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Wenig Zeit zum Eingewöhnen

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Von: Umberto Savignano

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TSV-Coach Patrick Steuerwald richtet deutliche Worte an seine Mannschaft, die sich alles in allem aber achtbar aus der Affäre zog. © Robert Brouczek

Anschauungsunterricht in Sachen Profi-Volleyball erhielt der TSV Unterhaching durch Serienmeister Berlin Recycling Volleys. Trotz der deutlichen 0:3 (12:25, 12:25, 13:25)-Heimniederlage zum Bundesligaauftakt zog sich die noch ziemlich grüne Hachinger Truppe aber achtbar aus der Affäre.

Unterhaching – Einen Kindergarten musste TSV-Coach Patrick Steuerwald zu Beginn dann doch nicht aufs Feld beordern. Das Durchschnittsalter seiner Startformation betrug immerhin 23,4 Jahre. Viel Erfahrung im Oberhaus hatten die Hausherren trotzdem nicht vorzuweisen: Bis auf Roy Friedrich, der mit seinen 32 alleine für eine deutliche Anhebung des Altersschnitts sorgte, und Jonas Sagstetter (21) bedeutete die Partie gegen den Top-Favoriten für alle Hachinger die Bundesliga-Premiere. Neben Friedrich, Sagstetter und vier Spielern aus dem letztjährigen Zweitligateam (Zahar, Chefai, Paduretu und Topuzliev, der zum MVP gekürt wurde) stand mit Fabian Suck nur ein Teenager von Anfang an auf dem Feld.

Und der Mittelblocker führte sich mit dem ersten Saisonpunkt zum 1:1 gut ein. Damit signalisierten die Gastgeber schon, dass sie sich dem übermächtigen Kontrahenten nicht widerstandslos ergeben würden. Und tatsächlich wehrten sie sich zu Beginn jeden Satzes nach Kräften. „Wir haben immer sehr gut angefangen“, lobte Steuerwald, der aber auch einräumte: „Dann kam, immer so bei zehn, zwölf Punkten ein deutlicher Bruch.“

Was einerseits natürlich am Gegner lag: „Wenn die Berliner drei, vier Punkte vorne liegen, dann fangen die an, richtig aufzuschlagen.“ Doch abgesehen von erzwungenen Fehlern wegen des druckvollen Gäste-Service registrierte der Trainer auch viele Eigenfehler, was er einerseits normal fand: „Die Eigenfehler werden nicht viel weniger werden. Wir sind eine junge Truppe.“

Ein Teilbereich ärgerte ihn aber doch: „Ich habe kein Problem, wenn uns viele Aufschlagfehler unterlaufen, aber dann müssen wir auch mehr Druck mit dem Aufschlag machen. Das hat eigentlich nur Severin Brandt so erfüllt, wie ich mir das vorstelle.“ Der 16-jährige Brandt lieferte nicht nur mit seinen wuchtigen Angaben ein Versprechen für die Zukunft. Weil Eric Paduretu nach einem Gesichtstreffer angeschlagen raus und Benedikt Sagstetter wegen Sprunggelenksproblemen ohnehin passen musste, kam der blutjunge Zuspieler zu seiner Chance und machte seine Sache ordentlich.

Mit Libero Leonard Graven (16), Juro Petrusic (17) und Paul Gehringer (19) feierten auch andere Youngster noch ihr Erstligadebüt, ohne dass die Mannschaftsleistung darunter litt.

Insofern mussten die Hachinger mit ihrem Auftritt nicht hadern. So sah es auch Roy Friedrich: „Ich habe nichts erwartet. Berlin ist nicht unser Maßstab“, stellte der Routinier klar. „Sie hatten zwar drei Verletzte, eine bessere Chance kriegst du wahrscheinlich nicht, gegen die was zu machen. Aber das ist ein Champions-League-Teilnehmer, da ist auch die zweite Mannschaft zu stark für uns.“

Zumal die Voraussetzungen wegen der Corona-Trainingspause Anfang Oktober alles andere als optimal gewesen seien: „Ehrlich gesagt, haben die zwei Wochen Quarantäne noch ganz schön reingehauen. Wir waren davor auf einem guten Weg, hatten einen Test gegen Herrsching, der recht ordentlich war. Aber danach haben wir einiges an Spritzigkeit verloren und auch an der Abstimmung.“

Nun haben die Hachinger eine Woche Zeit, die Defizite weiter aufzuarbeiten. Dann steht eine harte englische Woche mit drei Auswärtspartien, in Giesen, Bühl und Frankfurt auf dem Programm.

TSV Unterhaching: Suck, J. Sagstetter, Friedrich, Paduretu, Topuzliev, Zahar, Chefai (L); Petrusic, S. Brandt, Gehringer, Thom, Graven (L)

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