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Max Siebald  und die Drittlkiga-Volleyballerinnen des TSV Unterhaching beschreiten neue Wege.

Mit kreativen Ideen in die Zukunft

  • vonChristian Amberg
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Unterhachings Drittliga-Volleyballerinnen setzen wegen steigender Kosten auf Crowfunding.

Unterhaching – Ob und vielleicht wann es überhaupt weitergeht in den Amateur-Sportligen, ist noch völlig offen. Die Volleyballerinnen des TSV Unterhaching standen zum letzten Mal Anfang November 2020 in der Halle, dann kam die Zwangspause nach nur drei Saisonspielen in der Dritten Liga. Für die Zukunft planen die TSVlerinnen jetzt aber trotzdem schon. Denn sie sehen in der Dritten Liga ihre Zukunft und wollen auch die Strukturen im Verein und im Unterbau der ersten Mannschaft verbessern. Sportlich sind sie da auf dem besten Weg. Mit einem Crowdfunding gehen sie jetzt in Eigeninitiative auch das Thema Finanzen offensiv an.

Seit dem 4. und noch bis zum 18. Januar werben die Volleyballerinnen um Unterstützung auf einer Plattform, die Toyota ins Leben gerufen hat. Der Autokonzern packt pro eingegangener Spende über zehn Euro sogar noch einen Betrag oben drauf. 3333 Euro will die Mannschaft einsammeln, mit 3280 Euro lag sie gestern schon erfolgreich auf der Zielgeraden. Für Lizenzgebühren an den Verband, Ausrüstung und auch für die Fahrtkosten soll das Geld verwendet werden. In der Dritten Liga reisen die Hachingerinnen unter anderem bis nach Ansbach, Dresden oder Erfurt und bezahlen dies aus eigener Tasche. Dazu kommen Kosten für den Live-Stream, der die Spiele im Internet überträgt. Keine Verpflichtung, aber etwas, das gut angenommen wird. Gerade in Corona-Zeiten, in denen Zuschauer nicht in die Halle dürfen und auch dieser kleine Teil der Einnahmen wegfällt. „Wir haben noch keine konkreten Geldsorgen, aber wir wollen auch finanziell das festigen, was wir uns sportlich aufgebaut haben“, sagt Trainer Max Siebold. Die steile Entwicklung der Mannschaft fand 2019 ihren Höhepunkt mit dem Aufstieg in die Dritte Liga, dem größten Erfolg einer Volleyball-Damenmannschaft in der TSV-Historie. Auf Platz zwei liegend beendete der Aufsteiger durch den Saisonabbruch im März 2020 seine Premieren-Spielzeit. Als es im Oktober endlich mit der neuen Saison weiterging, setzte sich auch der sportliche Höhenflug der „Hachinger Hasen“ fort: Drei Spiele, drei Siege, Platz eins. Dann kam die nächste Corona-Notbremse, Lockdown Teil zwei, der Sport erneut in der Zwangspause.

Das bedeutet seit Monaten kein Training, keine Spiele, aber viel Zeit für kreative Ideen in Richtung Zukunft. „Wir wollen uns sowohl sportlich als auch im Umfeld weiterentwickeln und brauchen dafür Unterstützung“, schreiben die Volleyballerinnen auf der eingerichteten Crowdfunding-Seite, „durch Corona ist aktuell vieles ungewiss, aber wir wollen nicht einfach abwarten, sondern unsere Geschichte fortschreiben.“ Es gehe also auch jetzt schon um die Zukunft, betont Cheftrainer Siebold, „die Liga wird immer teurer, die Fahrtkosten sind in der Dritten Liga hoch, auch das Thema Sponsoren ist schwieriger geworden. Also haben wir beschlossen, dass wir auf diese Art mal versuchen, selber was zu tun.“

Bis 18. Januar läuft die Aktion noch, nach der anfänglichen Skepsis war Siebold schon vor dem Wochenende „optimistisch, dass wir es schaffen.“ Inzwischen scheint klar, dass der Crowdfunding-Versuch erfolgreich war. Nur wenn die 3333 Euro auch tatsächlich erreicht werden, kommt das Geld und auch der Zuschuss von Toyota zur Auszahlung. Für alle Spender bzw. Unterstützer des Projekts gibt es natürlich auch einen Gegenwert. Die Bandbreite reicht von einer Dankespostkarte für zehn Euro, einem Lied in der Team-Playlist für 30 Euro bis zum Spieltagssponsoring für 250 Euro.

www.toyota-crowd.de/hachingerhasen

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