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Der ERSC Ottobrunn plant die Zeit nach der Pandemie

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Von: Harald Hettich

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Zufriedene Gesichter nach der Vertrags-Verlängerung: (v.l.) ERSCO-Eishockey-Abteilungsleiter Sven Rumswinkel, Petr Vorisek, Kapitän Thomas Huber und der Sportliche Leiter Georg Chritharellis. © ERSC Ottobrunn

Vertrag mit Trainer Petr Vorisek verlängert: Der ERSC Ottobrunn plant die Zeit nach der Pandemie,

OttobrunnBeim in so vielen Bereichen rührigen ERSC Ottobrunn und seinen vielen Aktiven sowie den Freunden des Eishockeys stellt man sich trotz fehlender Überdachung, grassierender Pandemie und insgesamt schwierigen Rahmenbedingungen für Training und Spielbetrieb mit vollem Einsatz den Herausforderungen in diesen schwierigen Zeiten. Künftig wollen die Kufenflitzer vom Haidgraben aber nicht nur sportlich nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Sogar mit einer neuen Hymne für den gesamten Traditionsverein warten die Eisfreunde dieser Tage auf und machen aus der Not eine musikalische Tugend (wir berichteten).

Zum Hymnen-Slogan von „Go-go-Go, ERSCO“ passt auch die sportliche Kampfansage für das Jahr 2021. Bereits vor Ende der Laufzeit des aktuellen Kontraktes wurde der Vertrag mit Cheftrainer Petr Vorisek vorzeitig um zunächst eine weitere Saison verlängert. Die klare Stoßrichtung im Zuge der neuen Vereinbarung mit dem langjährigen Erfolgscoach und feinsinnigen Taktikfuchs hat Eishockey-Abteilungsleiter Sven Rumswinkel per Steilpass gleich mitgeliefert. Mit dem Tschechen wollen die Ottobrunner wohl spätestens ab der kommenden Saison den Aufstieg in die Landesliga forcieren.

Sven Rumswinkel ist ein echter Eishockey-Insider und aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf und neben der Eisfläche mit den Zusammenhängen bestens vertraut. Der verheiratete, zweifache Familienvater war selbst jahrzehntelang auf dem Eis beim TEV Miesbach und beim ERSCO aktiv, fungierte in der Folge lange Jahre als Trainer in vielen Altersstufen und steht seit fünf Jahren als Abteilungsleiter Eishockey beim ERSCO in der Verantwortung. Wir sprachen mit Sven Rumswinkel über die Saison, die wohl bereits zuende ist, und natürlich über die Zukunft,

Herr Rumswinkel, lassen Sie uns kurz den Blick zurück auf das Jahr 2020 richten. Was bleibt haften aus diesem echten Problemjahr. Welche Schlüsse ziehen die Verantwortlichen des ERSCO aus der Situation und welche Details lassen Hoffnung aufkommen?

Ich denke, kein Abteilungsleiter kann mit Blick auf das vergangene Eishockey-Jahr „zufrieden“ sein. Es ist spürbar: Den Kindern und den Spielern im Seniorenbereich fehlt der Sport in jeder Hinsicht. Ich glaube aber, wir haben das Bestmögliche aus der Situation gemacht. Ich nenne nur sehr fortschrittliche Hygienekonzepte, den Individualsport auf unterteilten Eisflächen, das begleitete Individualtraining der Aktiven und die Online-Trainingsbegleitung, die der Verein erarbeitet hat. Wir haben zudem weiter erfolgreich und mit neuen Sponsoren an der Infrastruktur des Vereins gearbeitet.

Wie soll es 2021 vor dem Hintergrund der Pandemie weitergehen? Gibt es schon strukturelle Konzepte?

Es ist derzeit leider noch sehr schwer, für 2021 schon Belastbares zu verkünden. Corona wird uns sicher noch geraume Zeit begleiten. Aber wir stehen dafür, nicht aufzugeben. Der ERSCO begreift sich insgesamt als große Familie. Und wir halten fest zusammen – in guten wie in schlechten Zeiten wie diesen.

Wird diese Saison trotz Pandemie noch sportlich – vielleicht auch reduziert von der Anzahl der Spiele her – beendet werden können?

Ich denke, dass sich diese Saison leider für dieses Jahr erledigt hat. Wir müssen da realistisch sein und den Blick in die weitere Zukunft richten. Heuer ist ein anderes Handling wohl nicht machbar.

Beim Blick in die weitere Zukunft fällt auf, dass der Verein vor wenigen Tagen den Kontrakt mit dem neuen Trainer Petr Vorisek vorzeitig um eine weitere Saison verlängert hat. Ein großer Vertrauensvorschuss. Wobei man beim bislang einzigen Saisonauftritt (5:1-Heimsieg gegen Bad Aibling) die taktische Handschrift, die athletischen wie spieltechnischen Fortschritte durchaus erkennen konnte.

Petr macht es einfach Spaß beim ERSCO und seinem Umfeld. Er hat nach dem Double mit Germering in Form von Meisterschaft plus Aufstieg und Pokalsieg bewusst eine neue Herausforderung gesucht. Er ist besonders wichtig gerade für unsere jungen Spieler und findet den richtigen Ton. Wir konnten mit Petr Vorisek einen echten Profi weiter verpflichten. Die Zusammenarbeit fruchtet. Wir haben nun früh mit ihm verlängert, um dann nächstes Jahr das Projekt Landesliga-Aufstieg konsequent fortzuschreiben.

Ein echtes Ausrufezeichen am Haidgraben. Zu sportlichen Meriten gehört aber auch eine visionäre Trainingsausgestaltung. Ist dies derzeit zu gewährleisten?

Es ist schwierig, zugegeben. Aber wir sind ständig im Training. Zum Individualtraining üben wir online in unseren Teams zwei- bis dreimal wöchentlich. Das ist eine Herausforderung, die wir aber bewältigen müssen und wollen. An dieser Stelle ein Lob an alle. Es funktioniert. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass es in den Teams vor Ort am Haidgraben möglichst bald wieder losgeht. Zum Abschluss blicken wir im Dunkel dieser Zeit auf das Licht am Horizont.

Stichwort Feste und Feiern. 2022 wird der ERSCO stolze 50 Jahre alt. Auf welche Sause dürfen wir uns freuen?

Die Planungen laufen auf Vorstandsebene bereits. Da will ich noch nicht vorgreifen. Stattdessen möchte ich in dieser schwierigen Situation einfach mal „Danke“ sagen. Ob Sportpark GmbH oder Gemeinde. Die Zusammenarbeit dieses Jahr war vorbildlich. Wir haben in dieser schwierigen Zeit alle an einem Strang gezogen.

Ihr Motto für 2021?

Genieße den Tag, mache das Beste daraus und gib´ niemals auf. Man lebt schließlich nur einmal.

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