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Eine höchst erfolgreiche Zeit erlebte die Wildsteigerin Andrea Filser in Südkorea. An der Olympiastrecke von 2018 im Yongpyong Ski Resort stand sie mehrfach ganz oben auf dem Podest (2. v. re.).

Ski Alpin

Andrea Filser dominiert in Südkorea und klettert in der Weltrangliste

Was eine Woche für Andrea Filser: In Südkorea holte sie einen Erfolg nach dem anderen. Dabei stand die Reise sogar auf der Kippe. 

Wildsteig– Viele sportliche Großevents in Asien sind aufgrund des Corona-Virus in letzter Zeit abgesagt worden. Der Far-East-Cup, das asiatische Pendant zum Europacup im alpinen Skirennlauf, findet aber weiterhin ganz normal statt. Eine hervorragende Woche erlebte bei den Rennen der Serie in Korea die Wildsteigerin Andrea Filser. In allen sechs Wettbewerben war sie vorn dabei. Dadurch kletterte die 26-Jährige in der Slalom-Weltrangliste (hat nichts mit der Weltcupwertung zu tun) vom 82. auf den 22. Platz.

Ende Januar stand die geplante Koreareise für das deutsche Team sogar noch auf der Kippe. Filser ließ sich nicht beirren: „Da ich alles selbst zahlen musste, hatte ich auch selber gebucht, und habe eine Stornierung wegen des Virus nicht in Betracht gezogen.“ Vor Ort sei dann alles ganz normal gewesen. „Mundschutz tragen die Asiaten ja öfter, aus verschiedenen Gründen.“ Ihr Handy habe zwar täglich mit einer Info-SMS gepiept. „Aber die hab ich eh nicht verstanden“, sagt die Wildsteigerin schmunzelnd. „Und die Einheimischen meinten, da steht nichts Wichtiges drin.“

Nicht das erste Mal in Asien auf der Piste

Schon 2018 war Filser für den Far-East-Cup nach Asien gereist. Damals erreichte sie in Japan passable Ergebnisse. Für Korea hatte sie einen klaren Plan und ging daher gut vorbereitet in die Reise. Vor den ersten Rennen auf der Olympiastrecke von 2018 nahm sie sich ein paar Tage Zeit, um den Schnee kennenzulernen, passte das Set-up an und trainierte mit ihrer japanischen Ski-Kollegin Sakurako Mukogawa. Die beiden kennen sich schon seit Jahren. „Und es ist einfach ganz fein, wenn du jemand um dich hast, der sich ein bisschen auskennt“, erzählt die Wildsteigerin. Mukogawa führt derzeit den Far-East-Cup an und ist daher auch sportlich eine tolle Trainingspartnerin.

Filsers Vorgabe für Korea war, möglichst gute Ergebnisse zu erzielen, um sich in der FIS-Wertung zu verbessern, und bei den folgenden Rennen bessere Startnummern zu haben. Dafür – das war der 26-Jährigen klar – musste sie gewinnen. „Noch dazu brauchst du eine sehr gute Besetzung, und außerdem einen möglichst großen Vorsprung auf die Zweitplatzierte.“ Die Rennserie begann mit einem Riesentorlauf, Filsers vermeintlich schwächerer Disziplin. „Als ich da im zweiten Lauf gleich Bestzeit gefahren bin, war der Knopf auf“, berichtet sie. Am Ende wurde sie Vierte, und das Selbstvertrauen war entscheidend gewachsen.

Filser hat gute Erinnerungen ans Allgäu

Den Slalom am nächsten Tag gewann sie, ebenso wie die beiden Slaloms nach dem Ortswechsel nach Bears Town. Dort gelangen ihr auch im Riesentorlauf ein Sieg und ein zweiter Platz. „Das ist irgendwie besonders cool, weil ich bisher im Riesenslalom noch nicht mal im Europacup starten durfte“, sagt Filser, die sich so in ihrer Arbeit bestätigt fühlt. Überhaupt war die Zeit in Korea ein Traum: „Mein Plan ist aufgegangen, das Essen war gut, und die Zeit lässig.“

Filser ist heiß auf die nächsten Rennen. Am kommenden Wochenende stehen zwei Europacupslaloms in Bad Wiessee an und eine Woche später die Weltcuprennen in Ofterschwang. Ans Allgäu hat Filser gute Erinnerungen. Dort holte sie 2013 als knapp 20-Jährige ihre ersten Weltcuppunkte. „Es ist zwar schon lang her, aber ich fahre trotzdem gern und mit einem guten Gefühl wieder hin“, sagt sie zuversichtlich. Und man merkt deutlich, wie stark und locker sie ihre erfolgreiche Zeit in Korea gemacht hat.

von Kathrin Ebenhoch

Schon der Saisonstart verlief für Filser sehr gut

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