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Routine bei der Annahme: Andreas Balser und der SVL verlieren beide Spiele in der BOS/FOS-Halle.
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Drei und drei ist sechs. Lohhofs Trainer Hansi Heeb hat beim jüngsten Bezirksliga-Spieltag genau eine Mannschaft zusammenbekommen.
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Routine im Angriff: Thomas Weilnhammer (rechts) sagt: „Die Stimmung passt bei uns, die Mannschaft hat eine gute Dynamik.“

Im Blickpunkt: Volleyballmänner des SV Lohhof 

„Ein cooler, bunter Haufen!“

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Es gab Zeiten, da haben sich am Eingang des Carl-Orff-Gymnasiums Zuschauerschlangen gebildet, wenn die Volleyball-Männer des SV Lohhof gespielt haben. Da hat es dann auch das scheinbar schwächere Geschlecht im frauendominierten Lohhofer Volleyball geschafft, für ordentlich Stimmung rund ums Großfeld im Carl-Orff-Gymnasium zu sorgen. Heute müssen sich die Männer, etliche Klassen niedriger, den Zuspruch teilen, etwa beim großen Heimspieltag in der Lohhofer BOS/FOS-Halle.

Lohhof – Da herrschte fast ein bisschen Turnieratmosphäre, als die Damen III und V, und eben auch die Herren I, ihre Gäste empfangen haben. Und weil das in den unteren Ligen pro Heimmannschaft immer zwei Gäste sind, waren die Tribünen gut gefüllt – allerdings nicht nur mit den spielfreien Mannschaften. Im Kiosk standen allerhand Leckereien bereit, die Selbstbedienungskasse war gut gefüllt.

Dass die Männer nach dem Abstieg aus der Landesliga in der letzten Saison auch bei diesem Doppelspieltag ausgerechnet gegen den Ligafavoriten Rosenheim beim 2:3 einen Punkt holen konnten, gegen die eigentlich schwächer eingeschätzte VSG Isar Loisach beim 1:3 aber leer ausgingen, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. „Das war anders geplant, aber der Punkt gegen Rosenheim war auch nicht geplant“, sagt Trainer Hansi Heeb, der die Herren I 2016 übernommen hat. Eigentlich muss man sagen: Der mit seiner Mannschaft den Titel Herren 1 übernommen hat.

Denn als sich der SVL vom höherklassigen Männervolleyball verabschiedet und die abgestiegene Regionalligamannschaft gleich in die Landesliga zurückgezogen hat, da war Heeb Trainer der Zweiten und mit der gerade aus der Bezirksliga abgestiegen. „Statt ab- sind die Jungs dann in die Landesliga aufgestiegen“, verdeutlicht Susanne Pfeiffer, die sich zu Regionalligazeiten noch als eine Art Teammanagerin um die Männer gekümmert hat. Jetzt machen die das selbst, aber Pfeiffer schaut trotzdem noch gerne zu: „Das ist ein cooler, bunter Haufen!“

Am Samstag ein sehr dezimierter cooler Haufen, mit sechs Akteuren war Lohhof gerade so spielfähig. Die Aufstellung ohne Zuspieler hat Heeb mit dem Team gemeinsam ausgetüftelt, „das macht die Mannschaft aus: Alle sind offen und wollen immer was Neues Lernen. Und der Zusammenhalt ist super!“ Dass es dann beim ersten Heimspieltag nur ein Punkt wurde – Schwamm drüber. „Isar-Loisach war viel besser als gedacht“, hakt Mannschaftskapitän Thomas Weilnhammer, der ehemalige reine Freizeitvolleyballer, die Niederlagen ab: „Die Stimmung passt bei uns, die Mannschaft hat eine gute Dynamik.“

An die Zeiten, als im gesamten Lohhofer Männervolleyball Dynamik und Aufbruchstimmung herrschte, hat von der heutigen Ersten keiner mehr Erinnerungen. Anfang, Mitte der 90er hatten sich die SVL-Männer aufgemacht, es den immer erfolgreicheren Lohhofer Frauen gleichzutun. Nach ein paar Jahren Zweitklassigkeit hat das 1997 auch geklappt: Die Saison 1997/98 waren die SVL-Männer erstklassig.

Nach einem Jahr war’s mit der Herrlichkeit trotz Playoff-Teilnahme wieder vorbei – auch für die Lohhofer Männer fielen die Sponsorengelder nicht vom Himmel. Nach ein paar Jahren Pendeln zwischen Zweiter Liga und Regionalliga stürzte der ehemalige Erstligist 2008 erstmals in die Bayernliga ab. Schon damals wurde die Frage laut, wo es denn hingehen solle mit den Männern, es war die Zeit, als die Frauen noch einmal einen Erstligaversuch starteten.

Die Männer richteten sich derweil dank Spielrechtsübertragung und Spielerzulauf von der DJK Würmtal noch einmal für ein paar Jahre in der Regionalliga ein, doch spätestens mit dem Umzug in die modernere BOS/FOS-Halle wurde die Tristesse so richtig deutlich, die die Männer über die Jahre irgendwann eingeholt hatte: Nach Einführung der Dritten Liga war die Regionalliga nur noch viertklassig, in die größere, weitläufigere Halle verirrten sich kaum Zuschauer, nicht mal aus den eigenen Reihen.

Aber so richtig Begeisterung haben die SVL-Männer, die konstant um Mitspieler und den Klassenerhalt kämpfen mussten, auch nicht mehr verströmen können. Als dann im April 2016 der Gang in die Bayernliga unvermeidlich war, kam die entscheidende Frage aufs Tablett: Finden sich noch genug Leute, die die Motivation und die Klasse haben, wieder aufzusteigen? Die Antwort blieb „Nein“, so sehr vor allem der stellvertretende Abteilungsleiter und langjährige Herren-1-Spieler und –Trainer Christian Mürle auch suchte. Also sind Hansi Heeb und seine Reservemänner ins kalte Landesligawasser geworfen worden und mit exakt null Siegen in die Bezirksliga abgestiegen. So tief unten war Lohhofs Erste höchstens mal kurz am Anfang ihrer 40-jährigen Historie. Aber die ist Geschichte, und Heeb mit seinem Team jetzt „genau da, wo wir hingehören.“

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