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Mit aller Macht will sich der TSV Unterhaching am Sonntag dagegen wehren, von den Häflern in eigener Halle mächtig abgewatscht zu werden.

Tribünen so leer wie das Punktekonto

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Die Terminplaner der Volleyball-Bundesliga hatten es eigentlich sehr gut mit dem TSV Unterhaching gemeint: Gleich in den ersten beiden Heimauftrittn die beiden größten Kracher, das garantiert normalerweise ein volles Haus mit hohen Einnahmen und Spitzenstimmung.

Unterhaching – Doch aus bekannten Gründen ist alles ganz anders gekommen. Nachdem gegen Berlin, den Serienmeister der vergangenen Jahre, nur rund 100 handverlesene Anhänger in die Bayernwerk Sportarena durften, muss das Publikum am Sonntag (16 Uhr) gegen Rekord-Titelträger VfB Friedrichshafen ganz draußen bleiben. „Das ist natürlich enttäuschend, aber wir sind ja froh, dass wir überhaupt spielen können“, sagt Hachings Trainer Patrick Steuerwald.

Leer wie die Tribüne ist auch das TSV-Punktekonto. Kein Zähler, 0:12 Sätze lautet die Bilanz, die man angesichts des aus bisherigen Zweitligaspielern und blutjungen Talenten zusammengestellten Kaders aber erwarten musste.

Dass ausgerechnet gegen die Häfler das erste zählbare Erfolgserlebnis in Form eines gewonnenen Durchgangs herausspringen könnte, ist mehr als unwahrscheinlich, wie Steuerwald findet: „Wir wollen und können uns überhaupt nicht mit dem VfB messen. Wir wollen aus der Partie lernen“, betont der Coach, der sich andere Ziele setzt: „Wir wollen wie immer einen Schritt nach vorne in unserer Entwicklung machen. Sowohl individuell als auch als Team. Zu Beginn hat das gut geklappt, zuletzt in Frankfurt leider mal nicht.“

Dass seine Mannschaft bei den Hessen weitere Fortschritte vermissen ließ, erklärt der 34-Jährige allerdings auch mit den Strapazen aufgrund der drei Auswärtsspiele innerhalb von acht Tagen: „Das hat sicher eine Rolle gespielt. Jetzt spielen wir daheim, hatten endlich wieder eine normale Trainingswoche.“

Auch der VfB hat übrigens noch keinen normalen Rhythmus von Heim- und Auswärtspartien aufnehmen können. Zum vierten Mal im vierten Spiel muss das Team vom Bodensee reisen. Der Grund: Die ZF-Arena in Friedrichshafen ist baufällig und kann nicht einmal mehr renoviert werden.

Nächste Woche gegen Berlin treten die Häfler aber endlich wieder zuhause an, eine Messehalle dient zumindest für diese Saison als neue Heimspielstätte.

Letzte Baustellen im Kader wurden ebenfalls beseitigt. Mit dem US-Amerikaner Avery Aylsworth kam ein zweiter Libero, der am Sonntag erstmals spielberechtigt ist. Zuvor schon erhielt Trainingsgast Marcus Böhme einen Vertrag (wir berichteten). Der frühere Hachinger Mittelblocker kann allerdings bei einem attraktiven Auslandsangebot jederzeit aus dem Kontrakt aussteigen. Deshalb erwartet ihn Steuerwald eher in der Jokerrolle: „Ich würde ihn nicht von Anfang an spielen lassen, denn dann habe ich zwei andere unzufriedene Mittelblocker, die ich die ganze Saison brauche. Aber wenn man ihn benötigt, kann man ihn natürlich jederzeit bringen.“

Der breite VfB-Kader mit seinen Optionen zur Rotation stellt Steuerwald ohnehin vor knifflige Aufgaben: „Gegen uns werden auch mal andere als die Stammspieler ihre Chance bekommen. Das macht die Vorbereitung nicht einfacher.“

Die Halle in
Friedrichshafen
ist baufällig

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