleiß reichen eben noch nicht, um Teams wie Düren das Wasser zu reichen. „Eigentlich kann ich für alle jungen Spieler sagen: Wir wissen, wie man in der Ersten Liga spielen muss. Uns fehlt aber die Konstanz und das ist bei jungen Spielern ganz normal. Du brauchst ein, zwei erfahrene Leute, die in entscheidenden Momenten die Verantwortung übernehmen.“

Kapitän Roy Friedrich wäre mit seinen 33 Jahren so einer, doch er ist beruflich zu stark eingespannt, um diese Rolle für Profiverhältnisse optimal auszufüllen. Und Leute vom Schlag des Dürener Top-Angreifers Sebastian Gevert sind für den TSV eben kein Thema, so Steuerwald: „Dazu fehlt uns das Geld.“

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