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Beobachter inn Ismaning: Boris Becker sieht auf der Tribüne des TCI deutsche Nachwuchshoffnungen
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Erinnerungsfoto mit Boris Becker (v.l.): Turnierdirektor Peter Aurnhammer, Mitorganisator Florian Kainz (Direktor des Instituts für Fußballmanagement Ismaning), Willi Wantosch (Vorsitzender des ausrichtenden TC Ismaning).
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Nicola Kuhn

Tennis – Wolffkran Open 

Boris Becker sorgt für volles Haus beim TCI

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Boris Becker kam und in Ismaning herrschte Ausnahmezustand. Der TC Ismaning hatte das größte Medieninteresse seiner Klubgeschichte.

Update vom 22. November 2017: Er sorgte dafür, dass ganz Deutschland sich für Tennis begeisterte. Wir blicken zum 50. Geburtstag von Boris Becker zurück auf Höhen und Tiefen der Tennis-Legende.

Ismaning Turnierdirektor Peter Aurnhammer hat „eher nicht“ damit gerechnet, dass einmal so viele Medienvertreter in den Ismaninger Sportpark kommen. Das gesamte Restaurant wurde bestuhlt für ein Pressegespräch mit Boris Becker als „Head of Men’s Tennis“ und Daviscup-Teamchef Michael Kohlmann, die über die Entwicklung des deutschen Herrentennis referierten. Die Botschaft war, dass heute acht Deutsche unter den Top 100 der Welt stehen, während es vor zwei Jahren nur zwei Profis waren.

Eher enttäuscht zog beim größten Medienauflauf der TCI-Vereinsgeschichte die Boulevard-Presse ab, die keine Aussagen zum Privatleben von der deutschen Tennislegende aufschnappen konnte. Der direkt aus London eingeflogene Becker schaute sich anschließend Nicola Kuhn an, der sein Erstrundenmatch 3:6, 5:7 gegen den polnischen Qualifikanten Hubert Hurkacz verlor. Anschließend suchte er zusammen mit Kohlmann das Gespräch mit dem großen Talent Kuhn, das aktuell für Spanien spielt und künftig unter deutscher Flagge bei den Turnieren antreten soll.

Boris Becker freute sich, dass insgesamt zwölf deutsche Spieler im Hauptfeld der Wolffkran Open stehen und die jungen Talente das Heimspiel so annehmen: „Man spricht wieder über Tennis. Wir haben tolle junge Spieler und die haben es sich verdient, dass über sie gesprochen wird.“ Die drei Deutschen, die bei der Auslosung die Setzliste anführten, würde Boris Becker auch gerne auf anderer Ebene sehen: „Es wäre toll, wenn die Deutschen auch einmal bei einem Masters-Turnier die Nummer eins, zwei und drei der Setzliste wären.

Für einen aus dem Trio der Toptalente ist das Turnier aber schon beendet, bevor es begonnen hat. Der an Nummer eins gesetzt Maximilian Marterer hatte kurzfristig wieder absagen müssen. Damit steigen die Chancen für Yannick Hanfmann, der als Nummer drei im Tableau am Samstag im Halbfinale auf Dustin Brown (2) treffen könnte. Daviscup-Teamchef Michael Kohlmann saß in der gestrigen Pressekonferenz neben Hanfmann und legte sich auf ihn als Siegertipp fest: „Dann setze ich ihn gleich einmal ein bisschen unter Druck.“ Der 25-Jährige sorgte dann auch für einige Lacher beim Vergleich des schwierigen Aufstiegs in der Tenniswelt mit der Explosion Beckers: „Du hast mit 17 Jahren Wimbledon gewonnen und ich saß mit 17 in der elften Klasse.“

Unterdessen betonte der Ismaninger Turnierdirektor den großen Nachholbedarf bei den deutschen Turnieren. So gibt es heuer in Italien 23 Challenger-Events und in Deutschland gerade einmal sechs. Ismaning habe einen Etat um die 150 000 Euro und einen Nachteil gegenüber anderen. „In der Türkei zahlt bei solchen Turnieren das Tourismusministerium gleich die gesamte Summe“, sagte Aurnhammer, der für das Ismaninger Turnier hochkarätige Sponsoren suchen und überzeugen musste.

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