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Im Kraftraum arbeitet Tobias Schmidt fleißig am Muskelaufbau.

Im Blickpunkt

Wintersportler werden im Sommer gemacht

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Der Neubiberger Skirennläufer Tobias Schmidt bereitet sich auf die Saison vor.  Schneetraining im August.

NeubibergGanz Deutschland ächzt derzeit unter der enormen Hitze. Das hält den Neubiberger Tobias Schmidt freilich nicht davon ab, eifrig zu trainieren. Dabei ist er Skirennfahrer. Aber es ist ja eine altbekannte Weisheit: Erfolgreiche Wintersportler werden im Sommer gemacht.

Tobias Schmidt ist nicht nur eines der größten Alpin-Skitalente der Region. Der 19-Jährige setzt auch abseits der Piste als Fußballer beim FC Biberg Akzente. Ein Multisportler, der in seiner raren Freizeit auch noch beim Felsklettern die Steilwände mit Bravour meistert. Derzeit hat der junge Athlet des renommierten Ski-Gymnasiums Saalfelden zwar offiziell Sommerferien. Doch die Vorbereitung auf die nächste Skisaison dulden auch im Juli keinen Aufschub. Im August, wenn andere der Strand lockt, absolviert Tobias zudem zwei Schnee-Trainingslager im Südtiroler Stelvio. Dazu arbeitet er während des Sommers individuelle, genau abgestimmte Trainingspläne im Sportzentrum der Bundeswehruniversität Neubiberg ab oder kickt mit seinen Freunden im Heimverein.

Der junge Neubiberger ist in der Szene längst kein Unbekannter mehr. Bei den großen FIS-Rennen als Unterbau der Weltcup-Bewerbe ließ er in seinen Sahne-Disziplinen s Slalom und Riesenslalom bereits wiederholt aufhorchen. Diverse Top-Ten-Resultate konnte der ausgewiesene Technik-Spezialist bei den vornehmlich in Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz gefahrenen Rennen bereits sammeln. Auch wenn den jungen Mann in der letzten Saison so manches Verletzungspech plagte und vor allem der Rücken schmerzte, hat er durch seine überzeugenden Pistenritte jetzt auch den Sprung in den nationalen Auswahl-Kader geschafft.

Sein Erfolg kommt nicht von ungefähr. „Der Tobias stand schon mit gut einem Jahr in seinem Bettstadel und schrie Ski fahren“, erzählt seine Mutter Maria Schmidt lachend. Dazu kam die Herkunft der Eltern: die Mutter aus Inzell, der Vater aus Traunstein. „Da waren die Berge schon früh sehr nah“, berichtet Tobias. Schon Vater Robert war Skirennfahrer.

Der Bub zeigte schnell Talent, mit vier Jahren war er schon Club- und Stadtmeister in Traunstein. Erfolge bei Nachwuchs- Rennserien folgten. 2015 wurde er Münchner Skimeister. Die Ausrichtung hat sich längst konkretisiert und ist professioneller geworden. Seit drei Jahren besucht Tobias das renommierte HIB Skigymnasium Saalfelden im Salzburger Land. In dieser Wiege hoch veranlagter Alpin-Skisportler haben schon diverse Branchengrößen die eng verzahnte Dual-Ausbildung aus Ski und Schule durchlaufen. Sicher kein schlechtes Omen markiert der Umstand, dass im Garmischer Thomas Dreßen eines von Tobias‘ sportlichen Vorbildern die gleiche Schule besucht hatte. Dreßen hatte mit seinem sportlichen Durchbruch in der abgelaufenen Saison für Aufsehen gesorgt - als er neben der Weltcup-Abfahrt in Kvitfjell und vielen Top-Platzierungen auf der legendären Streif am Kitzbüheler Hahnenkamm gewinnen konnte.

So weit ist Tobias noch nicht. Aber die Erfolge des Slalom-Artisten sprechen ebenfalls für sich. „Es war schon eine tolle Sache, den begehrten Schulplatz nach schwieriger und vor allem sportlich umkämpfter Aufnahmeprüfung zu bekommen“, sagt Tobias Schmidt und seine Mutter stimmt voller Stolz zu.

Dabei zählte bei weitem nicht nur der leistungssportliche Aspekt. „Ich musste erst einmal den Lernstoff von zwei Jahren Französisch kurzfristig nachlernen“, verrät der 19-Jährige. Die Tage mit vormittags Schule, Training am Nachmittag und Lernstunden abends verlangen vollen Einsatz. „Um 6.30 Uhr beginnt mein Tag. Es folgen verschiedene schulische Aufgaben und Trainingseinheiten bis zum Ende der Lernzeit abends um 20.30 Uhr.“

Der Neibiberger verfolgt ein klares Ziel. „Mein Traum ist es, während der kommenden Jahre in den A-Kader des DSV zu kommen“, formuliert Tobias klare Wünsche. Einer wie Thomas Dreßen habe schließlich vorgelebt, dass Weltcup, WM oder Olympia kein Traum bleiben müssen, sondern erlebbar sind. „Das kann man schaffen“, weiß der junge Mann. Die Hürden sind aber auch abseits der sportlichen Qualifikationskriterien hoch. Neben der zeitlichen Mehrfachbelastung kommt auch der finanzielle Aspekt zum Tragen. „Reisen, Material – das alles kostet“, sagt Maria Schmitt.

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