+
Seine Berufung in die Startformation war eine Überraschung: Mohamed Chefai.

Volleyball - 1. Bundesliga

Chefai macht Druck

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
    schließen

Bei den Bundesliga-Volleyballern des TSV Unterhaching. macht Mohamed Chefai Druck von der Bank. Zuletzt saß sogar Jonas Sagstetter draußen.

VON UMBERTO SAVIGNANO

Unterhaching – Ganz am Ende kam Jonas Sagstetter doch noch aufs Feld: Der Außenangreifer des TSV Unterhaching hatte beim 0:3 (21:25, 23:25, 23:25) gegen die United Volleys Frankfurt dabei eine ganz undankbare Aufgabe zu erfüllen, nämlich dem zweiten Matchball der Gäste einen exzellenten Aufschlag entgegenzusetzen und so die Hoffnung auf einen zählbaren Erfolg am Leben zu erhalten. Doch sein Service landete im Netz, was nicht allzu ungewöhnlich war. Schließlich hilft in solchen Situationen kein Sicherheitsdenken, sondern nur ein gewisses Risiko weiter.

Ungewöhnlich war hingegen, dass Sagstetter bis zu diesem Schlusspunkt auf seinen Einsatz warten musste. Denn trotz seiner nur 21 Jahre weist der Landshuter, von Kapitän Roy Friedrich abgesehen, die meiste Bundesligaerfahrung beim TSV auf, er zählte bislang zu den klar gesetzten festen Stützen im Team. Trainer Patrick Steuerwald entschied sich diesmal jedoch mit Simeon Topuzliev und Mohamed Chefai für ein anderes Außenangreifer-Duo. Die Aufstellung des Bulgaren war zu erwarten. „Simi ist unser bester Angreifer“, betonte Steuerwald. Und das bestätigte Topuzliev auch gegen Frankfurt mit satten 20 Punkte und 53 Prozent Angriffseffizienz. Er bekam dafür die MVP-Medaille als wertvollster Hachinger.

Eine Auszeichnung, die sich aber auch Chefai verdient hätte, dessen Berufung in die Startformation eine echte Überraschung war. „Mo hat die letzten Wochen sehr gut trainiert. Da mussten wir ihn auch belohnen“, begründete Steuerwald die Entscheidung, die der Tunesier mit einer sehr guten Vorstellung rechtfertigte. Wobei er, der eigentliche Ersatz-Libero, nicht nur in der Annahme glänzte, sondern fünf Angriffspunkte, ein Ass und zwei erfolgreiche Blocks beisteuerte. „Er hat es exzellent gemacht“, lobte Steuerwald.

Für den 26-Jährigen, der als Joker schon mehrmals seine Qualitäten auf dieser Position gezeigt hatte, kam der Einsatz übrigens genauso unerwartet wie für alle Beobachter: „Ich habe es erst am Tag des Spiels erfahren.“ Ansprüche auf einen Stammplatz in dieser Rolle erhebt Chefai trotz seiner guten Leistung allerdings nicht: Wenn die Mannschaft mich braucht, spiele ich außen. Es macht Spaß, Punkte zu machen. Aber Libero macht mir auch Spaß.“ Steuerwald ließ nach dem Spiel auch gleich durchblicken, welchen Stellenwert Sagstetter für sein Team hat: „Natürlich war die Entscheidung nicht einfach. Ich habe mit Jonas gesprochen, es sollte alles gut sein.“ Es wäre jedenfalls keine Überraschung, sollte der routinierteste unter den Youngstern schon am nächsten Wochenende in Lüneburg in die Startsechs zurückkehren.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare