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DFB-Pokal: Viertelfinale abgesagt! Corona-Fälle bei Überraschungs-Team verhindern historisches Spiel

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Mit jungen Spielern wie Eric Paduretu (vorne) tritt der TSV Unterhaching in der 1. Bundesliga an.

Volleyball

Eine Nachricht wie ein Schmetterball

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Diese Nachricht dürfte bei den Volleyball-Fans einschlagen wie ein perfekter Schmetterball: Der TSV Unterhaching, der nach dem Alpenvolleys-Rückzug eigentlich in der Zweitklassigkeit weiterspielen wollte, tritt künftig nun doch im Oberhaus an. Und zwar ohne Kooperationspartner.

UnterhachingDiese Nachricht dürfte bei den Volleyball-Fans einschlagen wie ein perfekter Schmetterball: Der TSV Unterhaching, der nach dem Alpenvolleys-Rückzug eigentlich in der Zweitklassigkeit weiterspielen wollte, tritt künftig nun doch im Oberhaus an. Und zwar ohne Kooperationspartner.

Vor drei Monaten hatte Hannes Kronthaler, Manager der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching, den Rückzug aus der Volleyball-Bundesliga (VBL) verkündet. Das bedeutete nach drei sportlich durchaus erfolgreichen Jahren das Aus für jenes neuartige grenzüberschreitende Projekt aus Unterhaching und Innsbruck.

Mit dieser Entscheidung schien die Erstliga-Zugehörigkeit der Hachinger auf absehbare Zeit beendet, denn den Großteil der finanziellen Basis für die Eliteklasse hatte der Tiroler Bauunternehmer gelegt. Doch nun sorgen die Hachinger für eine überraschende Wende, wollen in Eigenregie Spitzenvolleyball in der Bayernwerk Sportarena bieten. „Eigentlich hatten wir mit der Ersten Liga erst mal abgeschlossen und uns auf eine anspruchsvolle, weitere Saison in der 2. Liga Süd vorbereitet“, so TSV-Geschäftsführer Mihai Paduretu, der Unterhachings Volleyballer als Trainer einst in die Bundesliga und zu vier deutschen Pokalsiegen sowie drei Meisterschaften geführt hatte. „Der Wunsch, irgendwann wieder in der Ersten Liga zu spielen, war aber weiterhin da. Wir haben dann Gespräche mit der VBL geführt, die nun dazu führen, dass wir mit einem jungen Team in der höchsten Liga antreten können.“

Der VBL-Vorstand hat den Antrag des TSV Unterhaching auf die nachträgliche Erteilung der Erstligalizenz für die Saison 2020/21 bereits einstimmig bewilligt. „Mit dem TSV Unterhaching kehrt ein traditionsreicher Standort in die Erste Liga zurück, der in der Vergangenheit einige Erfolge feiern konnte. Das Konzept der Hachinger, in der Corona-Zeit auf eine Mannschaft mit jungen deutschen Spielern zu bauen und auf teure ausländische Akteure zu verzichten, hat den Vorstand überzeugt, diese zusätzliche Lizenz zu vergeben“, sagt dazu VBL-Präsident Michael Evers. Schon vor den VBL-Verantwortlichen hatten alle anderen zehn Erstligisten einstimmig für die Aufnahme des TSV votiert. „Die einhellige Zustimmung aller Erstliga-Teams zeigt den Willen aller Beteiligten, die Ligastärke auch unter erschwerten Bedingungen auszubauen und die sportliche Konkurrenzsituation wieder zu vergrößern“, so Evers.

Möglich wurde die nachträgliche Lizenzvergabe durch eine Statutenänderung, wonach zur Saison 2020/21 freie Plätze im Oberhaus zur Abmilderung der Corona-Folgen an Lizenznehmer aus einer unteren Spielklasse vergeben werden können. Zuletzt hatte sich das Bundesliga-Teilnehmerfeld durch den Rückzug der Alpenvolleys sowie der Teams aus Rottenburg und Eltmann ja deutlich reduziert, zudem wollte kein Zweitligist aufsteigen.Wohl auch vor diesem Hintergrund hat der VBL-Vorstand beschlossen, dass es in der kommenden Saison keine sportlichen Absteiger geben wird. Das erhöht Paduretus Vorfreude auf die anstehende Spielzeit sicher zusätzlich, obwohl ganz offensichtlich kein neuer potenter Geldgeber hinter dem TSV zu stehen scheint.

Dementsprechend ist der Hachinger Erstliga-Ansatz zunächst ein ganz bescheidener: „Wir werden eine junge, leistungsorientierte Truppe sein, wie im Jahr 2000, als wir in die Erste Liga aufgestiegen sind. Unsere Zielsetzung ist, dass sich das Team entwickelt. Der Tabellenplatz ist da erst mal zweitrangig.“ In personeller Hinsicht ist über die neue Truppe noch nicht viel Konkretes bekannt. Klar ist aber, dass Paduretu auf Spieler aus der Region setzt: „Unser Kader soll möglichst 14 Jungs umfassen. Es werden Spieler dabei sein, die mit dem TSV Unterhaching 2018 Deutscher U20-Meister waren, aber auch welche aus unserem letztjährigen Zweitligakader. Dazu wird es ein paar neue, junge Gesichter geben.“

Einen prominenten Rückkehrer kann der TSV aber schon präsentieren: Der langjährige Hachinger Zuspieler und Ex-Nationalspieler Patrick „Nano“ Steuerwald wird dem Trainerteam um den bisherigen Zweitliga-Coach Stanislav Pochop angehören, wobei die genaue Arbeitsteilung noch nicht feststeht. Paduretu freut sich jedenfalls schon auf seinen ehemaligen Führungsspieler: „Nano war sechs Jahre lang meine rechte Hand auf dem Spielfeld und wohnt jetzt wieder in der Nähe. Ich bin froh, dass er uns helfen wird.“

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