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Immer wieder reißt Hachings MVP Jonas Sagstetter seine Mannschaft mit starken Aktionen mit.

Mit frischem Mut ins neue Jahr

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Mit einer 1:3-Niederlage beschließt der TSV Unterhaching das Volleyball-Jahr. Doch die Leistung gegen Bühl macht Hoffnung.

Unterhaching – Die kurze Weihnachtspause kam keinen Augenblick zu früh. Einen Tag vor Heilig Abend mussten die überwiegend sehr jungen Volleyballer des TSV Unterhaching gegen die Volleyball Bisons Bühl in der Bundesliga noch einmal ihren Mann stehen. Mehr noch: Sie mussten möglichst für einen positiven letzten Eindruck vor dem Jahreswechsel sorgen. Denn, hätten sie die Serie der vorangegangenen enttäuschenden Auftritte gegen die Netzhoppers, Herrsching und Düren fortgesetzt, wären die drei spielfreien Wochen wohl von der Frage geprägt gewesen, wieso die positive Entwicklung des Teams zwischen Mitte November und Anfang Dezember, mit den Satzgewinnen gegen Rekordmeister Friedrichshafen und Lüneburg sowie dem Sieg beim VCO Berlin, so ein abruptes Ende gefunden hatte.

Doch die Hachinger haben es mit einer couragierten Vorstellung beim 1:3 (23:25, 26:24, 19:25, 17:25) gegen den Tabellenvierten geschafft, die aufkommenden Selbstzweifel erst einmal zu zerstreuen. Vor allem in den ersten beiden Durchgängen boten sie den Schwarzwäldern, die ja durchaus Halbfinalambitionen hegen, ordentlich Paroli, zeigten den Biss, den Patrick Steuerwald erwartet: „Jeder hat sich reingehauen, obwohl die Körner zum Ende der Hinrunde fehlten. Unterm Strich war die Leistung heute okay“, befand der Trainer. Im ersten Satz lag der TSV zwar ständig im Rückstand, blieb aber bis zum 23:24 hartnäckig dran. Im zweiten Durchgang zeigte sich das Steuerwald-Team noch beharrlicher, wandelte einen 11:14-Rückstand in ein 26:24 um.

Nun reagierte Gäste-Coach Alejandro Kolevich: Der Argentinier, der wegen des Ausfalls von Stammzuspieler Stefan Thiel auf seinen 18 Jahre jungen Landsmann Luciano Aloisi zurückgreifen musste, hatte zusätzlich auch dem 19-jährigen Diagonalangreifer Simon Gallas eine Chance gegeben. Doch ab dem dritten Satz beorderte er für diesen den erfahrenen Litauer Edvinas Vaskelis aufs Feld. Der war ein effektiverer Abnehmer für die Pässe des stark aufspielenden Aloisi, sorgte so für mehr Bühler Stabilität. Nun waren die Hachinger trotz einer 8:6-Führung im dritten Satz chancenlos.

Das schätzte auch Steuerwald realistisch ein: „Man ist nur so stark, wie der Gegner es zulässt. Bühl hatte sicher nicht das Level von Herrsching und Düren, so kamen auch mal wieder schöne Ballwechsel zu Stande.“ Gerne hätte der TSV-Coach zum Jahresabschluss aber einen Überraschungscoup gelandet: „Es war heute mehr drin, wir machen uns das Leben manchmal selber zu schwer.“

Allerdings sind die Umstände auch nicht einfach, wie Hachings MVP Jonas Sagstetter betont: „Wir haben diesmal wieder deutlich besser gespielt. Für viele von uns ist es aber sehr anstrengend, auch mental. Das ist die erste Saison in der 1. Bundesliga für einige. Und für mich ja auch die erste, in der ich viel spiele und viel Verantwortung tragen muss.“

Dabei sieht Sagstetter den bisherigen Saisonverlauf durchaus selbstkritisch: „Man kann nicht richtig zufrieden sein, wenn man so viele Spiele verliert. Trotzdem freue ich mich schon darauf, eine hoffentlich gute und erfolgreiche Rückrunde zu spielen.“

Zunächst heißt es aber: abschalten. Auch Steuerwald weiß, wie nötig das ist: „Die Jungs sollen erstmal Pause vom Volleyball machen, mental und körperlich.“

Wobei der Trainer die nächsten Aufgaben, beginnend mit dem Gastspiel bei Serienmeister Berlin Recycling Volleys (Mittwoch, 13. Januar, 19.30 Uhr) schon im Hinterkopf hat: „Je nach Möglichkeiten wäre ein individuelles Fithalten, zum Beispiel im Kraftraum und sparsamer Plätzchenverbrauch natürlich trotzdem hilfreich. Ab dem 4. Januar starten wir dann in die Vorbereitung.“

TSV Unterhaching: B. Sagstetter, J. Sagstetter, Suck, Zahar, Topuzliev, Friedrich, Graven (L); Thom, Chefai, Gehringer

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