Teams und Zuschauer prügeln sich

Nach Massenschlägerei: A-Klasse-Partie abgebrochen

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Denklingen/Schongau - Kurz nach dem Seitenwechsel gingen die Spieler aufeinander los, lieferten sich eine Massenschlägerei: Die Partie zwischen Denklingen II und Türk Gücü Schongau endete am Sonntag im Chaos.

Eigentlich ging es für beide Teams um nichts mehr. Der VfL Denklingen II steht schon lange als Absteiger fest, Türk Gücü Schongau dümpelt im Niemandsland der A-Klasse-8-Tabelle herum. Trotzdem geriet das Duell der beiden Teams am Sonntag völlig aus den Fugen, eskalierte. Kurz nach dem Seitenwechsel gingen die Spieler aufeinander los, lieferten sich eine Massenschlägerei. Auch Zuschauer liefen aufs Feld, schalteten sich in den Tumult ein. Daraufhin wurde die Partie beim Stand von 0:0 abgebrochen. Jetzt droht beiden Teams ein Nachspiel.

Der Auslöser und der Verlauf der Keilerei sind aber noch unklar. In einem ersten Statement direkt nach Spielschluss beschuldigten sich die Vereine am Sonntag gegenseitig. Auch am Montag gab es noch keine neuen Erkenntnisse, zumal ein Bericht des Schiedsrichters noch aussteht. „Mir liegt nichts vor“, sagte Heinz Eckl, Spielleiter des Fußballkreises Zugspitze, am Montag auf Nachfrage der SN. „Deshalb kann ich zu dem Thema und der Entstehung der Prügelei nichts sagen.“

Eckl war allerdings alles andere als erfreut über die Vorfälle und kündigte Konsequenzen an. „Es ist eine ätzende Situation. So geht es nicht. Das lasse ich mir nicht bieten“, sagte er. Er überlegt nun, den Sachverhalt direkt an den Bayerischen Fußballverband (BFV) weiterzugeben, einen Konfliktmanager einzuschalten.

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Die Möglichkeit, einen Konfliktmanager zu engagieren, besteht bereits seit Oktober 2010 und wurde bisher von rund 200 Teams in Anspruch genommen. Man kann ihn kostenlos anfordern, um Hilfe bitten. Zum Beispiel, wenn es Probleme im Verein gibt, wenn sich Spieler ungerecht behandelt oder ausgegrenzt fühlen. Und auch, wie im aktuellen Fall, wenn bei einem Fußballspiel die Fäuste und nicht der Ball fliegen. „Wir versuchen dann, die Vorfälle gemeinsam mit den Vereinen aufzuarbeiten, die Situation zu beruhigen und etwaige Probleme auszuräumen“, sagt Frank Schweizerhof, Leiter der Abteilung Prävention im BFV und Chef der 22 Konfliktmanager des Verbandes.

Welche Maßnahmen im aktuellen Fall ergriffen werden, konnte Schweizerhof am Montag nicht konkret beantworten. „Dazu weiß ich noch zu wenig. Klar ist, dass eine Grenze überschritten wurde“, sagte er. Möglich seien Gespräche mit den Vereinen, den Spielern oder sogar ein Anti-Gewalt-Training mit den Beteiligten. „Zunächst müssen wir aber herausfinden, wie es überhaupt soweit kommen konnte.“

Welche sportlichen Konsequenzen die Schlägerei für die beteiligten Vereine und Spieler haben wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Der Fall wird demnächst vor dem Sportgericht verhandelt.

Türk Gücü muss sich damit schon zum zweiten Mal in der laufenden Saison vor dieser Instanz verantworten. Im November wurde bereits das Duell gegen den TSV Burggen vorzeitig abgebrochen. Damals kochten nach einer strittigen Elfmeterentscheidung gegen Türk Gücü die Emotionen hoch. Schiedsrichter Önder Kücük hatte sich von aufgebrachten Spielern und aufs Feld stürmenden Zuschauern bedroht gefühlt. Das Spiel wurde später mit 2:0 für Burggen gewertet.

Thomas Fritzmeier

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