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Mit der Saison rundum zufrieden: Alpenvolleys-Sportdirektor Mihai Paduretu.

Saisonfazit

Hachinger Volleyball im Höhenflug

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Nicht nur wegen des gelungenen Premierenjahrs für das Alpenvolleys-Projekt zieht Mihai Paduretu, der Volleyball-Strippenzieher des TSV Unterhaching, ein positives Saisonfazit. Einziger Wermutstropfen: Der Kampf um Sponsorengelder ist so schwer wie eh und je.

Unterhaching – Das Aus im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft gegen den in dieser Saison übermächtig scheinenden VfB Friedrichshafen, der auf nationaler Ebene alle seine Partien bislang mindestens mit 3:1 gewinnen konnte, nahm im Lager der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching niemand wirklich tragisch. „Friedrichshafen war klar die bessere Mannschaft. Wenn sie so gegen Berlin im Finale spielt, ist sie auch da klarer Favorit“, erkannte Alpenvolleys-Sportdirektor und Unterhachings Volleyball-Macher Mihai Paduretu die Ausnahmestellung des VfB neidlos an. Und auch wenn die Heimniederlage im zweiten Spiel der Best-of-3-Serie mit 0:3 (20:25, 20:25, 15:25) sehr deutlich ausfiel, darf das erste Jahr des Kooperationsprojekts des TSV Unterhaching mit dem österreichischen Rekordmeister aus Innsbruck als rundum gelungen bezeichnet werden: Statt des angepeilten fünften Rangs erreichten die Grenzgänger, die am Ende immer besser in Fahrt kamen, Platz drei und im Semifinale gegen die Häfler verdienten sie sich zumindest beim 1:3 im Hinspiel dank eines couragierten Auftritts viel Lob.

Neben dem sportlichen Erfolg gefiel Paduretu aber auch das Klima zwischen den Oberbayern und den Tirolern: „Wir haben uns sehr gut verstanden, es ist schon eine besondere Partnerschaft. So etwas gibt es nicht einmal zwischen zwei deutschen Vereinen.“

Doch mit der Rückkehr in die Bundesliga dank der dem TSV erteilten Wildcard ist der Arbeitsaufwand für die Verantwortlichen des Vereins noch einmal deutlich gestiegen, zumal sie ja auf sehr vielen Ebenen beschäftigt waren: „In der 2. Liga mussten wir lange gegen den Abstieg kämpfen, und der fünfte Platz am Ende ist genauso sensationell wie das Abschneiden der Alpenvolleys“, beginnt Paduretu seine Aufzählung mit der nach vier Aufstiegen in Folge wieder zur zweiten Mannschaft umdeklarierten Zweitligatruppe, um dann mit einer ganzen Latte weiterer Erfolge fortzufahren: „Die U20 ist Bayerischer Meister geworden, die U12 wurde Dritter, die U13 hat sich ebenfalls für die Bayerische qualifiziert (am 12. Mai in Regenstauf - d. Red.), die erste Damenmannschaft ist in die Regionalliga aufgestiegen, die zweite nur knapp in der Aufstiegsrelegation zur Bayernliga gescheitert.“

Und so blickt Paduretu zurück auf „eine schwierige Saison mit viel Arbeit, für das Projekt insgesamt, nicht nur für die Alpenvolleys. Es war sehr anstrengend, aber auch schön, weil alles funktioniert hat. Wir sind sehr gut aufgestellt, doch auch am Ende unserer Kraft.“ Energie kostet vor allem das Ringen um eine Finanzierung des Volleyballsports in Unterhaching, daran hat sich seit dem Bundesligarückzug von Generali Haching im Jahr 2014 nichts geändert: „Es ist sehr, sehr knapp. Hier wird keiner reich, wir reden über Nebenkosten“, versichert Paduretu, der, auch ohne Zahlen zu nennen, den Aufwand an Zeit und Geld am Beispiel der am 12. und 13. Mai bevorstehenden Deutschen Meisterschaft der U20 in Oldenburg, wo der TSV seinen Titel verteidigen will, anschaulich illustriert: „821 Kilometer Fahrt, dreimal Übernachtung und Essen für 15 Leute.“ Immerhin wird die Nachwuchsarbeit durch einen Sponsor schon seit geraumer Zeit engagiert angeschoben: „In der Jugend haben wir Glück mit Develey“, so Paduretu, doch er wünscht sich mehr Interesse von anderen Unternehmen: „Wir haben Erfolge auf der ganzen Linie. Vielleicht stellt sich mal jemand aus der Privatwirtschaft die Frage, ob man dieses Projekt nicht unterstützen sollte. Es gibt viele Möglichkeiten, von den Profis bis zur Jugend.“

Was die Erstliga-Kooperation betrifft, so weiß Paduretu um die Notwendigkeit einer zunehmend sich angleichenden Verteilung der Gewichte zwischen den beiden Vereinen, nicht nur in Sachen Spielterminen (ab der Saison 2019/20 soll genauso oft in Unterhaching wie in Innsbruck gespielt werden), sondern auch auf der ökonomischen Seite: „Wir müssen finanziell mehr machen.“ Doch Geldgeber zu finden, bleibt schwierig, auch jenseits der Grenze. Die Hoffnung, international orientierte Unternehmen für das länderübergreifende Projekt neu zu interessieren, hat sich für die Tiroler bislang jedenfalls nicht erfüllt. Nur die bisherigen Partner seien ihnen treu geblieben, berichtet Paduretu: „Der Alpenvolleys-Etat bleibt gleich, das ist gut, denn andere Vereine haben ja Schwierigkeiten, wie man weiß. Aber es tut sich nicht viel.“ " Seite 26

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