In den letzten Tagen gab es große Verwirrung, ob Training für Kinder erlaubt ist, oder nicht.
+
In den letzten Tagen gab es große Verwirrung, ob Training für Kinder erlaubt ist, oder nicht.

Neues Corona-Infektionsschutzgesetz ab Samstag gültig

Große Verwirrung um Kindertraining - Erlaubt oder nicht?

  • vonRedaktion Ebersberg
    schließen

Die Regelung im aktualisierten Bundesinfektionsschutzgesetz, das der Bundestag am Mittwoch beschlossen hat, ist klar: Ab dem 24. April, also ab Samstag, dürfen Kinder unter 14 Jahren im Freien kontaktlos in Fünfergruppen trainieren.

Landkreis – Der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) um Präsident Jörg Ammon hatte sich in der am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung noch erfreut gezeigt: „Wir sind zufrieden, dass bei den neuen Regelungen nun doch noch zugunsten des Sports differenziert wurde.“

Was Ammon zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war: In der bayerischen Praxis ändert sich vorerst nichts. Eine Sprecherin des Bayerischen Gesundheitsministeriums teilte dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage mit: „Sofern in Bayern bereits bisher schärfere Regelungen galten, bleiben diese aufrechterhalten.“ Die zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt bis zum 9. Mai und erlaubt bei einer Inzidenz von über 100 nur „die kontaktfreie Ausübung von Individualsportarten allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands“.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) äußerte sich in einer am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Mitteilung wie folgt zu den bundeseinheitlichen Maßnahmen: „Was das für den Amateurfußball in Bayern zur Folge hat, ist aktuell noch offen.“ Und am Freitag bremste dann auch der BLSV via Facebook die Vorfreude: „Am Mittwoch waren wir noch erleichtert, dass die Bundes-Notbremse wenigstens kleine Verbesserungen für den Sport vorsah. Die Bayerische Staatsregierung hat diese Verbesserungen unverständlicherweise jedoch nicht übernommen.“

BFV kritisiert die Maßnahmen der Regierung

Es bleibe bei Inzidenzen über 100 also alles beim Alten – kein Joggen alleine ab 22 bis 0 Uhr und kein Training für unter 14-Jährige draußen in Fünfergruppen. Und weiter heißt es in dem Facebook-Beitrag des BLSV: „Wir haben uns selber davon verleiten lassen, auf Bundesebene kleine Verbesserungen erreicht zu haben. Da haben wir uns wohl zu früh gefreut, Entschuldigung. Dennoch: Wir kämpfen weiter.“

Generell kritisch kommentierte BFV-Präsident Rainer Koch aus Poing die jüngsten politischen Beschlüsse: „Das ist keineswegs der erhoffte und in unseren Augen längst überfällige Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall. Nahezu alle Experten-Meinungen und harten Fakten wurden erneut negiert.“ Er bleibe dabei: „Der Amateur- und Jugendfußball stellt kein pandemisches Problem dar, sondern ist vielmehr fixer Teil der Lösung. Das muss endlich auch so akzeptiert werden.“ Der Poinger weiter: „Bis heute kann niemand erklären, warum in der Schule getestete Kinder nicht auch am Nachmittag gemeinsam unter Aufsicht und unter Einhaltung der etablierten Hygienekonzepte trainieren dürfen. Sport ist wichtig für unsere Gesellschaft, er ist wichtig für die Gesundheit. Der Sport gibt Menschen Bewegung und Lebensfreude zurück, ganz besonders Kindern und Jugendlichen. Das bleibt ihnen mit dieser Regelung, von der wir im Moment nicht wissen, ob sie in Bayern überhaupt gilt, faktisch verwehrt.“  

(mlt/jpi)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare