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Die Zuschauer-Kapazität am Kyberg ist nicht profitauglich. 

Basketball – 1. Regionalliga

Der Verband stellt sich stur

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Von Harald Hettich

Oberhaching Mit dem großen Wurf Aufstieg in die Profiliga ProB (de facto die 3. Liga) wird es für die Basketballer des TSV Oberhaching nichts (wir berichteten). Vor allem aufgrund fehlender Hallenkapazitäten haben Verein und Abteilungsspitze keinen Lizenz-Antrag für künftig professionelle Ausrichtung eingereicht. Selbst für ein Umdenken in letzter Sekunde ist es nun zu spät.

„Die Frist ist abgelaufen“, verkündete Zweitbundesliga-Geschäftsführer Daniel Müller auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir hatten uns schon gewundert, dass von Seiten des Vereins kein Antrag bei uns einging – schließlich hatten wir mit den Oberhachingern zuvor gute Gespräche.“

Doch die reichen nicht. „Bei der Zuschauerkapazität ist 500 Plätze die absolute Untergrenze, da gibt es keinen Verhandlungsspielraum“, stellt Müller klar. „Bei anderen Regularien wie einer professionell zu besetzenden Geschäftsstelle etwa kommen wir Liga-Neulingen durchaus entgegen, um den Übergang zu erleichtern“, ergänzt Liga-Spielleiter Henrik Fronda. Doch beim Thema Zuschauerplätze sei alles „festgezurrt“. Robert Daumann als Präsident des Bayerischen Basketball-Verbandes und Erst-Regionalliga-Spielleiter in Personalunion verweist auf enge Handlungsgrenzen für den Verband. „Mit dem Aufstieg aus der Ersten Regionalliga in die Bundesliga endet unsere Zuständigkeit“, erklärt er. Die Bundesligen seien „völlig eigenständig verantwortete Bereiche“. Der TSV Oberhaching sei an den Bayerischen Verband auch gar nicht herangetreten. „Kritisch“ sieht Daumann indes mögliche Bestrebungen des TSV Oberhaching, künftig eine enge Kooperation mit den im Damen- und Nachwuchsbereich hochklassig erfolgreichen Korbjägerinnen des Münchner Traditionsvereins TS Jahn anzustreben und durch mögliche Synergien den Basketball der beiden Vereine insgesamt auf ein höheres Level zu hieven. „Damen- und Herren-Bundesliga passen auf Dauer nicht zusammen. Da bleibt meist einer, öfter aber die Damen, auf der Strecke“, glaubt Daumann.

Für die TSV-Verantwortlichen Bernd Schubert und Gunther Wünsche ist derlei Spekulation „aber ohnehin erst einmal Zukunftsmusik“. Immerhin räumt Schubert ein, man werde sich mit dem Jahn „zu Gesprächen zusammensetzen“. Die laufenden Verhandlungen mit Sponsoren seien dagegen gekappt – weil an einen Aufstieg gebunden. Wichtiger für eine künftig an Profirichtlinien ausgerichtete Basketball-Strategie auf dem Kyberg scheint aber das Hallenthema. Dafür fällt der Erst-Regionalliga-Spielort im Oberhachinger Gymnasium endgültig aus. „Für die Halle wurde eine Zuschauertribüne mit 220 Sitzschalen genehmigt“, nannte Christina Walzner von der Pressestelle des Landratsamtes klare Zahlen. „Eine amtliche Bestätigung darüber, dass 500 Zuschauerplätze genehmigt sind, kann auf dieser Grundlage nicht ausgesprochen“, packt sie die Schieflage in Zahlen.

Hoffnung am Ende des Tunnels könnte allenfalls ein neuer Sporthallen-Bau befördern. „Dann etwa, wenn ein neues Schulzentrum am Deisenhofner Bahnhof entstünde“, wie Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle betont – und dabei womöglich die Anforderungen der Vereine in das Bauprojekt von Anfang an integriert würden. Doch dieses Projekt macht bislang allenfalls Planungsfortschritte. Eine Realisierung kann erst in einigen Jahren erfolgen. Bis dahin reisen die Oberhachinger – wie am Wochenende – staunend in die bayerische und süddeutsche Peripherie, um die Hallen der Erst-Regionalliga-Konkurrenz zu bestaunen – wie am Samstag in Treuchtlingen. Die sind zwar nicht Erster. Aber sie hätten die passende Halle.

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