Altenstadter auf dem Podest: Bei der deutschen Meisterschaft in Bodenfelde waren beide Mannschaften erfolgreich. Die erste Garnitur mit (v.l.) Christian Kautzmann, Stefan Wiesner, Robin Griesheimer, Kai Erthel und Leon Dieser holte Gold. Das Team mit Elischa Weber, Nils Kammer, Laura Heck, Tatjana Gustke sicherte sich die Bronzemedaille.
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Altenstadter auf dem Podest: Bei der deutschen Meisterschaft in Bodenfelde waren beide Mannschaften erfolgreich. Die erste Garnitur mit (v.l.) Christian Kautzmann, Stefan Wiesner, Robin Griesheimer, Kai Erthel und Leon Dieser holte Gold. Das Team mit Elischa Weber, Nils Kammer, Laura Heck, Tatjana Gustke sicherte sich die Bronzemedaille.

FALLSCHIRMSPRINGEN

Altenstadter Sportfördergruppe holt zahlreiche DM-Medaillen – Wagner mit tollem Comeback

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Einen Erfolg nach dem anderen verbuchten zuletzt die Altenstadter Fallschrimspringer. Auch ein Rückkehrer wusste zu überzeugen.

Schongau/Altenstadt – Lange Zeit konnten die Fallschirmspringer in diesem Jahr wegen der Beschränkungen durch Corona keine Wettkämpfe abhalten. Doch nun geht es Schlag auf Schlag. Zuletzt standen die deutsche Meisterschaft im Zielspringen und der Deutschland-Cup auf dem Programm. Die Springer aus dem Schongauer Raum waren dabei sehr erfolgreich.

Sportfördergruppe

Einfach waren die Bedingungen bei der deutschen Meisterschaft wahrlich nicht. Der von Bäumen und Häusern umsäumte Sportplatz in Bodenfelde (Niedersachsen), auf dem sich die Zielmatte befand, „schaffte seine eigenen Wind- und Thermikgesetze“, berichtete Unteroffizier Laura Heck. Trotzdem kamen die Springer aus Altenstadt gut mit den Bedingungen zurecht. Am Ende „ging kein Wettkämpfer der Sportfördergruppe leer aus“, so Heck.

Siegreich bei der Deutschen Meisterschaft

Im Team-Wettbewerb (dafür zählten acht Sprünge) holte sich die erste Garnitur mit Hauptfeldwebel Stefan Wiesner, Hauptfeldwebel Christian Kautzmann, Oberfeldwebel Kai Erthel, Stabsunteroffizier Robin Griesheimer und Unteroffizier Leon Dieser den ersten Platz unter sechs Teilnehmern. Das Quintett hatte insgesamt eine Abweichung von 34 Zentimetern aufzuweisen. Pro Durchgang wurden vier Athleten gewertet, das schlechteste Ergebnis der fünf wurde gestrichen. In der siebten Runde wurde für die Altenstadter gar nur ein Zentimeter Abweichung notiert. Griesheimer, Kautzmann und Erthel verbuchten je einen „Nuller“. Für Wiesner wurde ein Zentimeter gemessen, Dieser kam auf zwei Zentimeter – er war der „Streicher“.

Silber ging an das Team des ESV Eilenburg (94 Zentimeter) um den ehemaligen Altenstadter Marco Pflüger. Das zweite Team der Sportfördergruppe gewann die Bronzemedaille. Hauptfeldwebel Elischa Weber, Stabsunteroffizier Tatjana Gustke, Unteroffizier Nils Kammer sowie Heck kamen auf eine Abweichung von 95 Zentimetern. Da die Truppe nur zu viert war, hatte sie keine Möglichkeit für ein Streichergebnis.

Für die finale Männer-Einzelwertung gab es einen Extra-Sprung, für den sich die zehn besten Springer qualifizierten. Den Meistertitel gewann Wieser vor dem punktgleichen Griesheimer. Beide hatten eine Abweichung von neun Zentimetern, Wiesner hatte die größere Anzahl an Nullern. Bronze ging an Sascha Lasotta vom „Paratec Factory-Team“ (13).

