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Blaue Wand: Die Haarer Eric Neusatz (15) und Maximilian Kracher (5) stellen sich dem Garchinger Werfer Korbinian Pichler in den Weg.

Handball: Unterschiedliche Gefühlslagen im Kellerduell

Garching steht nach Pleite gegen Haar das Wasser bis zum Hals 

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Im Kellerduell des VfR Garching gegen den TSV Haar – der eine Tabellenletzter, der andere Vorletzter der oberbayerischen Bezirksliga 1 – sind auf den ersten Blick zwei Handballklubs in ähnlicher Situation aufeinandergetroffen. Bei genauerem Hinsehen jedoch zeigt sich, dass die Gefühlslagen der beiden Kontrahenten unterschiedlicher kaum sein könnten.

Garching/Haar – Da ist auf der einen Seite der Aufsteiger aus Haar, für den vom Saisonstart weg klar gewesen sei, „dass es für uns nur um den Klassenerhalt geht“, sagt Trainer Karsten Bunz. Er konnte nach der Meisterschaft in der Bezirksklasse nicht nur die Euphorie in die neue Spielzeit mitnehmen, sondern auch nahezu den kompletten Kader. Davon konnte der VfR Garching auf der anderen Seite bloß träumen: Nachdem der Klub haarscharf am Aufstieg in die Bezirksoberliga vorbeigeschrammt war, habe er im Sommer elf Abgänge verzeichnet, berichtet Trainer Michael Schmidt – davon fünf aus seiner ersten Sieben. „Es war klar, dass es schwer wird“, sagt der Coach. „Aber dass es so schwer wird, hätte ich nicht gedacht.“ Aktuell jedoch merke man seinem Team an, dass es „komplett verunsichert“ sei. Das zeigt sich auch im Derby gegen Haar, das der VfR am Ende mit 23:26 verliert.

„Für uns war das ein extrem wichtiger Sieg“, freut sich TSV-Trainer Bunz über den Erfolg im letzten Hinrundenspiel. Zwar rangiert sein Team weiter auf einen Abstiegsplatz, jedoch gibt sich der Coach zuversichtlich, dass die zweite Halbserie besser laufen wird. „Wir haben in der Hinrunde mehrere Spiele mit nur einem Tor verloren. Da haben wir als Aufsteiger Lehrgeld bezahlt.“ Prinzipiell aber, davon ist Bunz überzeugt, sei die Bezirksliga „die richtige Liga für die Mannschaft“.

In Garching dagegen sieht die Lage düsterer aus – dabei fehlte dem Team in der Vorsaison bloß ein Sieg zum Aufstieg. Dieser sei das erklärte Ziel gewesen, sagt Schmidt. Nachdem das verpasst wurde, verabschiedeten sich mehrere Leistungsträger wie Lucas Baierlein (Ismaning), sein Bruder Nico Baierlein (Blumenau) und Sebastian Lehmann (Allach). Überdies hörten etliche Spieler auf oder zogen fort. Auch er selbst habe über einen Rücktritt nachgedacht, sagt Schmidt. Ein Grund hierfür sei die vergangene Pokalrunde gewesen, in der Garching bis ins Final Four vorstieß, zu dem einige Spieler nach Ende des Ligabetriebs aber nicht mehr antreten wollten.

„Danach hatte ich ein bisschen die Schnauze voll“, sagt der Coach. Doch nach längerem Grübeln entschloss er sich doch zum Weitermachen. „Ich wollte das sinkende Schiff nicht einfach verlassen“, sagt Schmidt, der den VfR seit zwölf Jahren betreut und inzwischen auch Abteilungsleiter ist. Infolge der vielen Abgänge rückten etliche Spieler aus der Reserve in den Kader auf. Dieser habe, wenn man komplett sei, durchaus das Zeug für die Bezirksliga, glaubt der Trainer. Jedoch befinde sich die Mannschaft aktuell in einer Negativspirale, die nur eines stoppen könne, so Schmidt: „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis.“

Wobei der Trainer natürlich weiß, dass seinem VfR spätestens nach der Derby-Pleite das Wasser bis zum Hals steht. „Ein Abstieg wäre natürlich nicht schön“, sagt Schmidt. In diesem Fall müsse das Ziel der baldige Wiederaufstieg sein. „Aber ob ich dann noch mal die Kraft und Energie habe, das anzugehen – das weiß ich wirklich nicht.“

VfR Garching – TSV Haar 23:26 (9:15)

VfR: Horst, Piet – Katzenmeier (5), Pichler (4), Straßl, (3), Lienkamp (3), Türk (3), A. Baierlein (2), Vissmann (2/1), Brandl (1), Jakob, Preuß, Hildebrandt.

TSV: Masic, Rousselle – Plenk (7/4), Lupper (6), Kracher (5), Neusatz (5), Schmidt (3), Kempe, Schwörer, Rasche, Neumayer, Linner.

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