Studiogast: Martina Demmel (re.) bei der Aufzeichnung zu einer Folge für das „Actiontalk TV“. Neben ihr einer der Moderatoren, Dominik Osswald.
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Studiogast: Martina Demmel (re.) bei der Aufzeichnung zu einer Folge für das „Actiontalk TV“. Neben ihr einer der Moderatoren, Dominik Osswald.

KLETTERN

Martina Demmel: In Wettkämpfen „muss ich auf jeden Fall schneller klettern“

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Binnen kurzer Zeit hat Martina Demmel einen großen Bekanntheitsgrad in der Szene der Sportkletterer erreicht. Die Böbingerin nimmt nun auch Wettkämpfe mehr ins Visier und weiß um die Besonderheiten dieser Art des Kletterns.

Böbing – Binnen kurzer Zeit hat Martina Demmel einen großen Bekanntheitsgrad in der Szene der Sportkletterer erreicht. Nicht zuletzt ihre furiosen Auftritte in Oliana haben da eine Rolle gespielt. Wie berichtet, schaffte die 19-Jährige in Spanien unter anderem eine Route der Schwierigkeit 8b+ im Onsight-Stil sowie eine 9a-Tour im fünften Versuch. Derlei Aktionen haben Demmel auch für Fachorgane interessant gemacht. Kürzlich war die Böbingerin im Online-TV-Kanal des schweizerischen „Lacrux“-Magazins zu Gast.

Im „Actiontalk TV“ berichtete Demmel über sich und ihren Werdegang. Der Besuch beinhaltete auch einen Tag am Fels, während dem Demmel ihre Künste an einer Wand am Voralpsee zeigte. Dort kletterte die Deutsche die Routen „Lucy“ (7c+) und „Paradigma“ (7c) jeweils onsight und schaffte zwei 8a-Touren im zweiten Versuch. Die beiden „Actiontalk TV“-Moderatoren – selbst veritable Kletterer – waren beeindruckt und wollten wissen, ob sie „immer so drauf“ sei. Demmel verneinte lächelnd: „Auf keinen Fall. Es gibt auch schlechtere Tage.“ Das erlebe wohl jeder Kletterer.

Martina Demmel klettert erst seit vier Jahren

Sie selbst sehe es gar nicht so, dass sie einen „kometenhaften Aufstieg“ hingelegt habe, wie es einer der Moderatoren bezeichnete. „Ich habe es so empfunden, dass es langsam bergauf geht.“ Es habe auch Tiefpunkte gegeben. Gleichwohl ist Demmel noch nicht lange am Fels, seit vier Jahren betreibt sie Sportklettern. Von Beginn an kletterte sie allerdings „viele verschiedene Touren“ und hatte so „eine gute Bandbreite“. Ganz am Anfang „war ich wie jeder andere auch, der mit dem Klettern anfängt“, sagte sie. „Ich hatte überhaupt keine Kraft.“ Ein Pluspunkt war ihre Beweglichkeit („einen Spagat konnte ich schon immer“), die ihr half, sich Verschneidungen hochzuspreizen. Mit der Zeit „ist die Kraft dann auch ein bisschen gekommen“.

2020 kletterte sie 842 Routen, davon 201 schwieriger als 8a. „Mit Zahlen kann man halt jemanden einstufen“, sagt sie. Für die Zukunft wünscht sich die Böbingerin, nicht nur darauf reduziert zu werden. „Mit der Zeit sollte man mehr auf die Persönlichkeit schauen und was hinter ihr steckt.“ Seit heuer gehört Martina Demmel dem Nationalkader an und möchte daher „ein bisschen in das Wettkampfgeschehen reinschnuppern“. In ihrer Kindheit und frühen Jugend fuhr sie leistungsorientiert Ski. Sie kenne also das Gefühl, mit Druck umzugehen und „dass man auf den Punkt die Leistung abliefern muss“. Ihr sei aber klar, dass sie für ein erfolgreiches Abschneiden bei Kletter-Wettkämpfen „noch einiges zu lernen“ habe. Am Fels zeichne sie sich durch einen „langsamen, statischen Stil“ aus, hieß es in der „Actiontalk TV“-Sendung. Sie habe das Gefühl, „wenn ich langsamer klettere, kann ich die Griffe entspannter halten“. Im Wettkampf spielt allerdings auch Zeit eine Rolle. „Da muss ich auf jeden Fall schneller klettern.“

Über eine Olympia-Teilnahme (2024 ist Premiere) „habe ich noch gar nicht nachgedacht“. Ihr Fokus liegt erst noch klar auf dem Lead-Klettern. Bouldern spielt für sie bis dato nur eine Nebenrolle. Ob man sie demnächst auch mal an einer Speedwand sehe, wollten die Moderatoren wissen. „Da könnt ihr lange drauf warten“, so Demmel schmunzelnd.

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