Bild aus erfolgreichen Tagen: das Team des KSV Peißenberg in der Bezirksoberliga mit (vorn v.l.) Andreas Stoß, Eugen Taube, Wolfgang Reichl, (hinten v.l.) Maximilian Zellner, Stefan Schwinghammer und Alois Kriesmair.
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Bild aus erfolgreichen Tagen: das Team des KSV Peißenberg in der Bezirksoberliga mit (vorn v.l.) Andreas Stoß, Eugen Taube, Wolfgang Reichl, (hinten v.l.) Maximilian Zellner, Stefan Schwinghammer und Alois Kriesmair.

Kegeln

Alois Kriesmair im Interview: „Wir können schöne Erfolge vorweisen“

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Das Aus des KSV Peißenberg ist beschlossene Sache. Sportwart Alois Kriesmair spricht über die Folgen und das Kegeln im Kreis „Zugspitze“.

Landkreis – 43 Jahre lang gab es den „Kegelsportverein Peißenberg und Umgebung“. Nun haben die Mitglieder die Auflösung beschlossen – auch und gerade, weil es an Nachwuchs mangelt. Dem Verein gehörte auch der Sportwart des Kegelkreises Zugspitze, Alois Kriesmair (35), an. Im Interview äußert sich der Forster, der als Elektronik-Entwickler arbeitet, über die Auswirkungen auf den Kegelkreis und das Sportkegeln an sich.

Was bedeutet die Auflösung des KSV Peißenberg für den Kegelkreis Zugspitze?

Es ist bedauerlich, dass man einen ganzen Verein verliert. Sportlich gesehen ist es aber nicht so dramatisch, weil der Verein nur noch eine Mannschaft hatte, die jetzt fehlt. Insgesamt bleiben uns 23 Vereine und Einzelklubs übrig. Das Positive ist: Die KSV-Spieler werden sich anderen Vereinen anschließen. So besteht die Möglichkeit, dass ein Verein wieder ein Team mehr meldet.

Wohin werden Sie wechseln?

Ich habe mir schon etwas überlegt, aber es ist noch nicht spruchreif.

Wie hat sich die Zahl der Vereine im Kegelkreis in den vergangenen Jahren verändert?

Wir verlieren jedes Jahr Mannschaften. Die Zahl der Vereine ist zum Glück nicht so stark zurückgegangen. In den vergangenen Jahren zog sich die BSG Roche Penzberg vom Spielbetrieb zurück. Vereine wie Gut Holz Dießen, die Keglerfreunde Paterzell und die BSG Bauer Weilheim sind schon länger nicht mehr dabei. Der Trend geht zu Spielgemeinschaften. Beispiele dafür sind die SG Krün (Zusammenschluss zwischen SKC und Keglerfreunden Krün, d. Red.) und die SG Peiting-Schongau.

Wie steht der Kegelkreis Zugspitze im bayernweiten Vergleich da?

Zahlen für alle einzelnen Kegelkreise habe ich nicht. Im Bezirk Oberbayern gibt es die Kreise „Zugspitze“ und „Chiemgau“. Insgesamt haben wir 1196 Sportkegler, im Zugspitzkreis sind es 593. Der Kegelbezirk Oberbayern entspricht nicht den Grenzen des Regierungsbezirks, wir sind der Fläche nach deutlich kleiner. Der Bezirk Schwaben hat 2852 Mitglieder, der Bezirk München rund 900.

Wie sieht es sportlich aus?

Dafür, dass wir eher klein sind, können wir schöne Erfolge vorweisen. Die Kegel-Frauen des FC Seeshaupt sind in der Bayernliga Süd vorzeitig Meister geworden. Die Peitinger Kegler haben jahrelang in der 1. und 2. Bundesliga gespielt. Die Männer der SG Peiting-Schongau spielen aktuell in der Bayernliga. Die Frauen-Teams von Fortuna Penzberg und Peiting-Schongau gehören der Landesliga an. Hinzu kommen viele Einzelerfolge auf bayerischer Ebene und bei deutschen Meisterschaften. Im Jugend-Landeskader haben wir drei Spieler: Vanessa Lamche, Regina Resch und Felix Kreher.

Was war das Besondere am KSV Peißenberg?

Das gute Miteinander und der Zusammenhalt im Verein – selbst, als es sportlich nicht mehr so gut lief und wir abgestiegen sind. Auch abseits des Kegelns waren die Mitglieder füreinander da. Ging es um Hilfe bei einem Fest oder um Unterstützung bei einem Umzug – es war immer jemand zur Stelle. Das war klasse.

Was war persönlich ihr schönstes Erlebnis im KSV Peißenberg?

Schwer zu sagen. Sportlich waren es der Aufstieg in die Bezirksoberliga und meine zwei Einzel-Bezirkstitel im Sprint 2018 und 2019. Es gab auch viele schöne Stunden mit den Vereinskameraden. Ich erinnere mich da an die Aufstiegsfeier mit Spanferkelessen oder die Feier zum 40-jährigen Vereinsjubiläum.

Was war der größte Erfolg des KSV Peißenberg?

Das war sicherlich die Zeit von 2015 an, als wir dreimal in Folge bis in die Bezirksoberliga aufgestiegen sind. Und in der folgenden Saison haben wir in der höchsten oberbayerischen Spielklasse den fünften Platz belegt. Das hat uns damals keiner zugetraut. Da haben wir wirklich gute Leistungen gezeigt.

Sie sind bei der Auflösung einer der „Liquidatoren“. Was ist dabei Ihre Aufgabe?

Es sind bei der Abwicklung des Vereins weiter Ansprechpartner nötig. Und da ich zehn Jahre lang Vereinssportwart war, bin ich für die sportliche Seite zuständig. Man muss sich ja bei Verbänden abmelden und den Spielbetrieb noch zu Ende führen.

Sie dürfen jetzt mal Werbung fürs Kegeln machen. Warum sollte jemand mit dem Sport anfangen?

Da könnte ich jetzt ewig schwärmen (lacht). Anders als bei vielen Sportarten gibt es bei Mannschaftswettkämpfen keine Fronten zwischen den Gegnern. Es ist eher ein Miteinander. Man wird auch körperlich sehr gefordert, was Außenstehende gar nicht so erkennen. Sportkegeln hat mit Freizeitkegeln nichts zu tun. Und man braucht ein unheimliches Konzentrationsvermögen. Im Kampf Mann-gegen-Mann musst du immer Nervenstärke beweisen. Beim Fußball können zehn andere die schwächere Leistung eines einzelnen ausgleichen, im Kegeln geht das nicht. Schön ist, dass man sich zusätzlich auch bei Einzel-Meisterschaften messen kann. Darüber hinaus ist es möglich, bis ins hohe Alter starke Ergebnisse zu erzielen. Wir haben Über-70-Jährige dabei. Wenn die gegen einen 20-Jährigen antreten, dann ist nicht von vornherein klar, wer gewinnt. Der Sport ist auf jeden Fall zu empfehlen. Ich selbst kam durch Zufall dazu – und bin nicht mehr davon weggekommen.

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