Die Männer des TSV Schongau (in gelben Trikots) im Heimspiel gegen Mindelheim am 11. Oktober 2020.
+
Neue Saison, neues Glück: Die Männer des TSV Schongau (in gelben Trikots, hier im Heimspiel gegen Mindelheim am 11. Oktober vergangenen Jahres) werden 2021/22 wieder in der Bezirksliga antreten.

Bayerischer Verband bricht die Saison ab und stellt alles auf Null

Auch die Handballer machen Schluss - Vereine begrüßen Entscheidung

  • vonRoland Halmel
    schließen

Die Handball-Saison 2020/21 ist jetzt auch offiziell Vergangenheit. Für die Vereine aus dem Landkreis Weilheim-Schongau geht diese Entscheidung in Ordnung.

Landkreis – Diese Entscheidung kam nicht wirklich überraschend: Am vergangenen Mittwoch teilte der Bayerische Handball-Verband (BHV) seinen Vereinen in einem Rundschreiben mit, dass die Saison 2020/21 beendet wird. „Durch die politischen Vorgaben, der Ungewissheit einer möglichen Wiederaufnahme des Hallensports und die zeitlich begrenzte Möglichkeit, eine Saison noch sportlich fair abzuschließen, ist dem Bayerischen Handball-Verband keine andere Vorgehensweise möglich“, bezeichnete der BHV diesen Schritt als alternativlos.

Es wurde langsam Zeit. Alle anderen Verbände waren schneller als der BHV.

Michael Sander, Zweiter Abteilungsleiter beim TSV Weilheim

„Ich finde es aus sportlicher Sicht natürlich sehr schade und aus Sicht eines Vereins recht schwierig. Allerdings ist es die einzig richtige Entscheidung, da bislang ja auch nicht absehbar ist, wann überhaupt wieder Hallensport betrieben werden kann“, so Alexandra Vincenzi von der Handball-Abteilung des BSC Oberhausen, die die Vorgehensweise des BHV unterstützt. Auch beim TSV Schongau können die Verantwortlichen die Entscheidung nachvollziehen. „Sie überrascht mich nicht. Es war nur eine Frage der Zeit“, sagte David Schmoldt, Trainer des Männerteams. Ein etwas schnelleres Handeln hätte sich Weilheims Frauen-Coach Michael Sander gewünscht: „Es wurde langsam Zeit. Alle anderen Verbände waren schneller als der BHV“, so Sander, der auch zweiter Abteilungsleiter der Weilheimer Handballer ist. In dieser Funktion betrachtet er auch die Probleme, die wohl auf alle Vereine in der Region zukommen werden. „Die größte Herausforderung wird es sein, die Mitglieder bei Stange zu halten und darauf hinzuarbeiten, dass sie dann, wenn es wieder möglich ist, auch alle wieder kommen“, sagt Sander.

Handball: Es gibt weder Aufsteiger noch Absteiger

Dieses Thema treibt auch den BHV um. „Wir fokussieren sämtliche Aktivitäten auf die kommende Spielrunde (auch auf die Jugend-Qualifikation) und auf den Trainings- und Sportbetrieb, sobald der Mannschaftssport wieder erlaubt ist“, schreibt der Verband. Gleichzeitig verkündete er einige vereinbarte Regelungen für die abgebrochene Saison 2020/21. „Sie wird auf den Stand zu Beginn der Saison gesetzt. Eine Wertung erfolgt nicht. Es gibt weder Auf- noch Absteiger“, teilte der BHV den Vereinen mit.

Die Saison 2021/22 soll in der Zusammensetzung und der Ligen-Einteilung Stand 18. September 2020 gespielt werden. Mannschaften, die bereits vor diesem Stichtag zurückgezogen hatten, gelten als Absteiger. Diejenigen, die nach dem 18. September zurückgezogen haben, verbleiben in ihrer Spielklasse.

Handball: Für Vereine soll kein unnötiger finanzieller Schaden entstehen

Finanziell soll den bayerischen Handball-Vereinen durch den Saisonabbruch kein unnötiger Schaden entstehen. Daher verspricht der BHV, dass Spielbeiträge auf Verbands- und Bezirksebene nicht fällig werden. Bereits eingezogene Zahlungen sollen für die kommende Saison angerechnet werden. Auch einen Ausgleich für Schiedsrichterkosten werde es geben, sofern in der angebrochenen Saison Spiele ausgetragen worden sind. „Die gefundenen Regelungen finde ich sehr gut und auch den klaren Schnitt und die Info seitens des BHV“, lobt Vincenzi die Vorgehensweise des Verbands.

Wie es für die Handballer weitergeht, ist für sie wie auch für die anderen Vereinsvertreter noch völlig offen. „Wir machen in einigen Mannschaften regelmäßig Online-Training, aber das ist natürlich nicht dasselbe. Allen fehlt die Halle, das Mitein-ander, der Ball und natürlich das Spiel an sich“, sagt Sander.

Handball: BSC Oberhausen wünscht sich für kommende Saison eine Entzerrung der Ligen

In Oberhausen macht man sich indessen schon Gedanken, wie die kommende Saison aussehen könnte. „Da wäre es vielleicht hilfreich, wenn die Ligen etwas entzerrt werden würden. Allerdings bringt es nichts, da jetzt groß zu philosophieren, denn bis dahin vergeht ja noch einige Zeit“, so Vincenzi, die sich deutlich kleinere Ligen wünscht. Schongaus Trainer Schmoldt befürchtet einen Spielerschwund: „Wir müssen erst mal schauen, wer nach der langen Pause weitermacht.“ Trotz dieser unerfreulichen Aussichten versucht der Verband, Zuversicht zu verbreiten: „So herausfordernd diese Situation auch ist, gilt es weiterhin, positiv in die Zukunft zu blicken und uns auf den Wiedereinstieg in das aktive Sporttreiben zu freuen“.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare