München bleibt Austragungsort für die Em 2021.
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München bleibt Austragungsort für die Em 2021.

Alles dreht sich um das Geld

Die Entwicklung des Profifußballs - Nur noch Kopfschütteln

  • vonRedaktion Ebersberg
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Ein Kommentar von Erwinn Zimmermann, Vorsitzender des SKK Poing, zur Sport-Berichterstattung der vergangenen Tage.

„Wenn man die Presse verfolgt, versteht man die Welt nicht mehr. Eine Kanzlerkandidatenposse und dann die Ankündigung einiger Fußballvereine, die den Hals nicht voll kriegen, eine eigene Liga zu gründen und die Forderung der UEFA an München, Zuschauer zuzulassen, ansonsten keine Europameisterschaft in München.

In Zeiten der Pandemie sind das alles ganz, ganz schlechte Vorbilder für den Nachwuchs im Amateursport und die gesamte Bevölkerung. Der Nachwuchs im Sport – natürlich auch im Kegelsport – braucht Vorbilder, Idole, denen es nachzueifern lohnt, um eine eigene sportliche Karriere anzustreben. Der Heimatverein um die Ecke gibt dabei die erste Hilfestellung, und so bauen Kinder Bindungen auf, lernen Siege und Niederlagen einzuordnen und soziales Verhalten.

Profibereich verliert an Vorbildscharakter

Jetzt muss man auch noch über Gehaltsverhandlungen von 12 Millionen und Ablösen für Trainer bis zu 10 Millionen Euro lesen und lernt schmerzlich, wie sich der Sport drastisch verändert hat. Das hat keinerlei Vorbildfunktion für die Jugendlichen und macht in vielen Sportarten das Vereinsleben in der gewohnten Form kaputt. Auch im Kegelsport ist international eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Auch hier steht das Geld und der Erfolg vor Rücksichtnahmen auf die Gesundheit der Sportler/innen. Der Sport beerdigt sich langsam selbst, da nur noch verwaltet und nicht mehr vernünftig gestaltet wird. Der negative Virus im Spitzensport hat die Randsportarten längst erreicht.

Die meisten Funktionäre schweigen zu diesen Themen oder haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Gerade in unserem Bezirk werden nur Gründe für den Niedergang gesucht, aber nicht nach Möglichkeiten, eine radikale Änderung herbeizuführen. Die Erfolge der „Alten“ werden aufs Schild gehoben, um die fehlende Nachwuchsarbeit zu übertünchen. Erfrischende Ausnahme ist hier der DKBC und Teile seiner Funktionäre, hier wurden die Zeichen der Zeit erkannt und Überlegungen für die Zukunft angestellt.

Appell an die örtliche Politik

Die Politik vor Ort ist mehr denn je gefordert, die Randsportarten zu pflegen und zu unterstützen. Hier gibt es noch Spaß. Freundschaft, Anstand, Glaubwürdigkeit, Respekt, Zusammenhalt und Teamgeist bei Siegen aber auch bei Niederlagen. Das sind Werte, auf die Eltern vertrauen können, wenn sie ihre Kinder in den örtlichen Vereinen zum Sporttreiben anmelden. Liebe Politiker, denkt bitte einmal nach, nur über die örtlichen Sportvereine und deren Förderung können wir durch die Pandemie und die Geldgier verlorenen Werte wieder an unsere nächste Generation weitergeben.“

(Erwin Zimmermann, Vorsitzender SKK 98 Poing)

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