Franca Henseleit, Triathletin aus Steingaden, Mitglied des DTU-Kaders.
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Daumen hoch: Franca Henseleit hat sich mit ihrer Leistung für einen Wettkampf qualifiziert, in dem es um die Tickets für die Junioren-EM geht.

TRIATHLON

Franca und Simon Henseleit bei DTU-Leistungstest vorn dabei

  • Paul Hopp
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Es war für die Kader-Athleten ein Härte-Test: Die Deutsche Triathlon-Union (DTU) veranstaltete an ihren Stützpunkten einen Leistungstest. Simon und Franca Henseleit bewiesen dabei gute Form - Letztere qualifizierte sich für einen wichtigen Wettkampf.

Nürnberg – Es war zwar kein herkömmlicher Triathlon-Wettkampf, aber doch ein offizieller Härte-Test – und dort haben die Triathlon-Geschwister Simon und Franca Henseleit gute Form bewiesen. Beim Leistungstest der Deutschen Triathlon Union (DTU) am vergangenen Wochenende landeten die Kaderathleten aus Steingaden in ihren Klassen unter den Besten..

„Auf jeden Fall super-zufrieden“ war Franca Henseleit. Die 800 Meter Schwimmen und 5000 Meter Laufen absolvierte sie insgesamt in 27:44 Minuten. In der Jugend/Juniorinnen-Wertung landete die 18-Jährige damit auf dem dritten Platz. Die besten sieben aus den parallel abgehaltenen Leistungstests in Nürnberg (dem Wohnort der Henseleits), Potsdam und Saarbrücken sind direkt für einen internen Wettkampf im Mai in Kienbaum (Berlin) qualifiziert. Bei diesem geht es um die Qualifikation zur Junioren-EM (18. bis 20. Juni in Kitzbühel).

Vor dem Wettkampf mussten die Athleten zum Corona-Schnelltest antreten. Die Wichtigkeit ist Franca Henseleit wohl bewusst, aber dennoch gilt für sie: Die Tests mit dem Stäbchen tief in Nase und Rachenraum „sind unangenehm“. Deutlich wohler fühlte sie sich danach im Wasser. Die 800 Meter in der Schwimmhalle absolvierte sie in 9:52 Minuten – das bedeutet persönliche Bestzeit. „Es lief richtig gut“, so die Triathletin in ihrem Blog. Dort verriet sie auch, wie ihr Aufwärmprogramm fürs Schwimmen aussieht: Circa 1,5 Kilometer „ein wenig durchs Wasser baden, ganz gemütlich anfangen, Wassergefühl aufbauen“. Danach „auf jeden Fall noch ein paar kurze Sprints und vielleicht ein bis zwei 50er-Bahnen in der angepeilten Wettkampfgeschwindigkeit schwimmen, um nochmal Tempogefühl und Sicherheit zu bekommen“.

Franca Henseleit für Quali-Wettkampf in Kienbaum qualifiziert

Das Laufen ging im Stadion über die Bühne, die Sportler wurden gemäß ihren Abständen beim Schwimmen auf die Tartanbahn geschickt. Der Lauf gegen die Uhr war bei sieben Grad Celsius und starkem Wind „keine leichte Aufgabe“. Doch genau solche Herausforderungen „machen den Sport ja aus“, so die 18-Jährige. Die zwölfeinhalb Stadionrunden lief sie in 17:52 Minuten; auch das ist für Franca Henseleit eine persönliche Bestzeit. Für sie war der Leistungstest – auch aus Verletzungsgründen – der erste Wettkampf seit August 2019. Schnellste Juniorin, bezogen auf die Ergebnisse in allen drei Stützpunkten, war Jule Behrens (Hessen) mit 26:53 Minuten.

Ein Highlight des Jahres wird – sollte die Corona-Lage eine Austragung möglich machen – für Franca Henseleit die deutsche Meisterschaft der Jugend/Junioren. Diese geht nämlich in ihrer Heimat, im Rahmen des „Schongau Triathlons“ (17./18. Juli) über die Bühne. In der Lechstadt „habe ich meinen ersten Triathlon absolviert“, sagt die Steingadenerin. Doch nicht nur der Erinnerungen wegen ist der Wettkampf etwas Besonderes: Bei der Nachwuchs-DM über die Sprint-Distanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) geht es auch um die Qualifikation für die Junioren- Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr auf den Bermudas (15. bis 17. Oktober) über die Bühne gehen soll. Dort möchte sie dabei sein, zumal es ihr letztes Jahr in der Altersklasse „Juniorinnen“ ist. 2019 nahm Franca Henseleit bereits an einer Junioren-WM teil. In Lausanne belegte sie den 17. Platz, war allerdings mit einem Handicap ins Rennen gegangen. Aufgrund einer Fußverletzung konnte sie im Vorfeld kein Lauftraining absolvieren.

Kampf gegen die Uhr: Simon Henseleit lief die 5000 Meter bei windigen Verhältnissen im Stadion am Stützpunkt in Nürnberg in 14:40 Minuten.

Bei den Männern zeigte Simon Henseleit im DTU-Leistungstest mit der Gesamtzeit von 23:48 Minuten eine starke Leistung. In der Wertung aller Teilnehmer an allen drei Stützpunkten landete der 21-Jährige auf dem sechsten Platz. Simon Henseleit war eigenem Bekunden nach eher skeptisch in den Leistungstest gegangen. „Unter der Woche hatte ich überhaupt kein gutes Gefühl im Wasser, und auch das Laufen ging mir nicht so leicht von der Hand wie in den Wochen davor“, teilte er mit. Doch genau am Wettkampftag fühlte er sich wieder auf der Höhe – die Trainingssteuerung hatte bei ihm funktioniert. „Der Plan ging auf“, stellte der 21-Jährige zufrieden fest.

Harter Kampf auf der Laufbahn für Simon Henseleit

Im Schwimmen über 800 Meter gelang Simon Henseleit mit 9:08 Minuten eine persönliche Bestzeit. Damit „konnte ich meine eigenen Erwartungen etwas übertreffen“. Für die 5000 Meter hatte er sich eine Zeit von 14:35 Minuten vorgenommen. Angesichts der nicht ganz optimalen Witterungsverhältnisse im Stadion, war klar, dass es schwer werden würde, dieses Ziel zu erreichen. „Aber Ausreden gibt’s hier ja nicht“, stellte er mit einem Schmunzeln klar. Letztlich war der Steingadener nur ein wenig langsamer als geplant. Mit den 14:40 Minuten „bin ich für die Bedingungen echt zufrieden“.

Den ersten Kilometer absolvierte Simon Henseleit in 2:53 Minuten. „Obwohl ich ganz gute Beine hatte, war es enorm zäh, auf dem Tempo zu bleiben.“ Die nächsten beiden Kilometer lief er jeweils in 2:57 Minuten. „Ab da tat es einfach nur noch richtig weh und ich musste mich enorm durchbeißen“, berichtete der deutsche Junioren-Meister von 2019. Die restlichen zwei Kilometer lief er in 2:57 bzw. 2:55 Minuten. Besser als Simon Henseleit war in Nürnberg nur Max Sperl (23:27 Minuten), der insgesamt Zweitbester in der Altersklasse „Männer“ war.

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