Skirennläufer Maximilian Schwarz startet am Wochenende in Oberjoch bei zwei Europacup-Slaloms.
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Attraktive Aussichten: Maximilian Schwarz startet am Wochenende in Oberjoch bei zwei Europacup-Slaloms.

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Maximilian Schwarz freut sich auf seine Europacup-Premiere

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
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Skirennläufer Maximilian Schwarz (18) freut sich: Er darf im Europacup antreten. Bei der DM hat der Hohenpeißenberger beweisen, dass er schnell ist - in seiner Klasse hat er drei Medaillen gewonnen.

Hohenpeißenberg – Ein Winter im Leben eines Skifahrers ist wie ein Buch. Es erzählt viele Geschichten, von Erfolgen und Niederlagen, von Reisen in ferne Länder, von Wegbegleitern, von Freunden. Und wenn’s ein gutes Buch ist, reicht schon das Titelbild, um zu erahnen, was so passiert ist. Auf der Frontseite von Maximilian Schwarz’ Jahrbuch würde man wohl Fritz Dopfer sehen.

Das Treffen mit ihm war zwar nur eine kleine Episode im Coronawinter, aber doch eine prägende. Es lief ungefähr so ab: Fritz Dopfer, immerhin einmal Vize-Weltmeister im Slalom und mittlerweile Mitglied des Weltcup-Organisationskomitees Garmisch-Partenkirchen, sah den Hohenpeißenberger die Kandahar zähmen. Danach sagte er Worte, die wie Doping wirken. Er attestierte Schwarz eine gute Grundlage und viel Potenzial, mit dem es nach vorn und auch oben gehen könne im besten Fall. „Sehr erleichternd, wenn man so was von einem Ex-Weltcupfahrer hört“, so der 18-Jährige.

Zweimal Silber und einmal Bronze in der U21-Klasse

Die Saison von Maximilian Schwarz ist noch nicht vorbei, ein Kapitel noch frei. Er schreibt es an diesem Wochenende am Oberjoch fertig, wenn er im Europacup zweimal im Slalom antritt. Für einen, der den gesamten Winter in Liga drei, bei den FIS-Rennen, verbracht hat, ist das ungefähr so, als würde man ihn jetzt von der zweiten in die erste Mannschaft befördern, um ein Bild aus dem Fußball zu bemühen. In seinem Fall ist das „eher Bestätigung als Belohnung“. Seine Trainer haben schon länger skizziert, ihn einmal in die härteste Manege des Skisports zu schicken. Der Zeitpunkt bietet sich an. Maximilian Schwarz hat bei den Nachwuchsmeisterschaften, Klasse U21, drei Medaillen gewonnen. Diese Bewerbe laufen nicht ab wie eine Weltmeisterschaft, man verteilt sie auf den Süden des Landes. Silber in der Abfahrt auf der Kandahar, Garmisch-Partenkirchen. Bronze im Riesenslalom am Götschen, Silber im Slalom am Oberjoch – so lautet die Bilanz.

Diese letzte Medaille hält er für besonders wertig. „Die gefällt mir am besten“, sagt Schwarz. Und man kann diesen Mix aus Freude und Erleichterung auf zwei Weisen auslegen. Einmal hat er viel gearbeitet an seinen Bewegungen in den Technikdisziplinen. Er spricht von technischen Sachen, die reifen müssen, mit vielen Wiederholungen. Im Slalom und Riesenslalom hat er sich in den vergangenen vier Monaten in die Top 500 der Welt gefahren. Das ist doch eine ordentliche Bilanz in einer Zeit, in der Rest Deutschlands weggesperrt war, wenn auch mit einem nicht gerade unknackbaren Schloss. Ein zweiter Hinweis sei auch erlaubt auf die Umstände am Oberjoch: Der Hohenpeißenberger musste weit hinten starten, auf schlechter Piste. Er ereichte gerade noch den zweiten Lauf. Da ging es dann aber richtig ab. Drittbeste Zeit aller Läufer (es waren ja auch ältere dabei). „Insgesamt die größte Leistung“, findet Maximilian Schwarz.

Er weiß damit auch, was am morgigen Samstag und am Sonntag auf ihn zukommt. Der Europacup kann für Anfänger die Eishölle auf Erden sein. Sie tragen Startnummern um die 90, rutschen ramponierte Eiskanäle hinunter, wollen es irgendwie unter die besten 60 in den zweiten Lauf schaffen. „Du beginnst bei Null“, sagt Maximilian Schwarz. Man hat schon gehört von den aufgeweichten Pisten am Oberjoch. Die Veranstalter werden sie mit Salz bearbeiten, das den Schneemorast hart macht. Schwarz hofft, dass die Strecke nicht unrhythmisch wird, dass man sieht, wo die Spur verläuft. Sonst könnte das eine unangenehme Schüttelfahrt werden. Ziel setzt er sich keines. Das Beste geben, mehr geht nicht. Die großen Prüfungen des Jahres beginnen ohnehin erst danach. Im Frühjahr steht das Abitur an. Im Moment schaue er, das Skifahren „auf ein Minimum zu reduzieren“. Danach aber geht’s richtig los: die lange Reise gen Weltcup.

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