Wenn die neue Halle steht: Gesundheits- und Seniorensport soll beim TSV Grasbrunn ausgebaut werden.  Foto: dpa
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Wenn die neue Halle steht: Gesundheits- und Seniorensport soll beim TSV Grasbrunn ausgebaut werden. 

TSV Grasbrunn wertet aus, welches Angebot sich die Sportler für die neue Halle wünschen

Wer hat Lust auf Drehdolami?

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Grasbrunn – „Lust auf Drehdolami?“ Diese Worten prangten im Februar über einer Meldung auf der Webseite des TSV Grasbrunn – was Raum für allerlei Spekulationen bot. Ist Drehdolami eine Ballsportart aus Asien? Vielleicht ein Tanz? Oder doch eine dem Diskuswurf ähnliche Leichtathletik-Disziplin, bei der man ein Ding namens Dolami möglichst weit schleudern muss?

Die Antwort, sagt TSV-Vorsitzender Ulrich Hammerl, ist ganz einfach: „Das hat überhaupt keine Bedeutung. Wir wollten damit einfach nur die Neugier unserer Mitglieder wecken.“

Und das ist offenbar gelungen: Immerhin 168 Sportlerinnen und Sportler nahmen bis Mitte März an der Umfrage teil. Federführend wurde sie von TSV-Schatzmeisterin Franziska Raabs-Gast erstellt – vor dem Hintergrund der neuen Turnhalle, die derzeit an der Grundschule Neukeferloh entsteht. Denn sie wird dem Verein ab September ganz neue Möglichkeiten zur Erweiterung seines Sportangebots eröffnen. Was sich die Mitglieder wünschen? Die Online-Umfrage brachte da eine ganze Reihe von Vorschlägen zutage – von Basketball bis Handball, über zusätzliche Gymnastik- und Tanzangebote bis hin zu Badminton und Mutter-Kind-Fitnesskursen.

„Das ging querbeet durch“, sagt Vorsitzender Ulrich Hammerl über die Rückmeldungen. Sie liegen nun beim eigens gegründeten Arbeitskreis Turnhalle, der sie in die weiteren Planungen mit aufnehmen wird. Zunächst aber gelte es, eine Nutzungsvereinbarung mit der Gemeinde abzuschließen, sagt Hammerl. „Wenn die auf dem Tisch liegt, dann können wir uns überlegen, welche Sportarten wir anbieten wollen, und uns danach auf die Suche nach Übungsleitern machen.“

Ulrich Hammerl, Vorsitzender des TSV Grasbrunn, beklagt einen Mitgliederschwund.

Wobei der TSV in einigen Bereichen bereits auf geschultes Personal zurückgreifen kann. Im Gesundheits- und Seniorensport etwa – eine Sparte, die in den vergangenen Jahren einen regelrechten Boom erlebt hat – habe man in Grasbrunn schon 2004 unter der Leitung der heutigen BLSV-Kreisvorsitzenden Elke Baumgärtner erste Kurse angeboten, sagt Hammerl. In der Folge konnte das Angebot jedoch nicht ausgebaut werden – wegen des Mangels an geeigneten Räumlichkeiten.

Die beschränkten Hallenkapazitäten hätten eine weitere Entwicklung des Sportangebots bislang verhindert, sagt Vorsitzender Ulrich Hammerl. Daher habe sich der Verein schon vor langen Jahren für eine neue Turnhalle starkgemacht. Sie wird nun als Zweieinhalbfach-Halle gebaut, und was für den TSV Grasbrunn mindestens ebenso wichtig ist: Neben dem Spielfeld, das mittels Vorhängen dreigeteilt werden kann, entstehen im Erdgeschoss auch zwei Gymnastikräume. Dort könne der Verein beispielsweise Seniorensport, Yoga, Tanzunterricht und vieles mehr anbieten, sagt Hammerl – und das auch schon vormittags.

Entsprechend fiebern sie in Grasbrunn der Eröffnung der neuen Sportstätte im September entgegen – auch, weil dies ein Lichtblick inmitten schwieriger Zeiten ist. Denn wie fast alle Vereine leidet auch der TSV unter der Coronakrise. „Wir haben einen gewissen Mitgliederschwund“, sagt Hammerl offen. Schließlich habe man infolge der Corona-Einschränkungen nun schon seit etlichen Monaten keine Neumitglieder mehr verzeichnen können. „Normalerweise haben wir circa hundert Neuzugänge pro Jahr“, sagt der Vorsitzende.

Erst kürzlich hat der Verein den Einzug der Beiträge seiner circa 1000 Mitglieder abermals verschoben, und zwar auf Anfang Juli. Damit wolle man den Sportlerinnen und Sportlern „in dieser schwierigen Zeit“ etwas entgegenkommen, hieß es vonseiten der TSV. In der Folge könnte es passieren, so Hammerl, „dass wir im Juli kein Geld mehr haben“. Schließlich sollen die Rücklagen möglichst unangetastet bleiben: „Die wollen wir für die Geräte in der neuen Halle verwenden“, sagt der Vorsitzende.

Aller Widrigkeiten zum Trotz sei er mit Blick auf die Zukunft des TSV zuversichtlich betont Hammerl: „Dem Verein geht‘s nicht so schlecht.“ Und bisher sei man auch erfolgreich gewesen in dem Bestreben, möglichst alle Übungsleiterinnen und Trainer zu halten. Schließlich werden sie nach der Coronakrise und spätestens mit der Eröffnung der neuen Turnhalle dringend gebraucht beim TSV Grasbrunn – auch für neue Sportangebote jenseits von Drehdolami.

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