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Im Angriffsmodus: Jonas Sagstetter entwickelt sich zum absoluten Führungsspieler beim TSV Unterhaching.

Den Rhythmus halten

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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TSV Unterhaching versucht nach dem spielfreien Wochenende, den Rhythmus zu halten.

Unterhaching – Ein spielfreies Wochenende kommt im Mannschaftssport ja manchmal ganz gelegen, erst recht, wenn man, wie die Volleyballer des TSV Unterhaching, in der Saisonvorbereitung unfreiwillig gestoppt wurde. Doch, obwohl sich nach der coronabedingten Zwangsisolation Anfang Oktober den Spielern nun aufgrund des Terminplans Gelegenheit für zwei intensive Trainingswochen bot, um an der Abstimmung zu feilen, zeigte sich Roy Friedrich von der Pause gar nicht angetan: „Wir hätten eher nach dem Frankfurt-Spiel eine Pause gebracht. Jetzt müssen wir versuchen den Flow irgendwie aufrecht zu halten und Wehwehchen auszukurieren“, meinte der Kapitän nach dem 1:3 gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen, das dem TSV den ersten, völlig unerwarteten Satzgewinn der Saison bescherte.

Weshalb auch Geschäftsführer Mihai Paduretu das Team auf dem richtigen Weg sieht: „Nach der 14-tägigen Quarantäne kommen wir langsam besser in Fahrt.“ Tatsächlich hat sich die teils blutjunge und weitgehend unerfahrene Hachinger Truppe seit dem Start vor einem Monat fast kontinuierlich weiterentwickelt, mit Ausnahme des von Friedrich erwähnten Spiels in Frankfurt, was aber wohl auch daran gelegen hatte, dass es die dritte Auswärtsfahrt innerhalb von acht Tagen war. Und selbst in Frankfurt gab es eine Ausnahme von der Ausnahme, nämlich Jonas Sagstetter: Der Außenangreifer bekam in der Main-Metropole verdientermaßen die Auszeichnung als wertvollster TSV-Spieler. Gegen Friedrichshafen knüpfte er nahtlos an diese Leistung an, führte seine Nebenleute zum sensationellen Teilerfolg. „Er ist unser bester Spieler zurzeit, auch in Frankfurt war er schon sehr gut“, lobte Paduretu nach dem Coup. „Jonas macht keinen Fehler. Man merkt, dass er der einzige ist, der Erfahrung hat.“

Tatsächlich war Sagstetter, weil Friedrich (32) und Benjamin Thom (37) draußen blieben, der große Routinier in der Startformation gegen den VfB – mit gerade mal 21. Doch er hat eben schon zwei Lehrjahre bei den Alpenvolleys hinter sich, wobei er erst im zweiten einige Bundesliga- und sogar Europacup-Einsätze verzeichnete. Vergangene Saison in Eltmann war er dann, vor allem in der Annahme, schon ein Leistungsträger. Nun, wieder zurück in Unterhaching, sollen sich die vielen noch jüngeren Mitspieler an ihm aufrichten. Er weiß um diese Verantwortung: „Ich habe in dieser Saison eine ganz andere Rolle, bin Vize-Kapitän und eine Art Führungsspieler und versuche das, so gut es geht, umzusetzen. Aber auch nicht zu sehr, damit ich mich auf mein eigenes Spiel konzentrieren kann.“

Patrick Steuerwald weiß, was er an Sagstetter hat, allerdings auch, was er noch von ihm erwartet. „Er spielt eine sehr solide Saison, ist einer der wichtigsten Spieler, auch wenn die Zahlen bisher nicht so für ihn gesprochen haben. Doch diesmal waren auch die Zahlen deutlich besser. Wir sind ganz zufrieden, aber er wird sich sicher nicht darauf ausruhen“, urteilte der Trainer nach dem Frankfurt-Spiel.Auch nach der Partie gegen Friedrichshafen blieb der Coach bei einer eher nüchternen Analyse: „Jonas hat das gut gemacht, besser als die Spiele davor. Er macht Fortschritte, hat trotz seines jungen Alters mehr Erfahrung als die anderen. Allein von daher ist er wichtig. Aber auch er wird ein Spiel nicht alleine gewinnen.“

Dass er das junge TSV-Team aber bald zum ersehnten ersten Saisonerfolg mitreißen könnte, hat Jonas Sagstetter in den ersten fünf Partien schon mal angedeutet.

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