Wann der Ball in den Amateur-Ligen wieder rollt, ist noch unklar. Gegen die BFV-Entscheidung, die unterbrochene Saison fortzusetzen, gibt es nun eine Petition.
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Wann der Ball in den Amateur-Ligen wieder rollt, ist noch unklar. Gegen die BFV-Entscheidung, die unterbrochene Saison fortzusetzen, gibt es nun eine Petition.

Fußball

Abbruch-Petition hat im Landkreis wenige Unterstützer - Meinungen gehen dennoch auseinander

  • vonRoland Halmel
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Vereine aus der Region sehen die Initiative aus Mittelfranken eher kritisch. Manche würden einen Saison-Abbruch aber begrüßen.

Landkreis – Im April stimmten die bayerischen Fußballvereine bei einer Online-Abstimmung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) mit großer Mehrheit für eine Fortsetzung der Saison 2019/20. In den vergangenen Wochen meldeten sich aber immer mehr Kritiker zu Wort, die sich für einen Abbruch aussprachen, wie es in fast allen anderen Landesverbänden gehandhabt wurde.

Inzwischen gibt es eine von Dirk Schaefer, Abteilungsleiter des FC Stein, gestartete Petition mit dem Titel „Abbruch der Saison 2019/2020 in den bayerischen Amateurfußball-Ligen“. 8838 Mal wurde die Petition bis gestern onlineunterschrieben. „Mit dem großen Zuspruch hatte ich nicht gerechnet“, sagt Schaefer, dessen Initiative in der Region unterschiedlich beurteilt wird.

Gegen Petition, aber für Abbruch

Fabian Melzer, Trainer des TSV Peiting

„Grundsätzlich ist es jedem selber überlassen, was er fordert und dafür tut, um es durchzusetzen. Schlussendlich gibt es eine BFV-Entscheidung, die akzeptiert und respektiert werden muss“, sagt Johannes Franz, Trainer des Bezirksligisten SV Raisting. Franz hat sich stets in deutlichen Worten für einen Abbruch ausgesprochen.

Kein Freund der Saisonfortsetzung ist auch Fabian Melzer, Trainer des TSV Peiting. „Für mich klingt die Abbruch-Idee sinnvoller“, sagt Melzer. An der Abstimmung will er sich dennoch nicht beteiligen.

Verständnis für Hintergründe der Petition

„Ich würde unterschreiben“, sagt dagegen Hubert Strobel, Coach der SpVgg Schwabbruck/Schwabsoien. „Weil ich weiterhin für den Abbruch bin, wenn der Tabellenerste aufsteigen darf. Alternativ kann ich mir aber auch vorstellen, dass die unterbrochene Saison einfach annulliert wird“, ergänzt er.

Hubert Strobel von der SpVgg Schwabbruck/Schwabsoien

„Ich finde es gut, dass die Petition auf einige Probleme hinweist und der Zuspruch wundert mich auch nicht“, so Christoph Schmitt vom TSV Altenstadt. „Ich sehe aber keine Chance, dass der BFV sein neues Konzept zur Saisonfortsetzung überdenkt.“ Weiter sagt er: „Da in rund einem Monat schon der geplante Start der Vorbereitung ansteht, muss ich planen können. Darum beteilige ich mich nicht an der Petition.“

„Aus den verschiedensten Gründen“ macht das auch Daniel Deli, Trainer des TSV Bernbeuren, nicht. „Ich bin der Meinung, wir sollten die Saison so schnell wie möglich zu Ende bringen und dann schauen, was an Zeit im nächsten Jahr übrig bleibt. Da kann man dann sinnvolle Formate als Überbrückung wie regionale Pokale machen.“

Jeder darf Meinung äußern

Daniel Deli, Trainer TSV Bernbeuren

Kritische Worte für die Petition findet Martin Wagner, Trainer des Bezirksligisten FC Penzberg. „Ich verstehe nicht, warum jede Entscheidung hinterfragt wird“, so Wagner, der sich gegen eine Unterstützung der Petition ausgesprochen hat. „Und das nicht nur, weil wir als Verein aufgrund einer guten Tabellenposition für die Fortsetzung sind“, stellt Wagner klar. „Der BFV kann es nicht jedem recht machen, zudem gibt es in meinen Augen derzeit wichtigere Themen“, so Wagner abschließend.

Nichts gegen die Idee an sich einzuwenden hat Thomas Lang, Sportlicher Leiter des TSV Peißenberg. „Grundsätzlich hat jeder das Recht, eine Petition ins Leben zu rufen, sich daran zu beteiligen beziehungsweise zu unterschreiben. Jeder sollte da seine freie und offene Meinung äußern und kund tun“, sagt Lang. Die Peißenberger sprechen sich aber klar für die Fortsetzung der Saison aus.

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