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Harte Duelle auf weichen Untergrund: Max Nagl (r.) zieht beim Grand Prix in Semarang (Indonesien) in einer Kurve innen an einem Konkurrenten, der von der Strecke gerutscht ist, vorbei.

Motocross

Avocado und Jury bremsen Nagl

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Ärgernis Asien: In Indonesien wird Max Nagl erst von einer Avocado, dann von der Jury ausgebremst. Trotzdem verteidigt der Hohenpeißenberger Platz zehn in der WM-Gesamtwertung.

Hohenpeißenberg – Max Nagl und die Reisen nach Asien – langsam wird das Thema zu einer unendlichen (Ess-)Geschichte. Ohne Happy-End. Schon 2013 hatte sich der Hohenpeißenberger Motocross-Pilot vor dem MXGP-Rennen in Thailand den Magen verdorben, musste deshalb sogar seinen Start absagen. Seitdem nimmt Nagl zu Ausflügen nach Fernost immer sein eigenes Essen mit. Und bereitete es auch selbst zu. Klingt nach einem guten Plan. Wenn man sich beim Kochen nicht verletzt!

Genau das ist dem TM-Racing-Werksfahrer jetzt in Indonesien passiert. Vor zehn Tagen, vor dem WM-Rennen in Pangkai Pinang, schnitt er sich beim Versuch eine Avocado zuzubereiten in die linke Hand. Nagl musste genäht werden. Sogar eine Sehne wurde in Mitleidenschaft gezogen. Nagl biss auf die Zähne, holte sich trotz großer Schmerzen und einem Motoren-Problem noch acht WM-Punkte (wir haben berichtet).

Eine Woche später, kurz vor dem zweiten Indonesien-Rennen im diesjährigem MXGP-Kalender, war die Wunde einigermaßen verheilt. Nagl hochmotiviert – und richtig schnell unterwegs. Trotzdem reichte es im Gesamtklassement nur zu Rang zwölf. Grund: Eine zweifelhafte Entscheidung der Jury.

Im ersten Durchgang des Grand Prix in Semarang schoss der Hohenpeißenberger als Siebter über die Ziellinie. Hatte nur 26 Sekunden Rückstand auf Sieger Jeffrey Herlings (NED/KTM). Im Rennen gelang dem Wahl-Belgier sogar die viertschnellste Rundenzeit.

Die Freude über das Top-Ergebnis hielt nicht lange an. Dann gab’s die Schocknachricht: Nagl wurde strafversetzt. Die Jury beorderte ihn zehn Plätze nach hinten. „Ich soll eine gelbe Flagge missachtet haben“, sagte Nagl sichtlich verärgert. „Es waren aber keine Flaggen zu sehen.“ Sein Team legte gegen die Entscheidung Berufung ein. Allerdings ohne Erfolg.

Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch startete Nagl in den zweiten Lauf. Der Hohenpeißenberger griff vorne an, arbeitete sich bis auf Platz fünf nach vorne. Kurz vor dem Ziel rutsche er aber weg, verlor so vier Positionen. Letztlich kam er als Neunter ins Ziel. „Ich habe gemerkt, dass es gut läuft und habe richtig viel Risiko genommen. Dabei kann ein Sturz passieren“, sagte Nagl dem Online-Magazin Speedweek. „Es ist schade, aber die Leistung war richtig gut.“

Den Sieg sicherte sich erneut Herlings (KTM), der auch die Tageswertung gewann. Der Holländer führt mit 583 Punkten die WM-Wertung an. Nagl ist Zehnter (227).

An diesem Wochenende ist Nagl wieder in europäischen Gefilden unterwegs. Er startet bei der vierten Station des ADAC Masters in Möggers (Vorarlberg). Die bisherigen Rennen hat Nagl allesamt gewonnen.

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