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Bald wieder ein dritter Ausländer in der Oberliga?

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Von: Roland Halmel

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Jubel des Teilzeitarbeiters: Der Tscheche Lukas Motloch war in der vergangenen Saison einer von drei Kontingentspielern beim EC Peiting. Da jedoch immer nur zwei spielen durften, saß Motloch mehrfach auf der Tribüne.
Jubel des Teilzeitarbeiters: Der Tscheche Lukas Motloch war in der vergangenen Saison einer von drei Kontingentspielern beim EC Peiting. Da jedoch immer nur zwei spielen durften, saß Motloch mehrfach auf der Tribüne. © Holger Wieland

Soll es in der Oberliga wieder eine dritte Kontingentstelle pro Team geben? Der EC Peiting steht dem Vorschlag des Ligakonkurrenten Riessersee skeptisch gegenüber.

Peiting – Vor 15 Jahren, in der Saison 2007/08 standen mit Milos Vavrusa, Jaro Mares, Simon Barg sowie Kyle Orr und Doug Orr drei Kanadier und zwei Tschechen beim EC Peiting unter Vertrag. Danach wurde die Anzahl der Ausländerstellen in der Oberliga aber nach und nach reduziert. Inzwischen dürfen die Vereine nur noch zwei Kontingentspieler ohne deutschen Pass beschäftigen. Das könnte sich aber möglicherweise ändern.

Laut Peitings Geschäftsführer Peter Gast hat Pana Christakakis, sein Amtskollege vom Ligakonkurrenten SC Riessersee, zuletzt eine Erhöhung auf drei Ausländer ins Spiel gebracht. „Der deutsche Spielermarkt ist dünn und zugleich teuer. Die Preise, die abgerufen werden, sind Wahnsinn. Jeder Spieler mit Qualität kann fordern, was er will“, so Christakakis. Der SCR-Geschäftsführer erhofft sich durch diese Maßnahme eine preisdämpfende Wirkung, was die Spielerbudgets der Vereine entlasten würde.

Diskussionen um dritte Kontingentstelle in der Oberliga

„Das müssen wir diskutieren, aber der Verband wird da wohl nicht zustimmen“, meint ECP-Geschäftsführer Peter Gast zu dem Vorschlag von Christakakis. Gast betrachtet die Oberliga immer noch als Ausbildungsliga, obwohl ein Großteil der Vereine mit kompletten Profi-Mannschaften an den Start geht. „Bei unserem Play-off-Gegner Halle ist der Nachwuchs erst im Aufbau, die haben auch in der dritten und vierten Reihe bezahlte Profis“, so Gast.

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Bei fast allen Mannschaften aus dem Norden, aber auch bei immer mehr Klubs aus dem Süden gibt es kaum noch Spieler, die neben dem Eishockeysport noch einem regulären Beruf nachgehen. Teams wie dem EC Peiting oder Füssen bilden da eine Ausnahme. Sie setzen auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die sie über viele Jahre ausbilden. „Das ist aber das Problem. Wenn sie dann in der Oberliga spielen, werden sie von finanzkräftigen Vereinen abgeworben“, so Gast. Peitings Geschäftsführer plädiert für die Einführung einer Ausbildungsvergütung, mit dem die Vereine für ihre Nachwuchsarbeit belohnt werden. „Über solche Themen müssen wir uns auch Gedanken machen und nicht nur über die Erhöhung der Ausländerstellen.“ Gast macht deutlich, dass er den Plänen, auf drei Kontingentspieler aufzustocken, skeptisch gegenübersteht.

Wäre der Einsatz von drei Kontingentspielern bereits in der vergangenen Saison erlaubt gewesen, hätten die Peitinger ein Problem weniger gehabt. Mit dem Holländer Nardo Nagtzaam, dem Tschechen Lukas Motloch sowie dem Kanadier Shane Heffernan hatte der ECP drei ausländische Spieler unter Vertrag. Jetzt ist es aber nicht so, dass die Peitinger Verantwortlichen nicht rechnen könnten. Ursprünglich sollte Nagtzaam eingebürgert werden und kurzfristig den deutschen Pass erhalten. Das Verfahren zieht sich aber dahin – Ausgang ungewiss. Da der Holländer im Peitinger Team gesetzt ist, durften Motloch und Heffernan immer nur abwechselnd eingesetzt werden.

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