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Bis Felix Remuta wieder so zu sehen ist, kann es noch eine Weile dauern.

Turnen

Remutas Kampf um Olympia

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Felix Remuta hat klare Ziele. Im Sommer will der 21 Jahre alte Turner des TSV Unterhaching bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio vor allem in seinen Parade-Disziplinen Boden und Sprung für Furore sorgen.

UnterhachingDafür muss sich der Auszubildende der Polizei-Sportfördergruppe einem wahren Stahlbad an Trainingseinheiten und Qualifikationswettkämpfen unterziehen. Optimistisch geht der junge Mann, der seit seinem sechsten Lebensjahr beim TSV Unterhaching turnt, nach eigener Aussage an seine anspruchsvollen Aufgaben im Sport und im Leben heran. Eigenschaften, die derzeit mehr denn je gefragt scheinen. Denn durch schwerwiegende Verletzungen im alten Jahr gehandicapt, stehen intensive Reha-Maßnahmen an. Dennoch haben wir beim Gespräch mit dem hochtalentierten Turner vor allem einen gut gelaunten und in der Tat optimistischen jungen Mann angetroffen.

Blicken wir zurück auf das Sportjahr 2019. Wie lautet Ihr Fazit?

Das Jahr ist sehr gut für mich gelaufen. Zu Beginn mit der Silbermedaille beim DTB-Pokal mit dem deutschen Team, über meine Teilnahme bei der Europameisterschaft war das erste Halbjahr ein voller Erfolg. Mit dem deutschen Meistertitel am Sprung und den Qualifikationen für die WM konnte ich mich zudem als Ersatzturner für die Heim-WM empfehlen, was für mich natürlich die Erfüllung eines Kindheitstraums war. Die Qualifikation eines Teams für Olympia war unglaublich wichtig und hat uns als Team zusätzlich stolz gemacht

Sie waren zuletzt durch eine Verletzung behindert. Worum genau handelt es sich dabei und wie verläuft deine Reha?

Leider musste ich mich nach der WM einer Operation unterziehen, da ich mir bereits bei der EM eine Teilschädigung der Tibialis-Posterior- Sehne am Sprunggelenk und einen Innenbandabriss zugezogen hatte. Im Hinblick auf meine Leistungsfähigkeit war das notwendig. Zurzeit ist der Heilungsverlauf im Zeitplan. Vollständig fit werde ich wohl im April sein, wenn alles klappt.

Wie sieht Ihr persönlicher Zeitplan in Richtung Olympischen Spiele in Tokio us? Wie beurteilen Sie Ihre Chancen, aktiv dabei zu sein und welche sportliche Rolle trauen Sie sich zu?

Erstmal muss ich fit werden. Ich werde wahrscheinlich im Frühjahr keine Wettkämpfe turnen. Ich hoffe, dass ich rechtzeitig zur EM wieder fit bin, dort turne und mich für Olympia empfehlen kann. Meine Chancen hängen zum großen Teil davon ab, wie mein Fuß wieder belastbar ist. Gerade weil meine stärksten Geräte Boden und Sprung sind und dort der Fuß extrem belastet wird. Allerdings halte ich mich insgesamt mit Aussagen zum meinen Chancen zurück. Bis zu den Qualis vergeht noch viel Zeit und diese Quali muss auch erst einmal geturnt werden.

Vor dem Erfolg fließt bekanntlich der Schweiß nicht zu knapp. Welche Trainingsumfänge stemmen Sie während eines Wettkampfjahres?

Im Normalfall trainieren wir sechs Tage die Woche von Montag bis Samstag und an den Werktagen zweimal ungefähr 2 1/2 Stunden pro Einheit. In der Wettkampfvorbereitung kann das noch ein bisschen mehr werden. In der Regel trainieren wir in der Früh viel in Richtung Beweglichkeit und Kraft und nachmittags an den Geräten. Auf die Wettkämpfe zu wird an den Geräten ins Übungstraining eingestiegen und nach und nach gesteigert.

Welche Hobbys haben Sie abseits des Turnens?

Lesen, zocken, mit meinen Freunden oder meiner Freundin etwas unternehmen, Ausgleichssport betreiben. Einfach das, was ganz normale Jugendliche auch machen – nur eben viel weniger.


Das Gespräch führte
Harald Hettich.

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