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Die aktuelle Entwicklung seiner Mannschaft stimmt Hachings Trainer Patrick Steuerwald nachdenklich.

Knick in der Entwicklung

  • Umberto Savignano
    vonUmberto Savignano
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Die Volleyballer des TSV Unterhaching kommen in der 1. Bundesliga nicht voran.

Unterhaching – Gerade mal zwei Wochen ist es her, da wähnten sich die Volleyballer des TSV Unterhaching noch auf dem richtigen Weg. Das junge, ins kalte Wasser der Bundesliga geworfene Außenseiter-Team hatte offenbar schnell gelernt, im fünften Saisonspiel gegen Rekordmeister VfB Friedrichshafen den ersten Satz geholt, eine Woche später gegen Lüneburg den nächsten Durchgang gewonnen und einen weiteren knapp verpasst, schließlich folgte bei der zweiten Youngster-Truppe der Liga, dem VCO Berlin, mit einem 3:2 nach 0:2-Rückstand der erste Sieg.

Doch seither hat sich der Trend umgedreht. Nach dem 0:3 (15:25, 10:25, 21:25) bei den SWD Powervolleys Düren blieb dem einmal mehr enttäuschten TSV-Coach Patrick Steuerwald nur das Eingeständnis: „Das war heute die dritte saftige Niederlage in Folge, fast schon eine Klatsche. Das nagt schon.“

Die erste dieser drei glatten Pleiten, das 0:3 bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen, hatten die Hachinger sicher nicht zu Unrecht noch damit erklärt, dass sie keine 24 Stunden nach dem Kräfte zehrenden Erfolg über den VCO erneut ran mussten. Doch danach, im Derby gegen Herrsching hätten sie die Müdigkeit des Gegners ausnutzen können, der drei Tage zuvor das Pokalhalbfinale bei den Netzhoppers auf bittere Art und Weise 2:3 verloren hatte. Es gelang ihnen beim klaren 0:3 jedoch nicht ansatzweise.

Die Dürener gingen ebenfalls leicht angeschlagen in die Partie. Zum einen mussten sie neben dem verletzten Libero Blair Bann wegen Corona-Quarantäne auch auf ihren Kapitän Michael Andrei verzichten. Zum anderen hatten sie tags zuvor schon gegen den VCO Berlin gespielt und sich beim 3:1 schwerer getan als erwartet.

Vielleicht war aber gerade dieses mühselige Spiel der Auslöser einer besonders konzentrierten Vorstellung der Westdeutschen gegen die Hachinger. „Wir haben unsere Lektion gelernt. Es passiert nicht, dass sich ein Team auf den Boden legt und freiwillig gegen uns verliert, nur weil wir oben in der Tabelle stehen“, sagte Dürens Trainer Rafal Murczkiewicz. „Wenn wir nicht von Anfang an 100 Prozent geben, dann wird jeder Gegner gegen uns Vollgas spielen.“ Und die Rheinländer gaben 100 Prozent: Von Beginn an ließen sie dem TSV nicht den Hauch einer Chance. Nach dem 15:25 im ersten Durchgang war Hachings 3:2-Führung im zweiten auch nur ein Strohfeuer, wenig später hieß es 5:13, am Ende 10:25.

Immerhin: Steuerwalds Truppe zeigte nach dem 3:8-Rückstand im dritten Satz eine kleine Trotzreaktion, verkürzte auf 11:13 und danach noch einmal von 12:17 auf 15:17. Doch gelang es nie, den Gegner ernsthaft in Verlegenheit zu bringen, nach dem dritten Matchball stand eine Blitzniederlage in 61 Minuten. Dass Dürens 21-jähriger Ersatz-Zuspieler Eric Burggräf von Steuerwald zum wertvollsten Spieler des Gegners ernannt wurde (beim TSV erhielt Fabian Suck die silberne MVP-Medaille), mag für den breiteren Kader der Westdeutschen sprechen, die mit dem neunten Sieg am Stück die Tabellenspitze eroberten. Doch mit den eigenen personellen Möglichkeiten und der Unerfahrenheit seiner Mannschaft allein wollte Steuerwald den aktuellen Trend nicht erklären: „Ich sehe zu viele Fehler derzeit. Die Frage ist: Liegt das an uns oder am Gegner? Wir haben zuletzt gegen einen Pokalfinalisten und gegen zwei Meisterschafts-Halbfinalkandidaten verloren. Das ist sicher nicht unsere Kragenweite. Trotzdem bringen wir unsere Trainingsleistungen nicht aufs Feld. Das stimmt mich schon nachdenklich.“

TSV Unterhaching: B. Sagstetter, J. Sagstetter, Friedrich, Zahar, Topuzliev, Suck, Graven (L); Chefai, Gehringer, Paduretu

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