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Haben Grund zur Freude: Die sehbehinderte Clara Klug (München) und ihr Guide, Martin Härtl (Weilheim), haben in diesem Winter im Biathlon schon viermal gewonnen. 

Para-Sport Ski Nordisch

Als Favoriten zur Weltmeisterschaft

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Martin Härtl aus Weilheim ist der Guide der sehbehinderten Biathletin Clara Klug. Zusammen haben die beiden im Weltcup schon ordentlich abgeräumt.

Weilheim – Sehbehinderte Skilangläufer und Biathleten benötigen im Wettkampf „Begleitläufer“. Einer dieser speziellen Helfer ist Martin Härtl aus Weilheim. Der 43-Jährige ist für Clara Klug eine Art Lotse auf Skiern. Im Februar startet das Duo bei den Weltmeisterschaften in Prince George (Kanada). Nach den bisherigen Ergebnissen im Weltcup zählen Klug und Härtl zu den absoluten Topfavoriten.

In seiner Funktion als „Landestrainer Ski Nordisch & Biathlon“ hat der Zollbeamte im Jahr 2012 Klug und ihr Talent entdeckt. Zusammen haben die sehbehinderte Münchenerin und Härtl (der auch als ihr Coach arbeitet) seither viel erreicht. Seit 2014 gehört das Duo der paralympischen Nationalmannschaft an. Im Frühjahr trumpften die beiden erstmals so richtig auf internationaler Bühne auf, holten bei der WM in Finsterau drei Medaillen (2 x Silber, 1 x Bronze). Bei den Paralympics 2018 in PyeongChang in Südkorea holten Klug und Härtl zweimal Bronze im Biathlon.

In diesem Winter läuft es sogar noch ein Stückchen besser. Zum Start in Vuokatti (Finnland) gab es im Biathlon zwei Siege (Sprint/Verfolgung) und einen zweiten Rang (Mitteldistanz). Beim jüngsten Weltcup in Östersund (Schweden) standen Klug/Härtl erstmals im Langlauf auf dem Podest, auf der Langstrecke über 13 Kilometer wurden sie in 45:13,9 Minuten Zweite. In den darauffolgenden Biathlon-Rennen (Sprint/Einzel) gewannen die beiden Bayern jeweils mit deutlichem Vorsprung vor der Ukrainerin Oksana Shyshkova. Ausschlaggebend dafür war nicht zuletzt Klugs Top-Schießleistung (null Fehler in beiden Wettbewerben). Die Sehbehinderten schießen liegend mit einem Lasergewehr. Die Entfernung zum Ziel beträgt zehn Meter, die Nähe zur Trefferfläche wird dem Athleten, der beim Schießen einen Kopfhörer trägt, mit einem veränderlichen Ton angezeigt.

Beim Schießen muss Härtl als Guide Abstand halten, auf der Strecke ist er dafür umso mehr gefordert. „Du musst deutlich schneller sein als der Athlet, permanent Kommandos geben und alles drumherum im Blickfeld haben“, erklärt Härtl. Alle Begleitläufer im Nationalteam „haben eine sportliche Historie, sind zum Teil ehemalige Kaderathleten“, so der Weilheimer. Die Kommunikation mit dem Athleten läuft akustisch, das heißt mit kurzen Worten. Geht es in Kurven, gibt Härtl nicht nur die Richtung, sondern auch deren Ausprägung an – zum Beispiel „links neun“ oder „rechts zwei“. Für gewisse Gelände-Unebenheiten gibt es spezielle Codewörter. Um schnell zu sein, braucht es eine genaue Abstimmung, Können und Mut. Bei Abfahrten erreichen Klug und Härtl schon um die 50 km/h und mehr.

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