1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Schongau

Apfeldorf wagt Neuanfang mit Ostenrieder

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Kapitän, Abwehrchef und Tor-Garant: Holger Lieb (mit Ball am Fuß) wurde beim SV Apfeldorf in der Rückrunde schmerzlich vermisst. Er beendete in der Winterpause seine Fußballer-Karriere aus Zeit- und Altersgründen. © BSE-Pictures.de

Apfeldorf - Das Fußballjahr 2013/14 hatte Höhen und Tiefen, Gewinner und Verlierer – in einer Serie nehmen wir die Auf- und Absteiger der abgelaufenen Spielzeit nochmal genau unter die Lupe. Heute: Kreisklassen-Absteiger SV Apfeldorf.

Nach drei Jahren Kreisklasse müssen sich die Apfeldorfer Fußballer wieder mit den A-Klassisten messen. Schon vor der abgelaufenen Spielzeit war klar, dass die Mannschaft von Beginn an um den Klassenerhalt kämpfen wird. Für Höheres ist der Kader zu klein, das fußballerische Niveau einiger Spieler zu schwach. Nur über den absoluten Willen, mannschaftliche Geschlossenheit und das berühmte Quäntchen Glück hätte sich die Saison des SVA noch zum Guten wenden können.

Aber: Bereits in der Hinrunde fehlten Ex-Trainer Klaus Mann wichtige Leistungsträger. Die Gebrüder Peter und Michael Strommer waren für längere Zeit auf Reisen. Und: „Ein vernünftiges Training ist aufgrund der zahlreichen Ausfälle wegen Studium, Schichtarbeit oder Verletzungen, von Anfang an nicht möglich gewesen“, beklagte Mann im Nachhinein.

Auch zur Rückrunde war die Trainingsbeteiligung nicht besser. Das Mannschaftsgefüge wurde weiter auseinandergerissen: Routinier Holger Lieb hing aus Alters- und Zeitgründen in der Winterpause seine Schuhe

Die

SPORTREDAKTION 

auf

FACEBOOK

- werden Sie Fan des

SportFutzi

an den Nagel. Dabei war gerade der Abwehrchef nicht nur ein Garant für eine sicher stehende Defensive. Lieb erzielte in der Hinrunde sechs Tore, die wichtige Punkte eingebracht haben und in der Rückrunde schmerzlich vermisst wurden. Hinzu kam die schwere Rückenverletzung von Christoph Wagner, einem weitereren Leistungsträger. Der Peitinger stürzte beim Skifahren und fehlte in der Rückrunde nahezu komplett.

So krebste der SVA die komplette Saison über auf den Abstiegsrelegationsplätzen herum. Das kostete den Spielern nicht nur Kraft und Nerven, sondern raubte einigen auch die Lust. Am Ende stieg man nicht unverdient – schwächster Sturm und schlechteste Abwehr – als Tabellenletzter direkt in die A-Klasse ab. Selbst die vorzeitige Entlassung von Mann vier Spieltage vor Saisonende entpuppte sich im Nachhinein betrachtet als sinnlos.

Dem Neuanfang stellt sich jetzt ein in Apfeldorf altbekanntes Gesicht: Sebastian Ostenrieder. „Ich war zwölf Jahre lang Vorsitzender des SV

null
Der Neue Coach: Sebastian Ostenrieder.

Apfeldorf und habe in dieser Zeit auch immer wieder eine Mannschaft trainiert.“ Ostenrieder kennt den Verein also sehr gut. Zuletzt über drei Spielzeiten hinweg als Trainer der DJK Schwabhausen tätig, legte er im vergangenen Jahr ein sogenanntes Sabbatjahr ein. Obwohl er als Schiedsrichter dem Fußball stets treu geblieben ist. „Ich werde auch in der kommenden Saison wieder meine 15 Nachwuchspartien pfeifen“, sagt der neue SVA-Coach, der bereits mit der Mannschaft ein erstes Gespräch geführt und dabei sehr deutliche Worte gefunden hat.

„Ich werde sicherlich nicht meine Zeit dafür opfern, um zwei Mal die Woche die Spieler zum Tanztee zu bitten.“ Er möchte ein vernünftiges Training aufziehen, um der Mannschaft wieder einen Spielstil zu verleihen. Das gehe nur über taktische Disziplin, und dazu gehöre eine gute Trainingsbeteiligung. Seine Bedingung: „Entweder die Spieler ziehen mit, oder wir lassen es gleich sein.“ Das gelte auch für die Studenten: „Wenn sie was erreichen wollen, müssen sie auch mal ihren Hintern aus München herausbewegen.“ Ein Arbeiter, der zehn Stunden am Tag schuftet, habe auch nicht weniger Stress.

Vom direkten Wiederaufstieg möchte Ostenrieder nichts wissen. Ein Platz unter den ersten fünf sei realistisch. „Mir ist zwar kein Meisterschaftsfavorit bekannt, aber zunächst gilt es, den Spielern wieder den Spaß am Sport zu vermitteln.“ Schließlich bleibt der Kader bis auf die dazustoßenden Jugendspieler – Mathias Strommer und Steve Filser – sowie Rückkehrer Fabian Bremauer beim alten. Und der hatte in der abgelaufenen Spielzeit wahrlich keinen Grund zur Freude.

Johannes Schelle 

Hier finden Sie die übrigen Folgen der Serie:

Hohenpeißenberg mit „zu vielen individuellen Fehlern"

Bernbeuren: Meister der Zahlen

Altenstadt: Neuanfang mit neuem Coach

Auch interessant

Kommentare