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Punktlandungen waren beim Weltcup der Fallschirm-Zielspringer in Herzogsägmühle gefragt. Mit den Füßen mussten die Sportler ein zwei Zentimeter großes Ziel treffen.

Kein Heimvorteil beim Heimweltcup - Altenstadter Fallschirmspringer trotzdem top

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Die Altenstadter Fallschirmspringer haben beim Weltcup in Herzogsägmühle triumphiert. Im letzten Durchgang war der Sieg allerdings in Gefahr.

Herzogsägmühle – Nur fünf Kilometer Luftlinie sind es zwischen Altenstadt und dem Peitinger Ortsteil Herzogsägmühle. Einen Heimvorteil haben die Springer der Sportfördergruppe der Bundeswehr, die in Altenstadt zuhause sind, aber nicht, wenn sie beim Weltcup der Fallschirmzielspringer auf der anderen Lechseite am Start sind. „Das Gelände in Herzogsägmühle hat völlig andere Bedingungen als bei uns in Altenstadt, und weil wir da auch nur einmal im Jahr springen, gibt es da gegenüber den anderen Teams überhaupt keinen Vorteil“, erklärte Wolfgang Lehner, der Trainer der Sportfördergruppe. Aber auch ohne den zeigten die Lokalmatadore im Feld der 27 Teams eine starke Leistung. Die Sportfördergruppe sicherte sich Platz eins vor dem starken Schweizer CISM-Team. Insgesamt kamen die Altenstadter auf 96 Punkte. Die ergeben sich aus den Abweichungen vom zwei Zentimeter großen Ziel. Jeder Zentimeter daneben wird addiert und ergibt die Punktzahl. Die zweitplatzierten Schweizer kamen auf 98.

Kurze Zeit war der Sieg beim Weltcup in Herzogsägmühle in Gefahr

Das beste Team:  (von links) Elischa Weber, Christian Kautzmann, Stefan Wiesner, Robin Griesheimer und Kai Erthel.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Trainer Lehner angesichts des Weltcuperfolgs, der am Ende noch auf Messers Schneide stand. Vor dem siebten von maximal acht Durchgängen lag das Quintett mit Elischa Weber, Christian Kautzmann, Kai Erthel, Stefan Wiesner und Robin Griesheimer noch fünf Punkte vor den Eidgenossen. Griesheimer, der mit 22 Jahren jüngste Springer im Team, zeigte aber Nerven. Er verpasste das Ziel deutlich und kassierte die Maximalpunktzahl von 16. Die Schweizer konnten das Malheur aber nicht nutzen, da sie auch patzten, sodass die Sportfördergruppe vorne blieb.

„Die Bedingungen waren schwierig und wechselten den ganzen Tag über“, sagte Griesheimer. Am Nachmittag wurden die Windböen immer heftiger, sodass sich Veranstalter Gerhard Wagner gezwungen sah, nach der sechsten Runde eine Wettkampfpause einzulegen. Erst nach einer über dreistündigen Unterbrechung wurde am frühen Abend der siebte Durchgang gesprungen, der dann auch der letzte sein sollte. Am dritten Wettkampftag, dem Sonntag, kamen bei regnerischem Aprilwetter nur noch sechs Nachspringer zum Einsatz.

An den Tagen davor wurden die rund 150 Teilnehmer aus 19 Nationen, die zum großen Teil unmittelbar in der Nähe des Wettkampfgeländes campierten, noch mit Kaiserwetter verwöhnt. Zusammen mit der reibungslosen Organisation durch die Herzogsägmühle, „das hat sich in den letzten Jahren hervorragend eingespielt“, so Wagner, fanden die Fallschirmspringer hervorragende Bedingungen vor. Nicht ganz zufrieden zeigte sich Wagner mit der Teilnehmerzahl, da einige Stammgäste wie die Franzosen, Tschechen oder Slowenen bei der dritten von sechs Stationen des Weltcup-Bewerbs fehlten. „Die hatten zum Teil eigene wichtige Veranstaltungen in ihren Ländern“, sagte Wagner.

Stefan Wiesner wurde seiner Favoritenrolle gerecht

Die zahlreichen Zuschauer kamen bei dem hochklassigen Wettbewerb dennoch auf ihre Kosten. Stefan Wiesner von der Sportfördergruppe, der als bisher einziger Springer viermal in Folge die Weltmeisterschaft gewann, war auch in der Herzogsägmühle nicht zu schlagen. Nach sieben Durchgängen wies der 37-Jährige nur sechs Punkte auf – vier Mal gelang ihm die perfekte Landung. Sein schärfster Verfolger, der Franzose Laurent Millot, kam am Ende auf acht Zähler. Platz drei teilte sich der Schweizer Georges Toth mit Lukas Tschech aus der zweiten Mannschaft der Sportfördergruppe, die beide zehn Punkte auf dem Konto hatten. Mit seiner starken Leistung trug Tschech dazu bei, dass die zweite Truppe der Lokalmatadore, zu der noch Sascha Lazotta, Gerd Brandecker, Nils Kammer und Tatjana Gustke gehörten, im Teamwettbewerb punktgleich mit Italien auf Rang sieben landete – beide Mannschaften hatten 170 Zähler.

Tschech dürfte mit dieser Vorstellung beim nächsten Weltcup im italienischen Belluno in die erste Garnitur aufrücken. „Wir haben ein Rotationsprinzip. Die besten fünf des letzten Weltcups bilden die erste Mannschaft“, sagte Lehner. Eine Kandidatin dafür könnte auch Tatjana Gustke sein, die mit 28 Punkten Platz zwei bei den Damen hinter der Siegerin Gabriela Balascau belegte. Die Rumänin dominierte den Frauenbewerb mit 18 Starterinnen und verwies die Konkurrenz mit nur 21 Punkten auf die Plätze. Rang drei sicherte sich die Österreicherin Magdalena Schwertl.

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