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Spitzentrio im Ziel: Heiko Middelhoff (3. Platz) und die zeitgleichen Schnellsten über 21,4 Kilometer, Johannes Hillebrand (Gesamtsieger) und Josef Katib (v.l.).
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Ideale Vorbereitung: Andreas Allwang aus Haar trainiert für ein Rennen durch Madeira über 117 Kilometer und 7100 Höhenmeter; in Ismaning wurde er Siebter
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Flott unterwegs: Frauen-Tages- und Seriensiegerin Tina Fischl (WSV Otterskirchen) hat erst vor 14 Tagen den Bad Füssinger Wintermarathon bestritten (und in 2:51 Stunden gewonnen). 

Leichtathletik 

Führungsduo wird auf falsche Fährte gelockt

Johannes Hillebrand krönt seine lange Karriere mit dem zweiten Ismaninger Seriensieg – und will prompt mehr. Wie viele weitere Top-Teilnehmer, für die das Ismaninger Winterevent ein wichtiger Saisonbaustein ist.

Ismaning Fast wäre Heiko Middelhoff (LAC Quelle Fürth) am Sonntag der lachende Dritte in Ismaning gewesen. Denn der Führungsradler hatte das Spitzenduo Johannes Hillebrand (LG Stadtwerke München) und Josef Katib (LAC Quelle Fürth) beim letzten Kilometer auf eine falsche Fährte gelockt, mitten hinein in das Labyrinth der tausend Autos auf den Parkplätzen des Ismaninger Sportparks. Doch die beiden Routiniers nahmen den Fauxpas gelassen, umkurvten noch eine Absperrung und querten nach 1:14:08 Stunden nebeneinander die Ziellinie. Middelhoff traf 27 Sekunden später ein.

Für den 37-Jährigen Hillebrand war es erst der zweite Seriensieg in seiner ewig langen Laufkarriere, sein Konkurrent und langjähriger Kollege Katib – der selber leicht angeschlagen ins Rennen gegangen war und deswegen auf eine Attacke verzichtet hatte – gönnte dem langen Läufer den Erfolg anscheinend von ganzem Herzen. „Warum sollen wir uns hier gegenseitig abschießen, wir haben ja noch weitere Ziele.“

Der Erlanger sprach damit vielen Topathleten aus der Seele. Zum Beispiel Hillebrand. Der nach dem ersten Freudentänzchen sofort in die nahe Zukunft schaut: „Jetzt will ich bei den Bayerischen 10 000 Meter-Meisterschaften angreifen“. Die finden am 25. März in Regensburg statt. Katib und Middelhoff haben sich ein näheres Ziel gesetzt: die Deutschen Crossmeisterschaften am 11. März. Dort wollen die Fürther unbedingt Teammeister werden. Die drei sind keine Einzelfälle, im Gegenteil: Viele Ausdauerspezialisten nutzen die Ismaninger Winterlaufserie als gezielte Vorbereitung auf ihre ersten Saisonhöhepunkte. Der verlängerte Halbmarathon gilt dabei als besonders harte Trainingseinheit – die versüßt wird durch die gute Organisation und familiäre Atmosphäre (trotz neunhundert Startern). So hatte zum Beispiel die Frauen-Tages- und Seriensiegerin Tina Fischl (WSV Otterskirchen) erst vor 14 Tagen den Bad Füssinger Wintermarathon bestritten (und in 2:51 Stunden gewonnen). Die Konditionskönigin musste daher in Ismaning an ihre Grenzen gehen: „Das war heute schon hart.“ Doch Fischl hat ihr nächstes Ziel klar im Visier: „Die Deutschen Halbmarathonmeisterschaften Anfang April.“ Dort will die 40-Jährige unbedingt auf’s Treppchen.

Auch der in Haar lebende Extrem-Ausdauersportler Andreas Allwang, der als Siebter nach 1:19:01 Stunden eintraf, will im April seinen ersten großen Wettkampf bestreiten: ein 117-Kilometer-Rennen quer durch Madeira, bei dem 7100 Höhenmeter zu bewältigen sind. Auf die Frage, ob ihm der flache Ismaninger Kurs nicht langweilig vorgekommen wäre, lachte Allwang nur: „Nein, das ist ein tolles Rennen hier, die ideale Vorbereitung für mich.“ Ähnlich argumentierte die Triathletin Anja Kobs vom Erdinger Alkoholfrei-Regionalteam: Sie hatte das vergangene Wochenende zur „Belastungsspitze“ erkoren: „Gestern war ich auf einem Crosslauf in Bad Endorf; heute Fünfte in Ismaning, das hätte ich nie erwartet.“

Wieder andere nutzten den Lauf als Motivationsspritze: „Ich war lange verletzt“, erklärte Thomas Mittag (TSV Jetzendorf), ein Ismaninger Stammgast, der im vergangenen Jahr die Serie als Fünfter abschloss: „Es tut einfach gut, hier wieder schmerzfrei mitmachen zu können.“ Die Zeit war ihm ganz egal, wie vielen anderen Teilnehmern der 26. Winterlaufserie.                                  Horst Kramer 

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