Wieder in Reihen der Top-Fahrer: Marcel Schrötter (vorne) ließ in Valencia den WM-Dritten Luca Marini (li.) und den WM-Führenden Enea Bastianini hinter sich.
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Wieder in Reihen der Top-Fahrer: Marcel Schrötter (vorne) ließ in Valencia den WM-Dritten Luca Marini (li.) und den WM-Führenden Enea Bastianini hinter sich.

MOTORSPORT

Befreiungsschlag in Valencia - Marcel Schrötter beendet starkes Wochenende mit Platz vier

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Wochenlang fand Marcel Schrötter nicht zu seiner Form. Nun hat er mal wieder gezeigt, was er kann. In Valencia belegte er Platz vier.

Vilgertshofen – Zehn Punkte hatte Marcel Schrötter in der Moto2 aus den vorigen vier Rennen geholt. Es lief definitiv nicht rund beim Vilgertshofener. Doch das sollte sich am vergangenen Wochenende ändern. Von Beginn an mischte Schrötter in Valencia vorne mit. Zur Erinnerung: Voriges Wochenende war er auf derselben Strecke nicht über Platz 13 hinausgekommen. Im Qualifying fuhr er diesmal die siebtbeste Zeit. Im Rennen am Sonntag lief es sogar noch besser. Der 27-Jährige landete auf Platz vier. Keine halbe Sekunde fehlte zum zweiten Podestplatz der Saison.

„Dieser Befreiungsschlag hat auf jeden Fall unglaublich gutgetan“, sagte Schrötter nach dem vorletzten Saisonrennen. „Es ist nur ein wenig schade, dass ich in der letzten Runde nicht in die Spitzengruppe reingrätschen und noch ein Wörtchen um das Podest mitreden konnte.“ Doch das wäre – in Anbetracht der vergangenen Wochen – wohl auch des Guten zu viel gewesen. „Ich denke, wir sollten nicht dem nachtrauern, was wir verpasst haben, sondern uns über die Tatsache freuen, aus welchem Loch wir zurückgekommen sind“, stellte er daher klar. Immerhin hatte der Kalex-Pilot selbst an sich gezweifelt, ob er überhaupt noch Motorradfahren kann, wie er im Interview bei ServusTV verriet.

Von Zweifeln war beim Grand Prix auf dem Circuit Ricardo Tormo nichts zu sehen. Schrötter legte wie so oft einen hervorragenden Start hin und schob sich in der ersten Runde auf Platz fünf nach vorne. Mehr war aber nicht drin. „Leider hat mir über die gesamte Distanz das Bisschen gefehlt, das meine direkten Gegner immer wieder für ein, zwei Runden ausspielen konnten. Ich war daher immer ein wenig hinten dran“, fasste er zusammen.

Vier Fahrer können noch Weltmeister werden

Vor ihm tat sich zwar stets eine kleine Lücke auf, seinen fünften Platz verteidigte er gegen die Attacken der Konkurrenz aber souverän. Ein neues Setting im Vergleich zu den Vorwochen machte sich bezahlt. Da verdrängte Schrötter auch, dass der Wind etwas stärker wehte als gewohnt. „Mit diesem Umstand hatten alle zu tun“, sagte er.

Eine neue Wendung bekam das zweite Valencia-Rennen kurz vor Schluss. In Führung liegend rutschte der Italiener Fabio Di Giannantonio in den Kies. In der letzten Runde entflammte ein neuerlicher Kampf um Platz eins. Schrötter fehlte nicht viel, um ein Wörtchen mitzureden. Ihm blieb Platz vier.

Den Sieg sicherte sich der Spanier Jorge Martin vor seinem Landsmann Hector Garzo. Platz drei ging an den Italiener Marco Bezzecchi. Vor dem WM-Finale kommenden Sonntag in Portugal haben noch vier Fahrer Titelchancen. Mit der besten Ausgangsposition wird der Italiener Enea Bastianini (194 Punkte) in Portimao an den Start gehen. Marcel Schrötter kletterte mit nun 77 Zählern auf Rang neun. In der Gesamtwertung liegt er nun vor seinem Teamkollegen bei „Liqui Moly Intact GP“. Der Schweizer Tom Lüthi kam in Valencia nämlich nicht über Platz 16 hinaus, wofür es keine WM-Punkte gibt.

Moto2 in Valencia

1. Martin (Spanien) - Kalex 40:02,225 Min., 2. Garzo (Spanien) - Kalex +0,072 Sek., 3. Bezzecchi (Italien) - Kalex +0,204, 4. Schrötter (Vilgertshofen) - Kalex +0,689, 5. Marini (Italien) - Kalex +0,812, 6. Bastianini (Italien) - Kalex +2,329, 7. Gardner (Australien) - Kalex +8,973, 8. Bendsneyder (Niederlande) - NTS +9,720, 9. Bulega (Italien) - Kalex +11,596, 10. Baldassarri (Italien) - Kalex +11,836.

Fahrerwertung nach 14 von 15 Rennen

1. Bastianini (Italien) 194 Pkt., 2. Lowes (Großbritannien) 180, 3. Marini (Italien) 176, 4. Bezzecchi (Italien) 171, 5. Martin (Spanien) 150, 6. Gardner (Australien) 110, 7. Nagashima (Japan) 89, 8. Roberts (USA) 85, 9. Schrötter (Vilgertshofen) 77, 10. Vierge (Spanien) 73.

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