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Forstinninger Christoph Ehlich: „Mein Handy ist explodiert nach dem Spiel“

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Stippvisite beim Forstinninger Heimatverein: Jungprofi Christoph Ehlich (20) spielt bei Fußball-Drittligist SpVgg Unterhaching. foto: stefan rossmann

Der Unterhachinger 5:4-Sieg gegen die Würzburger Kickers war der pure Wahnsinn. Maßgeblich beteilt war Christoph „Diff“ Ehlich aus Forstinning.

Ein junges Nachwuchstalent aus Forstinning machte am vergangenen Wochenende nachhaltig auf sich aufmerksam. Der gebürtige Forstinninger Christoph „Diff“ Ehlich sorgte mit seinem Anschlusstreffer zum 3:4 für den Startschuss einer unglaublichen Aufholjagd, die am Ende mit zwei Treffern in der Nachspielzeit zu einem 5:4-Sieg der SpVgg Unterhaching gegen die Würzburger Kickers führte. Die Ebersberger Zeitung unterhielt sich mit dem Talent aus dem Landkreis.

„Diffi“, erst einmal Gratulation zu Eurem Wahnsinnssieg gegen Würzburg. Was ist da abgegangen?

Christoph Ehlich: Ich hab natürlich gehofft, dass ich eingewechselt werde. In der 85. Minute bin ich dann rein gekommen und es wurden die zehn Minuten meines Lebens. Nach zwei Minuten ist nach der zweiten Aktion von mir der Ball im Netz gezappelt. Dann haben wir auf den Ausgleich gedrückt. Und danach haben wir gesehen, dass immer noch Zeit ist, das Spiel nach Hause zu bringen. Das war natürlich eine super Moral der Mannschaft, dass wir das Spiel noch gedreht haben. Mein Handy ist buchstäblich explodiert nach dem Spiel.

Aber dann mussten Sie zur Dopingkontrolle?

Ja, leider. Ich wollte eigentlich auch mit den Fans am Zaun feiern, das ging aber nicht. Wir haben dann in der Kabine später natürlich noch gefeiert, aber ohne Alkohol. Wir haben ja drei Tage später gleich das nächste Spiel gegen Uerdingen.

Mit Einsatz von Beginn an?

Das glaub ich nicht. Es läuft grad gut und ich bin nah dran an der Mannschaft. Ich hoffe, dass ich immer wieder eingewechselt werde.

Wie sah denn bislang Ihr sportlicher Werdegang aus?

Ich habe beim VfB Forstinning bei den G-Junioren zusammen mit meinem Bruder Sebastian mit drei Jahren angefangen, trainiert hat mich damals mein Mutter (Anm.d.Red.: Angelika). Wir haben dann den Sparkassenpokal gewonnen, mit sechs bin ich dann nach einem Sichtungstag zu den Junioren des TSV 1860 gekommen.

Dann folgte aber in der Jugend eine Enttäuschung, oder?

Stimmt, mit 14 wurde ich überraschend bei 1860 nicht in die nächste Mannschaft übernommen, obwohl ich immer gespielt hatte. Das kam auch aus dem Nichts. Auf Vermittlung meines ehemaligen 60-Trainers Alexander Frankenberger konnte ich dann zur SpVgg Unterhaching wechseln. In der Saison 2017/18 war ich dann Kapitän der U 19 in der Bundesliga.

Welche Position haben Sie dann gespielt?

Zu Haching bin ich als Rechtsverteidiger gekommen. Andreas Haidl hat mich dann aber ins linke Mittelfeld gestellt, ich hab aber auch auf der 6 und der 10 gespielt.

Und dann folgte der erste Profivertrag?

Den hatte ich schon bei der U19. Der Vertrag läuft jetzt bis nächsten Sommer.

Wie beurteilen Sie dann Ihre erste Saison bei den Herren?

Die Hinrunde lief richtig gut, leider hatten wir in der Rückrunde dann einen Durchhänger. Für mich persönlich hab ich versucht, immer dran zu bleiben. Mein Trainer Claus Schromm hat mich auch immer motiviert. In der Rückrunde hatte ich dann insgesamt vier Einsätze, bei meinem Debüt gegen Karlsruhe haben wir leider verloren.

Und Ihre weiteren Ziele jetzt?

Natürlich meine Leistungen weiterhin verbessern. Und dann so weit oben spielen wie es geht. Am liebsten natürlich mit Haching.

Haben Sie dort auch Kontakt mit dem Präsidenten?

Ja. Manfred Schwabl ist regelmäßig bei uns in der Kabine und kümmert sich richtig gut um die Mannschaft.

Sie haben mit 20 Jahren in der dritten Liga schon einen Spielerberater. Wie kam es dazu?

Berthold Nickl hat mich schon mit 14 Jahren beobachtet und kam dann auf mich zu. Wir tauschen uns seither regelmäßig aus, definieren meine Ziele und deren Umsetzung. Außerdem verhandelt die Verträge für mich.

Wie haben Sie dann neben dem Fußball die Schule hinbekommen?

Ich war in der DFB-Eliteschule des Fußballs in Taufkirchen. Das war ganz praktisch, da hatten wir nur eine S-Bahnstation nach Unterhaching zum Training. Und seit zwei Jahren mache ich in der Geschäftsstelle der SpVgg Unterhaching eine Ausbildung zum Bürokaufmann, in einem halben Jahr bin ich hoffentlich fertig damit.

Noch ein abschließende Frage zu Ihrem Heimatverein. Verfolgen Sie den VfB Forstinning noch und haben Sie noch Kontakte?

Natürlich! Wenn ich Zeit habe, schau ich mir die Spiele vom VfB auch an. Ich selbst wohne zwar mittlerweile auch in Unterhaching, aber ich habe nach wie vor viele private Kontakte hier im Dorf. Mein Bruder Basti spielt in der zweiten Mannschaft beim VfB, Kilian Dirscherl, Stephan Zollner und Niklas Huber kenn ich sehr gut. Und gegen Mathias Hirt hab ich vor kurzem in einem Benefizspiel gespielt. Ich hatte auch gehofft, dass wir mit Haching gegen den VfB im Totopokal spielen. Ist aber leider nichts draus geworden (Forstinning spielt gegen Wasserburg).

Gespräch: Christian Scharl

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