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Noch einmal kurz entspannen: Alex Rigas erholte sich in den vergangenen Tagen zu Hause in Weilheim von der anstrengenden Vorbereitung auf den Kampf am Samstag gegen Alpay Yaman. Am gestrigen Donnerstag brach der 27-Jährige nach Krefeld auf. 

Titelkampf im Halbschwergewicht

Alex Rigas tritt zu seinem zehnten Profikampf an - Duell der Ungeschlagenen

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  • Roland Halmel
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Sein zehnter Kampf als Profiboxer ist für Alex Rigas etwas Besonderes: Am kommenden Samstag kämpft der 27-jährige Peitinger in der Krefelder Yayla-Arena um den Continental-Gürtel des Weltboxverbandes IBO. Wie Rigas ist auch sein Gegner noch ungeschlagen.

Weilheim – In den vergangenen Tagen hatte Alex Rigas noch einmal ein wenig Zeit, sich von der intensiven Vorbereitung auf den Kampf gegen Alpay Yaman zu erholen. Ein bisschen Anschwitzen im Training, ein wenig Techniktraining standen auf dem Programm. Ansonsten ging’s noch einmal zum Physiotherapeuten, ebenso zum sogenannten Mindset. Dort ging Rigas mit einem Boxcoach im Gedanken noch einmal die Szenarien durch, die den 27-Jährigen am Samstag in Krefeld erwarten können.

Es war sehr überraschend, dass es für Rigas überhaupt zu diesem Kampf kommt. Ursprünglich sollte Yaman bei dem Kampfsportspektakel in der Yayla-Arena mit Box-, MMA- (Mixed Martial Arts) und K1-Kämpfen (eine Kombination aus dem Boxen, Karate, Muay Thai, Taekwondo, Kickboxen, Savate und vielen anderen Kampfsportarten) gegen einen kanadischen Boxer um den Continental-Gürtel der „International Boxing Organisation“ (IBO) kämpfen. Doch Yamans Kontrahent verletzte sich bei seiner jüngsten K.o.-Niederlage. So kommt nun Rigas in der Halle, in der normalerweise das Eishockeyteam der Krefeld Pinguine in der DEL auf Punktejagd geht, zum Zug. Für diesen Kampf geht der Peitinger, der in Weilheim wohnt, vom Supermittelgewicht sogar eine Gewichtsklasse nach oben in das Halbschwergewicht (bis 79,3 Kilo). „Das wird eine große Herausforderung, aber ich scheue keine Hürden auf dem Weg nach oben“, sagt der Boxer, der bei den Boxern des TSV Peißenberg groß wurde und der bisher alle seine neun Profikämpfe für sich entschied (fünfmal durch K.o.). Die gleiche Bilanz wie Rigas weist auch sein Gegner auf. Yaman, der 25-jährige Lokalmatador aus Leverkusen, stand ebenfalls neunmal als Profi im Ring. Auch er gewann alle seine Kämpfe, ebenfalls fünfmal durch K.o.

Sparring in Manchester mit den ehemaligen Weltklasseboxern Fielding und Murray

Etwa sechs Wochen hat sich der Weilheimer auf den Kampf gegen Yaman vorbereitet. Zwischenzeitlich reiste Rigas für drei Tage nach Manchester, wo er ein Sparring mit dem  ehemaligen WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht, Rocky Fielding, sowie mit Martin Murray, der einst im WM-Kampf gegen Felix Sturm ein Unentschieden erreichte, absolvierte. In diesen Sparring habe er erkannt, „was ich nicht machen sollte“, so Rigas. Von seinen beiden Sparringspartnern war er hellauf begeistert: „Das sind schon starke Jungs mit einer ungemeinen Ringerfahrung.“ Der Weilheimer, der bislang nur Sparrings in Deutschland hatte, machte auf der Insel eine neue Erfahrung: „Da wird beim Sparring richtig gekloppt, die wollen dich K.o. hauen.“ Doch wenn die Kontrahenten den Ring verlassen haben, „ist alles wieder freundschaftlich“.

Am gestrigen Donnerstag brach Rigas nach Krefeld auf. Wann er bei der „KOK-FightNight“, so der offizelle Name der Veranstaltung, seinen Kampf bestreiten wird, weiß er selbst nicht so genau. Das Spektakel beginnt um 19 Uhr und wird bis etwa Mitternacht dauern. Rigas Kampf ist auf zehn Runden angesetzt. Nach Angaben des Veranstalters wird der Kampfabend in 120 Länder, zum Teil sogar live, übertragen. Im deutschen Fernsehen werden allerdings keine Bilder zu sehen sein.

Rigas vor WM-Kampf zuversichtlich

Dem Kampf gegen Yaman sieht der Weilheimer zuversichtlich entgegen. „Ich bin gut drauf, ich mache mir keine Sorgen.“ Seinen Kontrahenten hat er auf Video schon in Augenschein genommen. „Er hat harte Hände.“ Zudem habe Yaman keine klare Linie, „man muss sich bei ihm auf alles einstellen“, sagt Rigas. Geboxt wird mit Zehn-Unzen-Handschuhen: „Da musst du aufpassen“, so Rigas.

In Krefeld hat Yaman quasi ein Heimspiel. „Daher wird er wohl alles geben und versuchen, mich K.o. zu schlagen“, mutmaßt Rigas. Völlig ohne Unterstützung wird er am Samstag aber nicht sein: Sein neuer Sponsor hat einen Bus für Fans organisiert. Die Familie, Freunde und etwa zwei Dutzend Fans werden den 27-Jährigen in der Krefelder Arena lautstark anfeuern.

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