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Maccabi München fordert die Unterstützung anderer Vereine. 

„Die Hemmschwelle ist niedriger geworden“

Maccabi Münchens Kampf gegen Antisemitismus im Fußball

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Maccabi München ist einer von 36 jüdischen Vereinen in Deutschland. Ein Klub, der jüdische Traditionen lebt, sich aber vor allem als integratives Element sieht.

  • Maccabi München kämpft gegen den Antisemitismus in Deutschland
  • Jugendleiter Alvaro von Lill-Rastern erzählt von persönlichen Erlebnissen
  • Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, hofft auf die Unterstützung der Vereine

Es ist immer noch ein weiter Weg hin zur Akzeptanz, Toleranz und dem Miteinander in der Gesellschaft. Denn die Gewalttaten im Amateursport nehmen wieder zu. Antisemitismus ist seit längerer Zeit wieder ein wachsendes Problem im Fußball. Und der Fußball ist ein Spiegel der Gesellschaft. 

Es ist eine Entwicklung, die Sorgen macht. Der Sport und die Vereine sind also gefordert. Maccabi München hat aufgrund seiner jüdischen Wurzeln oft mit Anfeindungen zu kämpfen, wie Jugendleiter Alvaro von Lill-Rastern bei Sky Sport News erzählt: „Man hat einen Spieler lauthals aufgrund seiner jüdischen Herkunft beleidigt. Und das mit Worten, die man nicht unbedingt wiedergeben will. Das hat mir definitiv zu Denken gegeben.“ Das ist aber kein Einzelfall in Deutschland. Experten nehmen einen Zuwachs an Antisemitismus im Fußball wahr. Auch Alon Meyer, der Präsident von Makkabi Deutschland, sieht den erschreckenden Anstieg an Anfeindungen gegen Juden: „In der jüngsten Vergangenheit ist es leider so, dass die Übergriffe sich wieder angehäuft haben. Die Hemmschwelle ist niedriger geworden.“

Maccabi München ist mehr als nur ein Fußballverein

Alvaro von Lill-Rastern ist Jugendleiterbeim TSV Maccabi München. Und er schwärmt von seinem Verein: „Es ist einfach ein Ort zum Wohlfühlen. Man hat hier Freunde oder sogar Verwandte. Es ist wirklich dieses Family-Feeling hier.“ 

Bei Maccabi sind alle Menschen  - unabhängig ihres Glaubens oder ihrer Herkunft - willkommen. Das perfekte Beispiel ist Alan Zander. Er kommt aus Kolumbien und ist Jude. Den engsten Draht im Team hat er zu einem Muslim, der aus dem Iran kommt: „Er ist einer meiner besten Freunde hier. Wir sind wie Brüder. Auch wenn einer von uns nicht mehr hier spielen sollte.“

Genau dafür steht auch Alon Meyer. Er will mit dem Sport Vorurteile aus der Welt schaffen: „Der Sport ist ein tolles Werkzeug, um Menschen miteinander zu verbinden, um Brücken zu bauen und Stereotypen abzubauen.“

Die Vereine sind gefordert

Alon Meyer hofft jetzt auf die Unterstützung der Vereine: „Man muss erkennen, dass man eine sozialpolitische Aufgabe hat. Warum sollte es nicht auch einen Antisemitismus-Beauftragten im Sport geben?“ Meyer will die gegnerischen Mannschaften sensibilisieren. Er besuchte zum Beispiel die Anne-Frank-Bildungsstätte. 

Auf der großen Fußballbühne hat der Antisemitismus bereits abgenommen. Durch Männer wie Alon Meyer sollen nun auch im Amateursport die Anfeindungen gegen Juden weniger werden.

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