Bei den Junioren gewannen nur Altenstadter die Medaillen – es siegte Griesheimer (9) vor Kammer (18) und Dieser (23). Die Frauen-Wertung entschied Gustke (13) für sich, Heck (52) wurde Dritte.

Auch beim Deutschland Cup vorne mit dabei

Diverse Podestplätze heimsten die Altenstadter Springer auch eine Woche später beim Deutschland-Cup in Varrelbusch (Niedersachsen) ein. Der Austragungsort nahe Cloppenburg ist „berüchtigt für hohe Windgeschwindigkeiten“, berichtete Springerin Laura Heck. Der Wind bereitete den Springern zu Beginn auch einige Schwierigkeiten. Dennoch holte sich das Team aus Altenstadt (Dieser, Kammer, Kautzmann, Erthel, Gustke) mit 50 Punkten den Sieg vor dem ESV Eilenburg (74) und „Compaq“ (132).

In der Männer-Einzelwertung lagen zwei Altenstadter klar vorn: Erthel gewann vor Kammer. Beide hatten nach acht Sprüngen jeweils nur zehn Zentimeter Abweichung. Erthel siegte, weil er einen „Nuller“ mehr hatte als Kammer, der sich zugleich über den Junioren-Sieg freute. Bei den Frauen siegte Gustke (10) vor Heck (28).

Zufrieden waren die Altenstadter nicht nur der Podestplätze wegen. Denn zugleich erfüllten sie weitere Normen im Hinblick auf die WM 2021 in Russland.

Gerhard Wagner mit starkem Comeback

In den vergangenen Jahren war Gerhard Wagner vornehmlich als Organisator des Weltcups in Herzogsägmühle und als Schiedsrichter bei internationalen Wettkämpfen in Erscheinung getreten. Seit heuer hat er „die Liebe zum Wettkampfspringen wieder entdeckt“, so der Schongauer. Bei der deutschen Meisterschaft in Bodenfelde trat der ehemalige Weltmeister im Zielspringen wieder an – und zeigte, dass er nichts verlernt hat. Wagner, früher selbst einmal Mitglied der Altenstadter Sportfördergruppe, ließ sich auch von teils schwierigen Bedingungen nicht aus dem Konzept bringen und holte sich den Meistertitel in der Master-Wertung (Springer über 50 Jahre). Alle acht Sprünge setzte Wagner auf die Mess-Scheibe. Mit einer Gesamtabweichung von 14 Zentimetern siegte er vor Reinhold Haibel (Offino Kempten/25) und Marco Pflüger (FSV Eilenburg/27). Sogar in der allgemeinen Männer-Klasse war der Titel greifbar.

Top in der Master-Wertung: Gerhard Wagner aus Schongau holte sich den DM-Titel mit klarem Vorsprung.

Wagner, der für seine früheren Erfolge unter anderem das Silberne Lorbeerblatt erhalten hat, hatte sich souverän fürs Finale der besten zehn qualifiziert. Im letzten Sprung betrug seine Abweichung zwei Zentimeter, mit insgesamt 16 Zentimetern landete er auf dem fünften Platz. Zu Bronze fehlten nur drei, zu Gold nur sieben Zentimeter. Über die vor ihm liegenden Konkurrenten sagte Wagner: „Das haben die vier verdient. Als Profis ist das ja sowieso ein Muss, vorne dabei zu sein. Vor allem der zurzeit beste Zielspringer der Welt, Stefan Wiesner, ist eh das Maß aller Dinge.“ Der Schongauer springt fürs „Paratec Factory Team“, einer Werksmannschaft eines Fallschirmherstellers aus dem Saarland. Ziel in künftigen Wettkämpfen sei, „die Profimannschaften aller Nationen ein wenig zu ärgern“, so Wagner mit einem Schmunzeln.

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