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Eckl: „Kein einziger Corona-Fall kommt vom Fußballspielen“

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Bernhard Slawisnki (li.) und Heinz Eckl sprechen über mögliche Maßnahmen durch die Corona-Pandemie
Bernhard Slawisnki (li.) und Heinz Eckl sprechen über mögliche Maßnahmen durch die Corona-Pandemie © Archiv/Roland Halmel

Die Kreisspielleiter Heinz Eckl (Zugspitze) und Bernhard Slawinski (München) sprechen über die steigenden Corona-Zahlen und die möglichen Folgen für den Amateurfußball.

In Deutschland steigen die Corona-Fallzahlen in den letzten Tagen wieder rapide an. Im Saarland und in Bremen müssen die Amateurfußballer mindestens für die zwei kommenden Wochen deshalb pausieren. In Bayern sind solche Szenarien bisher noch nicht vorgesehen. Allerdings wurden im Kreis Inn/Salzach alle Spiele des neu ins Leben gerufenen Ligapokals ab der Kreisliga abwärts bis auf Weiteres ausgesetzt. Auch in Bayern könnte zwei Monate nach dem Re-Start schon wieder der Spielbetrieb eingeschränkt werden.

Was bedeutet das für die anderen oberbayerischen Bezirke? Wir haben bei Heinz Eckl, Kreisspielleiter im Zugspitz-Bereich und Bernhard Slawinski, seinem Pendant aus München nachgefragt, ob auch die anderen Regionen bald die Notbremse ziehen.  

Heinz Eckl sieht sich als Dienstleister der Regierung 

Eckl, bei dem mit dem Berchtesgadener Landkreis sogar ein Lockdowngebiet in seinem Handlungsfeld liegt, stellt klar, dass jedes einzelne Gebiet voneinander getrennt und separat bewertet wird. Außerdem hat er selbst keinen Einfluss auf diese Entscheidung. Er fungiere in dieser Hinsicht nur als „Dienstleister der Regierung“. Stand jetzt haben sich aber erst fünf Mannschaften aus dem Kreis Zugspitze bei ihm gemeldet und Bedenken geäußert, dass es möglicherweise nicht sinnvoll ist, den Spielbetrieb fortzusetzen. Laut dem Spielleiter, versuche man, „alle Spiele durchzubringen, solange es der Staat zulässt“. 

Mit den ganzen Spielabsagen und dem enormen Mehraufwand für die Vereine, Vorstände, Vorstände, Freiwilligen und Kreisspielleiter, ist seiner Meinung nach die „ganze Geschichte momentan nichts anderes als absolut spaßbefreit“. Jede Woche muss er sich mit neuen Meldungen befassen und die Lage neu betrachten und bewerten. Außerdem steht er im ständigen Kontakt mit der Regierung. „Ich bekomme keine Ruhe mehr“, klagt Eckl. Um seine Aufgabe ist er deshalb im Moment nicht zu beneiden. 

Notfallplan von Eckl nicht vorhanden. „Wir schauen spontan“

Einen möglichen Notfallplan, falls der Worst Case eintritt und alle restlichen  Spiele in diesem Kalenderjahr abgesagt werden, gibt es laut Eckl bisher nicht. „Man muss einfach von Tag zu Tag schauen, was möglich ist. In einer offiziellen Sitzung wird von der Regierung entschieden, wie man in diesem Fall weiterverfahren würde“, sagt Eckl und fügt hinzu: „Der Ligapokal ist sowieso nur als Zuckerl für die Vereine gedacht gewesen und eine Aussetzung dieses Pokals wäre kein großes Problem.“

Der reguläre Ligaspielbetrieb hingegen bereitet ihm mehr Kopfschmerzen. „Im schlimmsten Fall würden die Spiele Anfang März nachgeholt werden, um die „verlorene Zeit wieder gutzumachen“. 

Eine Aussetzung des Spielbetriebs wegen der Corona-Pandemie lehnt Eckl klipp und klar ab. „Kein einziger Corona-Fall kommt vom Fußballspielen selber. Alle Betroffenen infizieren sich außerhalb des Fußballfeldes“, sagt Eckl.  Er lobt die Vereine und bezeichnet deren Verhalten als vorbildlich im Umgang mit den Hygienemaßnahmen und die Einhaltung der Hygienevorschriften. Die Entscheidung des BFV, die Hallenmeisterschaften für diesen Winter komplett abzusagen, befürwortet Eckl.  

Slawinski hat Notfallplan in der Hinterhand

Bernhard Slawinski, der Kreisspielleiter Münchens, stimmt seinem Kollegen nicht in allen Bereichen zu. Er hat beispielsweise schon einen Notfallplan erstellt, falls die Partien in der Landeshauptstadt aufgrund der Anordnungen nicht mehr durchgeführt werden können. Alle ausgefallenen Spiele sollen dann so früh wie möglich nachgeholt werden. 

Slawinski deutet an, dass einige Partien Anfang März gespielt werden, natürlich nur, wenn die Regierung und die Corona-Regeln dies zulassen. Slawinski ist der Meinung, dass der „Fußball für alle möglichen Bereiche notwendig ist“. Er hofft darauf, dass die angesetzten Spiele in den kommenden Wochen durchgeführt werden können und im neuen Jahr wieder etwas mehr Normalität einkehrt. 

Slawinskis Hörer klingelt Tag und Nacht

In puncto fehlendem Spaß bei seiner derzeitigen Aufgabe stimmt Slawinski seinem Zugspitz-Kollegen Eckl zu. Auch bei ihm steht das Telefon nicht still und läutet Tag und Nacht. Der zusätzliche Aufwand ist riesig. Vor allem den Job als Kreisspielleiter mit seinem Beruf zu vereinbaren, ist oftmals nur schwer machbar: „Alltag gibt es schon lange nicht mehr.“

Fußball an der frischen Luft ist seiner Meinung nach unbedenklich, wohingegen auch er Hallenfußball-Turniere in der jetzigen Situation ablehnt. Futsal mit zwei Vereinen sollten allerdings unter den notwendigen Hygienevorschriften machbar sein. 

(Jonas Weber)

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